Op-ed: Schwedischer Aktivist sagt, antiisraelischer Propaganda in Europa kann und muss entgegengehalten werden

Tobias Petersson, YNetNews.com, 23. Juli 2012

Letzten Mittwoch setzte sich ein Schwede in Stockholm auf einen Platz direkt neben einer „Ship to Gaza“-Demonstration. Er hielt ein Schild hoch: „Hunderte Raketen auf Israel aus dem Gazastreifen, während Israel Güter nach Gaza liefert. Die Blockade ist legal. Sind Schiffe-nach-Gaza-Aktivitäten legal? Humanitär?“

Er gewann die Aufmerksamkeit vorbeigehender Durchschnittsschweden. Sie hielten an und lasen das Schild, als ob sie über die darauf geschriebenen Worte nachdenken würden. Der Hauptsprecher von Ship to Gaza, Dror Feiler, macht derzeit Israel für alles Schlechte im Gazastreifen verantwortlich, das in Wirklichkeit in der Verantwortung der Hamas liegt – und nur bei ihr.

Der junge Mann stand alleine da, aber er fühlte sich nicht so. Die Worte der Wahrheit auf seinem Schild waren sein Schutz gegen den Hass auf Israel. Niemand kennt seine Gefühle besser als ich, denn ich bin dieser junge Mann.

Bevor ich mich entschied, alleine dorthin zu gehen, versuchte ich ein paar Freunde Israels dazu zu bringen sich mir anzuschließen, aber zu viele hatten Angst und dachten, diese Aktion würde Ship to Gaza stärker ins Licht der Aufmerksamkeit stellen. Vor allem hatten sie Angst Unterstützung für Israel zu zeigen.

Israel politisch zu unterstützen ist in Schweden schwer gewesen. Seit langem schon. Ich wollte das ändern. Also hatte ich das Gefühl, es gäbe keine andere Lösung als alleine dorthin zu gehen. Ich bekam auf Facebook eine Nachricht, dass eventuell eine Dame kommen und sich mir anschließen würde. Doch wir trafen uns erst nach der Demonstration und später postete sie ein Foto mit mir und meinem Schild. Plötzlich erhielt mein Bild 270 „Likes“ auf unterschiedlichen Facebook-Seiten, die das Bild von mir und meiner Botschaft teilten.

Nicht länger allein

Eine schwedisch-jüdische Pro-Israel-Bloggerin, Annika Henroth, wurde dazu angeregt, am Tag der Abfahrt von Ship to Gaza ebenfalls alleine dorthin zu gehen. Diesmal waren mehr Menschen bereit sich anzuschließen. Mehr als 20 Menschen erschienen, sie hatten weniger als zwei Tage Vorbereitung. Schwedisch-Jüdischer Dialog, die einzige pro-israelische NGO in Skandinavien, mobilisierte alle Neumitglieder und Freunde und plötzlich mussten weder ich noch Annika alleine auf dem Platz stehen.

Vereint standen wir dort, stolz, dass wir Israel verteidigten. Unsere Anwesenheit scheint Ship to Gaza dazu gebracht zu haben eine Demonstration abzusagen. Stattdessen blieben sie auf ihrem Schiff, also entschieden wir uns hinunter zu gehen und ihnen zu zeigen, dass ihnen in Schweden Kritikern und stolze Freunde Israels mit einer Botschaft gegenüber stehen, dass sie sich von Gaza und Israel fern halten und ihre Propaganda gegen Israel einstellen sollten.

Wir schafften es Ship to Gaza friedlich in Frage zu stellen und zu zeigen, dass wir – die Unterstützer Israels – vielfältig sind: Menschen aus dem Iran, Ägypten, Israel, schwedische Juden und Schweden aller Altersstufen, Männer und Frauen.

Mitglieder von Ship to Gaza kamen mit der Herausforderung nicht klar mit dieser Vielfalt in Dialog zu treten. Es ist ein Schiff voller alter Linker aus der Zeit des Kalten Krieges. Sie können nicht zugeben, dass der Islamismus der Hamas die wirkliche Bedrohung sowohl für Israelis als auch Araber ist. Die Ship to Gaza-Bewegung hat sogar zugegeben, dass sie kein humanitäres Ziel hat. Ihr Ziel ist in erster Linie politisch.

Ich möchte zu ähnlichen Aktionen gegen sie und für Israel in jedem Hafen aufrufen, an dem sie einlaufen. Zusammen können wir ihre Ignoranz bekämpfen und zeigen, dass der Stolz auf die wahren demokratisch-zionistischen Werte Israels etwas ist, das zu zeigen wir keine Angst haben. Wie Rosa Parks es ablehnte sich hinten in den Bus zu setzen, lehnen wir es heute ab zu schweigen, wenn lügen über die Meere segeln.

Tobias Petersson ist ein pro-israelischer Blogger
und Mitbegründer des Schwedisch-Jüdischen Dialogs

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