Bonn, Integrationsrat, 23. Oktober 2012

Dienstagabend tagte der Integrationsrat der Stadt Bonn. Eine große Anfrage von Hetzern gegen Israel sollte durch den Oberbürgermeister beantwortet werden. Entsprechend waren Unterstützer der Hetzer im Raum. Aber auch der/die eine oder andere Israelfreund/in. Wer nicht anwesend war: der Oberbürgermeister sowie jeglicher Vertreter der Verwaltung. Damit war das Thema für den Abend fertig, weil vertagt. Ohne die angegriffenen Vertreter der Stadt war eine Antwort auf die verlogenen Fragen nicht zu bekommen. Daneben fehle übrigens auch das Grünen-Mitglied, das neben den beiden BIG-Vertretern den Antrag eingereicht hatte. Wie kommt’s?

Nach der Vertagung der Sitzung gab es noch ein kleines Verbal-Scharmützel, als eine Besucherin sich als Mitglied der jüdischen Gemeinde zu erkennen gab und von (gehässigen) Vertretern der „Gegenseite“ verbal angegangen wurde.

Jetzt fragt sich, was von der Sache zu halten ist. Hatten die Vertreter der Stadt für sich keine brauchbaren Antworten gefunden? Weshalb war der Grüne nicht da? (Es ist bekannt, dass er in seiner Partei mächtig Ärger bekommen hatte – hatte das Folgen?) Welche Auswirkungen hat dieses Vorgehen für die Stellung Israels in der Öffentlichkeit?

Zuerst einmal: Da die Sitzung öffentlich war, die Anfrage ebenfalls (sie steht im Netz), heißt das, dass die Lügen und Suggestionen der Hetzer unbeantwortet bleiben. Sie haben einen Punktsieg erzielt, weil der Hetze nichts entgegengesetzt wurde. Sie steht weiter unangefochten im Internet, ohne eine Entgegnung, die genauso prominent und an gleicher Stelle zu finden ist.

Die Hetzer können sich bestätigt sehen, weil sie keine Antwort bekamen. Der OB „kniff“ (ob das nun stimmt oder nicht, kann dahingestellt bleiben). Er hatte nichts, was er der Argumentation der Anfragesteller entgegensetzen konnte. Wie sollten sie sich da nicht freuen können?

Der Sache Israels und der Israelfreunde ist damit nicht gedient. So sehr man den Oberbürgermeister verstehen könnte, sollte er einfach nur genervt sein – so tut er sich keinen Gefallen. Den Israelfreunden auch nicht. Schade.

2 Gedanken zu “Bonn, Integrationsrat, 23. Oktober 2012

  1. Mann, ist das bizarr, wieso zum Teufel bekommt der OBM von irgendeiner deutschen Stadt ne Anfrage über Israel? Was hat er denn damit zu schaffen?

    • Ich weiß ja nicht, was unter OBM zu verstehen ist. Ich habe „OB“ geschrieben, das ist „Oberbürgermeister“. Und dass der in der Stadt, die er regiert, Anfragen beantworten muss, ist ja wohl selbstverständlich.

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