Günter GraSS „musste“ mal wieder

Günter GraSS hat ein „Gedicht“ veröffentlicht. Klar, dass es in der Süddeutschen Zeitung abgedruckt wird. Es hätte aber genauso gut für den Kinderstürmer gereicht, für die jungeWelt oder auch Veröffentlichungen im Verlag des Herrn Frey. Aber SS-Günni gilt ja als linke Moral, da ziert es sich nicht, die Schweinereien auch da zu publizieren, wo sie immer verortet werden, wenn andere kruden Antisemitismus von sich geben.

GraSS schreibt „Was gesagt werden muss“ – es geht nicht anders, er kann einfach nicht mehr schweigen; Frau Merkel würde es als „alternativlos“ bezeichnen, dass der Waffen-SS-ler dies von sich gibt. Natürlich zum Besten Israels. Das zeichnet die modernen Antisemiten aus: Sie sind „Israel verbunden“, wollen und müssen es vor sich selbst retten, damit die Juden nicht weiter die Nazis von heute sind.

Was den ollen Landser antreibt? Die Moral, was denn sonst? Er ist doch Moralist, Gewissen und Chefinstanz in einem, wenn es um Befindlichkeiten geht, die eingeordnet werden müssen. So, wie er vor nicht ganz 30 Jahren vom „Schwein Geißler“ sprach (Heiner von der CDU, von dem ich genauso wenig halte wie von Norbert Blüm oder Sigmar Gabriel, weil sie sich alle so ausdrücklich gegen Juden produzieren müssen, dann aber sagen, sie hätten nichts gegen sie). Ich werden icht vom „Schwein GraSS“ schreiben, das kann ich den Tieren nicht antun…

Oder vor ein paar Jahren, als er gegenüber Tom Segev eine Rechnung aufmachte: von 8 Millionen deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion hätten nur 2 Millionen die Liquidierungen überlebt. Rechnet, und ihr wisst, welche Zahl da wichtig wird und was den Mann motiviert solchen Müll von sich zu geben.

Der israelische Gesandte in Berlin hat sich – sehr gemäßigt – zur Gülle des SPD-Vorzeige-Intellektuellen geäußert. Er ist halt Diplomat. Aber nach den LINKE-Hetzern, Norbert Blüm und Grünhelmchen Rupert Neudeck hat jetzt wohl Sigmar Gabriel endgültig das Halali eröffnet, mit dem der deutsche Michel zur Jagd auf Israel blasen kann, ohne dass ihm weiterhin Antisemitismus attestiert werden darf.

Hier die Worte Emmanuel Nahshons:

Was gesagt werden muss ist, dass es zur europäischen Tradition gehört, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. Früher waren es christliche Kinder, deren Blut die Juden angeblich zur Herstellung der Mazzen verwendeten, heute ist es das iranische Volk, das der jüdische Staat angeblich auslöschen will.

Was auch gesagt werden muss ist, dass Israel der einzige Staat auf der Welt ist, dessen Existenzrecht öffentlich angezweifelt wird. So war es schon am Tag seiner Gründung, und so ist es auch heute noch.

Wir wollen in Frieden mit unseren Nachbarn in der Region leben. Und wir sind nicht bereit, die Rolle zu übernehmen, die Günter Grass uns bei der Vergangenheitsbewältigung des deutschen Volkes zuweist.

Knapp und aussagekräftig. Und harmlos.

Der SS-Mann mit dem roten Parteibuch und der weiterhin braunen Gesinnung hat deutlichere Worte verdient. Härtere Worte. Die allerdings alle an ihm abprallen werden. Notfalls holt er sich moralische Unterstützung bei den übrigen Judenhassern der deutschen und europäischen „Eliten“, die ihm längst seine Lügen und Heimlichkeiten vergeben haben, die er nicht bedauert (außer, es tut seinem Image gut und lässt andere ihn wieder erheben).

