Kameradschaft

Jen Maidenberg, 25. April 2012

Gestern Abend heulten die Sirenen um 20 Uhr für den Yom HaZikaron (Gedenktag für die Gefallenen Israels).

Die Tränen hatte ich nicht erwartet.

Als die Sirenen ertönten, standen meine Kinder vom Sofa auf, von dem aus sie einen Zeichentrickfilm ansahen und standen in Habachtstellung. Während er stand, begann allerdings mein Fünfjähriger zu weinen.

Man könnte leicht annehmen, er hätte aus Angst geweint: Die Sirene ist sehr laut und verstörend. Mein älterer Sohn verbindet, wie ich auch, mit dem Lärm einschlagende Raketen, obwohl wir nie nahe genug dran waren, um eine Raketen einschlagen zu hören. Es wäre ein Einfaches gewesen zu sagen, mein jüngerer Sohn weinte, weil er Angst hatte.

Aber als ich ihn fragte, sagte mein Fünfjähriger uns, er weine wegen „all der verlorenen ‚Sabas‘“. Saba ist das hebräische Wort für Großvater.

Er weinte, obwohl er seinen Saba nicht in einem Krieg verlor.

Er weinte für alle Sabas … und die Männer, die niemals Sabas werden würden.

Einen Moment lang machte ich mir die Sorgen einer israelischen Einwanderer-Mutter: Was habe ich getan? Wie konnte ich meine Kinder in dieses Land bringen? Wie kann ich sie solchem Schmerz aussetzen? Was muss ein Fünfjähriger über Krieg und Verlust wissen?

Im nächsten Moment aber hielt ich ihn im Arm. Und als er in meinen Armen weinte, ich wusste, dass seine Tränen nicht das Ergebnis von Geschichten waren, die ich ihm beim Gan erzählte. Ich wusste auch mit Sicherheit, dass selbst, wenn wir nicht in einem Land lebten, das mit Krieg und Verlust vertraut ist; und selbst, wenn mein Kind beim Gan nicht die Worte gegeben wurden, um auszudrücken, was er in diesem Moment fühlte, wusste ich, dass mein sensibles Kind als Antwort auf den Schmerz eines anderen echte Tränen vergießen würde.

Ich wusste, wie eine Mutter es weiß, dass seine Tränen direkt von der Quelle flossen. Die Sirene öffnete nur die Tür.

9 Gedanken zu “Kameradschaft

  1. Berührend! Und eine Erfahrung, die zahlreiche olim machen. Auf einmal bricht die Verbundenheit zum Land Israel durch, sei es bei den Sirenen an Jom Hashoa und Jom Hasikaron, sei es beim Anblick der Küste beim Landeanflug auf Tel Aviv. Manchmal ist es auch nur eine unbedeutende Kleinigkeit, ein Ton, ein Geruch, ein Bild…
    Ein Zeichen, dass man angekommen ist!
    Ich kann nur sagen: Jen, willkommen in Israel!

  2. Quengelvolk. Macht Euch lieber vom Acker und gebt das Land den Palästinensern zurück.

  3. Das ganze Land Israel gehört den Juden, weil Gott es so verheissen hat, dass sie in ihr Land Israel zurück kehren werden. Die Bezeichnung „Palästinenser“ ist sowieso nur eine Erfindung von Arafat. Das sogenannte „Palästina“ ist in Jordanien, also hätten sie / ihr mehr wie genug Platz.

      • Herr Rubin, warum beantworten Sie den Kommentar von Heidt vom 26. April 2012 dermassen dumpfbackig? Gerade Sie sind ein Meister der Allgemeinplätze und durch und durch arrogant.

        • Erstens: In einem so deutlich auf Israels Seite stehenden Blog einen solchen Kommentar zu hinterlassen, ist müßig. Ich freu‘ mich ja über jeden, der sich für Israel einsetzt, aber solche Äußerungen sind trotzdem Spam, keine konstruktiven Diskussionsbeiträge.
          Zweitens: Herr Teusch sollte erstmal richtig hingucken – vielleicht so gar erstmal lesen – lernen, bevor er Unsinn verzapft. (Für ganz Blinde: Ein Herr Rubin schreibt hier gar nicht.)

        • Nach ein paar weitere Äußerungen von Heidt scheint es mir aber so, dass der Beitrag oben „ironisch“ gemeint gewesen ist. Solche Ironie zeugt nur nicht von sonderlich vorhandenem Faktenwissen, sondern eher von Papageien-Geschwätz.

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