Obama bei eigennützigem Besuch im Holocaust-Museum von Elie Wiesel abgewatscht

Leo Rennert, The American Thinker, 23. April 2012

Während der letzten drei Jahre besuchte Präsident Obama das U.S. Holocaust Museum nicht. Aber heute machte er es; und prompt hielt er eine eigennützige Wahlkampfrede um die jüdischen Wählerstimmen.

„Ich werde immer für Israel da sein“, erzählte er dem Publikum bei einer Holocaust-Gedenkveranstaltung. Er berief sich mehrfach auf „Nie wieder“ und erinnerte daran, wie er auch mit Überlebenden im Warschauer Ghetto stand; dann fügte er hinzu:

„Wenn dann Anstrengungen unternommen werden Zionismus mit Rassismus gleichzusetzen, lehnen wir das ab. Wenn internationale Foren Israel für unfaire Resolutionen aussondern, stimmen wir dagegen. Wenn Versuche unternommen werden den Staat Israel zu delegitimieren, bekämpfen wir das. Wenn wir einem Regime gegenüber stehen, das die globale Sicherheit bedroht und den Holocaust leugnet und mit der Vernichtung Israels droht, dann werden die USA alles in ihrer Macht stehende tun, um den Iran davon abzuhalten eine Atomwaffe zu bekommen.“

Auch hatte Obama harte Worte für Syriens Präsidenten Assad und seinen fortgesetzten Gräueltaten, schien aber im allgemeinen mit der Bilanz seiner Administration selbstzufrieden, sowohl was den Iran, als auch, was Syrien angeht. Dasselbe gilt für das Streben danach die Gräueltaten im Sudan, der Elfenbeinküste, Zentralafrika und Libyen zu verhindern. Und er rechnete sich auch als Verdienst an, „mehr zum Schutz von Frauen und Mädchen vor den Schrecken der sexuellen Gewalt in Kriegszeiten getan“ zu haben.

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen kündigte er eine neue Initiative an: die Schaffung eines „Atrocities Prevention Board“ [Gräueltaten-Verhinderungs-Behörde], das alle Bemühungen der Administration zur Abwendung von völkermörderischen Gräueln beaufsichtigen soll. Für Obama heißt es: Wenn du in Schwierigkeiten bist, schaffe eine weitere Regierungsbehörde.

Der Präsident hatte als Eskorte und zur Vorstellung Elie Wiesel dabei; er pries den Nobelpreisträger und Holocaust-Überlebenden überschwänglich für seine unablässige Kampagne den Holocaust an vorderster Front der Erinnerung zu halten.

Doch Wiesel zeigte sich nicht erkenntlich. Stattdessen – entschlossen, der Macht die Wahrheit entgegenzuhalten – rügte er Obama, weil der nicht annähernd genug unternahm, um Assads Gräueln in Syrien und dem iranischen Präsidenten Ahmadinedschad mit seiner Entwicklung von Atomwaffen und den Drohungen Israel von der Landkarte zu wischen, etwas entgegenzusetzen.

Bei der Vorstellung Obamas fragte Wiesel, warum „Weltführer“ – mutmaßlich einschließlich Obamas, „überhaupt nichts“ aus dem Holocaust gelernt haben.

„Wie kommt es, dass Assad immer noch an der Macht ist?“, fragte Wiesel. „Wie kommt es, dass der oberste Holocaustleugner immer noch Präsident ist? Er, der mit der Anwendung von Atomwaffen – dem Einsatz von Atomwaffen – droht, um den jüdischen Staat zu vernichten. Wir müssen wissen, dass es fast zu spät ist, wenn das Böse Macht besitzt.“

Direkt an Obama gewandt, erklärte Wiesel: „Herr Präsident, wir befinden uns hier an diesem Ort der Erinnerung. Israel kann sich nicht nicht erinnern. Und weil es sich erinnert, muss es stark sein, einfach um sein eigenes Überleben und sein Schicksal zu verteidigen.“

Wiesel war eindeutig von Obamas Ansprache nicht unbedingt ermutigt.

Da das Holocaust-Museum ein nationales Vorhaben ist, passt es, dass ein US-Präsident ihm einen gelegentlichen Besuch abstattet und die Öffentlichkeit auf seine Lehren aufmerksam macht. Aber bis 2012, einem Wahljahr,  zu warten und mit dem Inhalt seiner Rede verwandelte Obama seinen Besuch in ein politisches Ereignis, genau in dem Moment, in dem der Präsidentschafts-Wahlkampf auf Hochtouren geht. Es lässt einen Fleck auf dem Museum und dem Holocaust zurück – sie werden für politische Zwecke ausgebeutet.

Das Timing von Obamas Auftritt und der politische Aspekt seines Besuchs erinnern an einen anderen kontroversen Moment in der Geschichte des Museums: 1998 wurde Walter Reich, damals Direktor des Museums, vom Vorstand des Museums und dem Weißen Haus zum Rücktritt gezwungen, weil er es ablehnte Yassir Arafat eine VIP-Führung durch das Museum zu geben.

Damals sagte der Kommentator Marvin Kalb: „Im heutigen Washington sind Gewissen und Prinzip Mangelware. Im US-Holocaust-Gedenkmuseum sollten diese Ideale besonders geehrte und hoch gehalten werden. Doch letzten Mittwoch wurde Museumsdirektor Walter Reich gefeuert, weil er die Frechheit hatte gegen einen Museumsbesuch durch Palästinenserführer Yassir Arafat Einspruch zu erheben. Reich glaubte, dass der Holocaust, sowohl die Erinnerung als auch das Museum, nicht dadurch ‚politisiert‘ werden sollten, dass man eine Administration, die verzweifelt nach einem Durchbruch in den stecken gebliebenen Nahost-Friedensgesprächen sucht, es als diplomatischen Wandteppich benutzen lässt.“

1998 zeigte sich Reich der Situation gewachsen. Heute war Elie Wiesel – auf sanftere, aber immer noch Bände sprechende Weise – sein würdiger Nachfolger.

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