Es bleibt abzuwarten, ob die Süddeutsche Zeitung sich von der GraSS’schen Hetze so distanziert, wie es La Republicca tat, die seine Gülle ebenfalls veröffentlichte, aber kommentierte: „Das Ergebnis seines Gedichts besteht allein darin, ein konfuses Rauschen zu erzeugen, eine unmögliche Gleichstellung von Israel mit dem Iran, eine unglaubwürdige Verdrängung jener Bedrohung, die das Regime in Teheran für Jerusalem darstellt.“

„Unmöglich“ – wieder so eine harmlose Vokabel, die aber dennoch viel aussagt. Moderne Antisemiten fahren ihre Geschütze anders auf als die alten Nazis. Sie formulieren anders, kommen intellektuell daher und machen doch etwas, das nicht möglich ist: Dem Juden unter den Völkern das Nazi- und Völkermord-Etikett anheften und gleichzeitig behaupten, sie sorgten sich nur um ihn. Und ihn zu schützen, indem sie es den Völkermördern und Judenvernichtern der Welt ermöglichen, ihr Werk ungestört vorzubereiten. Denn merke: Der moderne Antisemit beklagt es immer, wenn Juden tot sind – bis dahin tut er alles, dass es dazu kommt!

dringend lesen:
Neues von der Waffen-SS (Publikative.org)
Günter Grass – nicht ganz dicht, aber ein Dichter (Henryk M. Broder)
Mit der Waffen-SS gegen Israel? (haOlam)
Die faktenfreie Wahnwelt des Günter Grass (Clemens Wergin)
Israelkritik: Günter Grass‘ seltsames Verhältnis zu den Fakten (Clemens Wergin)
Was gesagt werden muss (Lizas Welt)
Was anscheinend mal gesagt werden musste (Gerrit Liskow)
Deutsche Lyrik (Lila)
Günter Grass für Deutschland (Gerd Buurmann)
Verständnis für Günter Grass (Gerd Buurmann)
Der Antisemitismus will raus (Josef Joffe, DIE ZEIT)
Starrsinn und Opferstolz (Transatlantic-Forum)
Was Grass uns sagen will (Frank Schirrmacher, FAZ)
älteres zu SS-GraSS:
Große Schnauzbärte
Die Vergangenheit des großen literarischen Schnauzbarts

11 Gedanken zu “Günter GraSS „musste“ mal wieder

  1. Günther GraSS, der Nobelpreisträger, der sich zum bösartigen Greis wandelte. Man wird wohl nicht plötzlich Antisemit und Antizionist. Das muss sich bei diesem alten Knochen seit seiner Mitgliedschaft bei der SS – darauf ist er ja stolz – stetig weiterentwickelt haben. Da er nun ein ausgebranntes Wrack ist, und sonst nichts mehr zu sagen hat, wendet er sich offen dem Judenhass zu, der in Deutschland leider bald salonfähig wird. Siehe was der Schmock Gabriel über Israel verzapfte. Möge er mit den 10 Plagen geschlagen werden, yimach shemo.

  2. Lizas Welt:

    Gedicht für Günter (unterstufenlyrisch)

    Mit letzter Tinte ächzt der Alte
    in ungereimter Poesie:
    Dass die sich nicht mehr schlachten lassen,
    verzeihe ich den Juden nie.

    Der Jude will Atomraketen.
    Der Jude will den Weltenkrieg.
    Der Jude will uns alle meucheln.
    Am Ende droht des Juden Sieg!

    Da muss man doch was machen können,
    und wenn nicht wir, dann der Iran.
    Mahmud, mein alter Mullahkumpel!
    I shout it out loud: Yes, you kann!

    Der Günter fühlt sich ganz verwegen,
    der Greis ist wieder jung, vital.
    Die Lösung einst ging zwar daneben,
    versuchen wir’s halt noch einmal!

    So denkt’s im deutschen Dichterdenker.
    Er rülpst und rotzt es aufs Papier.
    Sein Wahn kennt keine Einsamkeit.
    In Deutschland gilt: Vom Ich zum Wir.

    Boris Yellnikoff
    (der für dieses Gedicht den Nobelpreis verlangt)

    • Das sind die üblichen Durchschnittsmichel, die bei jedem Kommentar von Wergin so eine Schwachsinnssülze von sich geben. Hab’s praktisch nie anders erlebt, wenn Clemens Wergin einen „Israelkritiker“ abwatschte oder etwas Positives zu Israel zu sagen hatte. Da sind die Leser der WELT kaum anders als die von den anderen Qualitätsorganen.

  3. Mal wieder ein gutes Zitat: „Der moderne Antisemit beklagt es immer, wenn Juden tot sind – bis dahin tut er alles, dass es dazu kommt!“
    Ist das jetzt offiziell dein Ausspruch?

    • Ja klar, ist mir eingefallen, habe ich ausformuliert und aufgeschrieben.
      Genauso wie den hier:
      Eines der wichtigsten Kennzeichen der modernen Antisemiten ist es, dass sie sich Israel verbunden fühlen und es unbedingt vor sich selbst retten müssen.
      Sollte jemand das besser, pointierter und/oder schärfer formulieren können, nur her damit!

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