Hamas so gewalttätig wie immer, EU und Linke so unwissend wie immer

Omri Ceren, Commentary Magazine/contentions, 16. Mai 2012

Im Februar betonte Hamas-Premierminister Ismail Haniyeh wieder, dass die Hamas niemals den Versuch aufgeben wird Israel militärisch zu vernichten. Er erklärte bei einem Besuch in Teheran, dass die „Waffe unsere einzige Antwort auf das zionistische Regime ist“. Einen Monat später gab der hochrangige Hamas-Führer Mahmud Zahar aus dem Gazastreifen, ebenfalls beim Besuch in Teheran, inhaltlich dieselbe Aussage. Auch er verkündete: „Die Prinzipien und Strategie des palästinensisch-islamischen Widerstands werden sich nicht ändern.“

Kurz darauf gingen die beiden Kriegsbefürworter bei einer geheimen Wahl zum Einzug und der Führung des 15-köpfigen Hamas-Politbüros in den Ring. Haniyeh zog an Zahar vorbei und ist jetzt der Kopf des Gremiums.

Derweil sind die Wahlen zum Zentralrat der Hamas – anders als zum Gaza-Politbüro – dabei zum Abschluss gebracht zu werden. Die offiziellen Ergebnisse sollten innerhalb der nächsten zehn Tage veröffentlicht werden; in der Zwischenzeit sind einigermaßen widersprüchliche Gerüchte aufgekommen. In diesen Berichten geht es um die Abstände, allerdings kann man mit einiger Sicherheit annehmen, dass die bezahlten iranischen Handlanger Khaled Meschaal und Mussa Abu Marzk das Gesindel anführen. Meschaal erfreut sich dessen, was in dieser Welt als Amtsbonus gilt und Marzuk erklärte Israel gerade den niemals endenden Krieg.

Mit anderen Worten: Niemand aus der Leitung der Hamas, auf welcher Ebene auch immer, drängt auf irgendetwas anderes als eine Gewaltkampagne gegen den jüdischen Staat. Erst heute Morgen forderte Hamas-Sprecher Hammad al-Ruqab die Palästinenser auf israelische Soldaten zu entführen, was einen Aufforderung an die Palästinenser ist einen weiteren Krieg anzufangen.

Natürlich gibt es Gerüchte, dass die EU-Staaten sich entschieden haben Gespräche mit der Hamas zu beginnen:

Die Hamas hat in den letzten Monaten geheime politische Gespräche mit fünf EU-Mitgliedsstaaten geführt, sagte ein Vertreter der islamischen Terrorgruppe der Associated Press am Mittwoch. Wenn sich das bestätigt, dann wären solche Gespräche ein Zeichen dafür, dass die Isolation der im Gazastreifen sitzenden Bewegung sich in der Folge der Aufstände des Arabischen Frühlings lockert; dieser hatte in Teilen des Nahen Ostens Islamisten an die Macht gebracht… Der Westen wägt seine Nahost-Politik nach den Aufständen des letzten Jahres neu ab, bei denen mehrere pro-westliche Regime gestürzt wurden und der Aufstieg der Hamas-Mutterbewegung – der panarabischen Muslimbruderschaft – ermöglicht wurde. Es scheint möglich, dass einige EU-Mitgliedsstaaten nun ihre Herangehensweise an die Hamas mildern.

Israelische Friedensaktivisten – dafür zitieren sie einen staudenden Bericht darüber, dass die Hamas vorläufig eine Pause beim Verschießen von Raketen auf israelische Schulkinder machen – ziehen ebenfalls Vergleiche mit der israelischen Regierung, die für die Gruppe positiv ausfallen. Der Grund: Das ist nämlich die Richtung, auf die die Belege zusteuern: die friedlichen Absichten der Hamas.