Die Rolle von PA-Präsident Abbas beim Massaker von München – wo bleibt die Berichterstattung?

CAMERA Snapshots, 25. Juli 2012

Heute beginnen die Wettbewerbe der Olympischen Spiele von London, auch wenn die Eröffnungszeremonie erst am Freitag, 27. Juli stattfindet. Zum Zeitpunkt, da dies geschrieben wird, hat das Internationale Olympische Komitee einer Schweigeminute zum Gedenken an die Ermordung von elf israelischen Athleten durch palästinensische Terroristen bei den Olympischen Spielen von München 1972 nicht zugestimmt.

In Beachtung des 40. Jahrestages postete der Blogger Elder of Ziyon vor kurzem einen Text, mit dem er die Verbindung des PA-Präsidenten Mahmud Abbas zum Massaker der Olympiade von München heraushob. Darin zitierte der einen Artikel der Sports Illustrated von 2002 über den Drahtzieher des Anschlags, Mohammed Daud Oudeh, a.k.a. Abu Daoud:

Abu Daoud gab offen seine Rolle bei dem Anschlag von München zu, sowohl in seinen Memoiren Palestein: From Jerusalem to Munich (veröffentlicht in Paris), als auch in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Jazira.

Obwohl er nicht wusste, wofür das Geld ausgegeben wurde, war der langjährige Fatah-Offizielle Mahmud Abbas a.k.a. Abu Mazen für die Finanzierung des Anschlags von München verantwortlich. Abu Mazen konnte zu einem Kommentar zu Abu Daouds Vorwürfen nicht erreicht werden. Nach Oslo 1993 reiste Abu Mazen ind en Rosengarten des Weißen Hauses zu einem Fototermin mit Arafat, Präsident Bill Clinton und Israels Yitzhak Rain und Shimon Peres. „Glauben Sie, das wäre möglich gewesen, hätten die Israelis gewusst, dass Abu Mazen der Finanzier unserer Operation war?“, schreibt Abu Daoud. „Ich  bezweifle es.“

EoZ zitiert außerdem ein Beileidstelegramm, das zum Tod Abu Daouds 2010 geschickt wurde, wie die Palästinensischen Medien berichteten:

Präsident Mahmud Abbas schickte gestern ein Beileidstelegramm zum Tod des großen Kämpfers Mohammed Daud Oudeh „Abu Daoud“, der kurz vor Erreichen des 70 starb. In dem Beileidstelegramm hieß es: „Der Verstorbene war einer der prominenten Führer der Fatah-Bewegung und lebte ein Leben angefüllt mit dem Kampf, hingebungsvoller Anstrengung und immensen Opfern des Verstorbenen um des legitimen Problems seines Volkes willen, in vielen Bereichen. Er stand auf jedem Schlachtfeld an vorderster Front mit dem Ziel die [palästinensische] Revolution zu verteidigen. Welche in wundervoller Bruder, Kamerad, zäher und hartnäckiger, unermüdlicher Kämpfer.“

Angesichts des Geredes ob es eine Schweigeminute geben wird oder nicht und der regelmäßigen – wenn auch nicht häufig genug stattfindenden – Erwähnung des Terroranschlags könnte man glauben, es gäbe etwas Berichterstattung zu Abbas‘ Rolle dabei. Nun, dann läge man falsch.

Mahmud Abbas ist als Finanzier des Massakers von München genannt worden und er preist dessen Drahtzieher. Dennoch ist er genau der PA-Präsident, der regelmäßig von den Medien als „moderat“ bezeichnet wird und mit dem israelische Führungspersonen verhandeln sollen.

Warum steht die Welt derart auf dem Kopf? Wann wird der gesunde Verstand walten? Wo bleibt die Berichterstattung?

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