Wenn politische Korrektheit tötet

Adam Turner, The Daily Caller, 23. März 2012

Vom 11. März bis zum 19. März führte ein Terrorist mit einem Motorradhelm, der sein Gesicht verdeckte, in Toulouse eine Mordserie durch, bei der er drei französische Soldaten (zwei davon arabischer Herkunft, der dritte stammte aus der Karibik) und vier französische jüdische Zivilisten (einen 30-jährigen Rabbiner, seinen 5-jährigen Sohn, seinen vierjährigen Sohn und ein 8 Jahre altes Mädchen) ermordete. Es folgte viel Spekulation darüber, wie möglicherweise die Motive und der Hintergrund des Terroristen aussehen. Am 21. März 2012 umzingelten französische Sicherheitskräfte eine Wohnung in Toulouse, in der der Killer wohnte, und veröffentlichten seine Identität: Es handelte sich um einen französischen Islamisten namens Mohammed Merah. Am 22. März wurde Merah erschossen, als er aus einem Fenster seiner Wohnung sprang.

Am meisten verstörte an diesem Terrorakt – abgesehen davon, dass er stattfand – die Spekulation der Eliten der westlichen Vertreter der Öffentlichkeit und der Medien über den wahren Mörder vor der Entdeckung seiner Identität; sie konzentrierte sich fast ausschließlich (auch hier und hier und hier) auf den Glauben, dass er ein weißer, europäischer Neonazi sei oder vielleicht ein weiterer Anders Breivik, ein weißer, europäisch-christlicher Killer, der den Islam hasst und vielleicht Juden gehasst haben könnte.

Zugegeben, die Tatsache, dass sowohl französische Muslime als auch französische Juden getötet wurden du der Fakt, dass einige Neonazis gerade aus dem französischen Militär entlassen worden waren, machten dies zu einer plausiblen Annahme. Doch es war nicht die einzig mögliche Annahme du sie war fast sicher nicht die wahrscheinlichste.

Die wahrscheinlichste Annahme war, was sich dann als wahr herausstellte – dass der Killer ein muslimischer Jihadist war, der Juden hasste und diese „verräterischen“ Mitmuslime hasste, die in der „Ungläubigen“-Armee Frankreichs diensten. Ich will mich nicht selbst loben, aber das war das, was ich ursprünglich annahm. Der Neonazi-Franzose, auf den man sich ursprünglich konzentrierte, war nie irgendwelcher Gewalt gegen wen auch immer beschuldigt worden, anders als der tatsächliche Killer Mohammed Merah.

Merah hatte zahlreiche Gewalttaten in seiner Akte, dazu zwei kurze Gefängnisaufenthalte 2007 und 2009. Und es gab jede Menge weiter Indizien, die auf ihn deuteten. Er hatte zwei Reisen nach Afghanistan unternommen, außerdem eine nach Pakistan – Urlaub in einer Kriegszone, behauptete er – hatte in einem Jihadistenlager in Afghanistan trainiert, war dabei erwischt worden wie er 2007 in Afghaniastan Bomben legte; er entkam 2008 aus dem Gefängnis und kehrte nach Frankreich zurück, terrorisierte seine französischen Nachbarn, die ihn 2010 bei der Polizei wegen körperlicher Bedrohungen anzeigten, wurde 2011 während seiner zweiten Reise nach Afghanistan verhaftet und nach Toulouse zurückgeschickt, stand seit 2008 wegen seiner islamistischen Ansichten unter Beobachtung der französischen Behörden und wurde sogar auf eine No-Fly-Liste der USA geführt. Fakt ist: Es stellte sich heraus, dass Merah nach dem ersten Terroranschlag auf eine Liste möglicher Verdächtiger gesetzt wurde, zusammen mit seinem älteren Bruder Abdelkader; doch es wurde bis nach dem Massaker an der jüdischen Schule wenig unternommen die beiden zu verfolgen; dort stellte die Polizei das Handy des ersten Opfers sicher, des Soldaten in Montauban, das Gespräche zwischen ihm und Merah auflistete.

Abgesehen von diesen Beweisen gab es weitere gute Gründe, warum Polizei und Beobachter einen islamistischen Killer hätten verdächtigen sollen. Seit den 1990-er Jahren ist die überaus große Mehrzahl der Terrorakte im Westen von islamischen Jihadisten verübt worden. Das ist einfach Fakt. Nach Angaben einer nicht wissenschaftlichen Zählung hat es seit 1992 72 islamistische Terroranschläge auf westliche Ziele gegeben. Wenn man das weltweit ausdehnt, zählen andere seit dem 9/11 18.616 Terroranschläge durch Jihadisten. Max Boot sagt: „ES ist nicht zu leugnen, dass die meisten bekannten Terrorakte in den vergangenen Jahrzehnten von Islamisten ausgeführt wurden, deren Ideologie den Marxismus und selbst den Nationalismus als vorrangigen Antrieb für Terror ersetzte, wie es in den 1960-ern und 1970-ern war.

Derweil hat es in dieser Zeit sehr wenige nicht islamistische Terroranschläge gegeben. Die beiden am meisten erwähnten sind die Anschläge von Okalhoma City 1995 und Oslo 2011. Breivik war übrigens weder Neonazi noch christlischer Fundamentalist; er wurde von einem norwegischen Gericht als „paranoid schizophren“ eingestuft.

Doch im Jahr 2012, als diese brutalen Terrorakte in Frankreich stattfanden, war die sofortige Arbeitsannahme der westlichen Eliten, dass der Täter ein Neonazi sei. Sind wir sehr deutlich: Wir alle verstehen, warum dieses wahnhafte Denken auftritt – wegen des Wunsches politisch korrekt zu sein und keine bestimmte Religion als die herauszustellen, welche die meisten der Terroristen der Welt in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Aber Fakten sind Fakten und diese PC-Gefühle sind gefährlich. Im Fall von Toulouse versteckte sich Mohammed Merah nicht einmal, er saß in seiner Wohnung, weil er „zuversichtlich damit rechnete, dass die Polizei einen Neonazi suchte“. Es ist sogar möglich, dass er früher gefangen hätte werden können, vielleicht vor dem Mord an den Kindern, hätten die Franzosen diesen bekannten terroristischen Kriminellen ausfindig gemacht, der ihnen so gut bekannt war.

Bitte erinnern Sie sich daran, dass politische Korrektheit töten. Fragen sie einfach die hier.

Ein Gedanke zu “Wenn politische Korrektheit tötet

  1. […] Doch im Jahr 2012, als diese brutalen Terrorakte in Frankreich stattfanden, war die sofortige Arbeitsannahme der westlichen Eliten, dass der Täter ein Neonazi sei. Sind wir sehr deutlich: Wir alle verstehen, warum dieses wahnhafte Denken auftritt – wegen des Wunsches politisch korrekt zu sein und keine bestimmte Religion als die herauszustellen, welche die meisten der Terroristen der Welt in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Aber Fakten sind Fakten und diese PC-Gefühle sind gefährlich. Im Fall von Toulouse versteckte sich Mohammed Merah nicht einmal, er saß in seiner Wohnung, weil er „zuversichtlich damit rechnete, dass die Polizei einen Neonazi suchte“. Es ist sogar möglich, dass er früher gefangen hätte werden können, vielleicht vor dem Mord an den Kindern, hätten die Franzosen diesen bekannten terroristischen Kriminellen ausfindig gemacht, der ihnen so gut bekannt war. {Adam Turner, The Daily Caller: Bitte erinnern Sie sich daran, dass politische Korrektheit töten kann. Fragen sie einfach die hier. Übersetzung: Heplev} […]

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