Holocaust-Gedenktag

Vorab: Ich bin für diesen Gedenktag. Er ist wichtig, weil es solche Drecksäcke wie Ahmadineschad gibt. Und viele weitere, die nicht so „prominent“ sind.

Jetzt hatte neulich der Herr UNO-Generalsekretär etwas von sich gegeben, das mir zeigt, wie „ernst“ dieser Tag von solchen Leuten wie ihm genommen wird: Er forderte dazu auf am 27. Januar allen Menschen zu gedenken, die im Holocaust ihr Leben verloren haben.

Ihr „Leben verloren“ – nicht vergast, ermordet, vernichtet. Verloren. So, wie wenn keiner wirklich etwas dafür kann, dass 6 Millionen Menschen nicht mehr am Leben sind. Eine Naturkatastrophe. Nicht mit industriellem Herangehen ermordet. Ihr „Leben verloren“. Wie wenn man unterwegs ist und da geht etwas verloren, z.B. ein Schlüsselbund.

Für mich ist das mindestens an Verhöhnung der Opfer grenzend. Eher diese Grenze überschreitend.

Und dann frage ich mich noch etwas: Wieso soll eigentlich immer nur der Toten gedacht werden, nicht aber der Überlebenden? Warum werden Tote geehrt, aber nicht diejenigen, die dem Tod gerade noch entgangen sind? Schließlich mussten/müssen diese Überlebenden seitdem mit dem Erlebten leben und sind davon gezeichnet. Von den Erinnerungen, den Erlebnissen, den Bildern, die sie nie aus den Köpfen bekommen können?

Wäre es nicht an der Zeit, nicht nur um die toten Juden (und „Zigeuner“ usw.) zu trauern, sondern auch den Davongekommenen die Ehre zu erweisen? Sie genauso in die Erinnerung an das Grauen einzubeziehen, wie man es mit den Toten tut? Ist es nicht an der Zeit, dass man sich auch vor ihnen verbeugt wie vor den Toten?

Herrn Ban kann man wohl nicht vorwerfen, dass er daran nicht denkt. Vielleicht nicht einmal, dass er so gedankenlos ist von Menschen, die „ihr Leben verloren“ zu sprechen. Was man ihm aber vorwerfen muss: Er wirft den Juden vor, sie seien die Ursache zahlreicher Konflikte:

Die Entwicklung in der arabischen Region ist auch von langwierigem Konflikt, Ungerechtigkeit und Besatzung gebremst worden. Der Stillstand im Friedensprozess zwischen den Palästinensern und den Israelis ist besonders beunruhigend.

Was ist das? Die Araber können nicht anders, weil Israel existiert? Deshalb sind sie nicht in der Lage in ihren Ländern eine positive Entwicklung zu bewerkstelligen? Weil Israel sich nicht vernichten lässt und nicht bereit ist zu Bedingungen „Frieden“ zu schließen, die seine Vernichtung sicherstellen, haben die anderen Staaten der Region keine Chance auf wirtschaftliche, politische und demokratische Entwicklung? Die Ägypter sind in einer so katastrophalen Lage, weil Israel die „Westbank“ „besetzt“? Die Jordanier kommen wirtschaftlich nicht voran, weil sie nicht in Lage sind etwas anderes zu tun als auf Israel zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange? Und die syrischen Rebellen wie der Gewaltherrscher und seine Handlanger ermorden sich, weil Israel seine Truppen im Jordantal stehen hat?

Wie krank muss man sein, um das von sich zu geben? Wenn es so wäre, wie Ban behauptet, warum ist Israel dann so erfolgreich? Warum gibt es in Israel Demokratie, Wirtschaftswachstum, Start-ups ohne Ende und eine Unmenge nobelpreisverdächtiger Wissenschaftler? Israel ist auch von diesem langwierigen Konflikt betroffen, hat einen Militärhaushalt, der über den anderer deutlich hinaus geht, Menschen, die Jahr für Jahr Reservedienst leisten müssen und in dieser Zeit der Wirtschaft fehlen; Menschen, die drei Jahre Militärdienst leisten müssen und dazu ihre Ausbildung unterbrechen und dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Es hat nicht die Ressourcen aus Ölvorkommen, das die arabischen Staaten rundherum haben. Und dennoch blüht dieses Land, ist der Beweis dafür, dass es anders geht als bei den Nachbarn.

Aber Herr Ban macht die Israelis, nicht die Gewaltherrscher, nicht die Muslim-Extremisten, nicht die islamische bzw. totalitäre Ordnung bei den Arabern mit ihrer unsäglichen Unterdrückung verantwortlich. Auch nicht den Terror gegen die Juden. Ihn beunruhigen besonders die Besatzung und der Stillstand im „Friedensprozess“. Das ist es, was zählt. Die Juden als die Bösen.

Dafür gibt es ein Wort. Das sich der Typ mit Sicherheit verbitten wird. Wie fast alle, auf die es zutrifft.

Lese-Empfehlung zum Thema:
Bei der Audiatur-Stiftung beschreibt Manfred Gerstenfeld, wie der Holocaust-Gedenktag im Westen missbraucht wird, um Judenhass zu verbreiten und Israel zu verunglimpfen.

5 Gedanken zu “Holocaust-Gedenktag

  1. Klasse…..Heplev….voll auf die Zwölf!!!

    Genauso sieht es aus und ich wünschte mir, die Knalltüte Ban, würde Deinen
    Artikel hier lesen! ER KANN EINE GANZE MENGE VON DIR LERNEN!

    Weiter so…Heplev! 😉

  2. Die UN ist ohnehin ein anti-israelischer Saftladen. Und Ban spricht da die Mehrheitsmeinung aus, bzw. er laviert.

    Es wird überhaupt die Tendenz erkennbar, das ganze Geschehen als Unfall darzustellen. Und ist nicht der, der verunfallt ist, immer auch ein wenig selber schuld. Das kann man täglich im Strassenverkehr sehen, oder bei Haushaltsunfällen. Da die Versicherung erstmal auf eine Mitschuld abhebt ist ihre Mithaftung reduziert.

    So läuft das auch mit uns und unserem Umgang mit dem Holocaust. Das gibt sich aber sofort, wenn man einen Zeitzeugen noch persönlich kennengelernt hat oder wenn man mal, abseits von Gedenktagen öffentlichem Betroffenheitsgesülze etc. eine Gedenkstätte oder Yad Vashem für sich alleine durchläuft und sich mit Einzelschicksalen auseinandersetzt.

    Klassenfahrten halte ich für eher kontraproduktiv.

  3. Ein großartiger Artikel!
    Man muß nicht krank sein um so zu denken wie Ban ki Moon. Man muß nur die
    Denkfähigkeit verloren haben. Falls diese überhaupt je vorhanden war.
    LG
    caruso

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