Das Böse, mit dem wir konfrontiert sind

Michael Freund, Jerusalem Post, 12. Februar 2013

Obwohl Israels neue Koalitionsregierung noch nicht einmal gebildet ist, beginnt der internationale Druck auf den jüdischen Staat schon zu steigen, den Palästinensern gegenüber Zugeständnisse zu machen.

Auf einer Pressekonferenz überschlugen sich letzten Woche US-Vizepräsident Joe Biden und der französische Präsident Francois Hollande damit zu betonen, dass Europa Schritte unternehmen wird Israel und die Palästinenser zurück an den Verhandlungstisch zu bekommen. „Jetzt, wod ie Wahlen in Israel hinter uns liegen“, sagte Hollande Reportern, „werden wir sicher stellen, dass sowohl die USA als auch Europa die Wiederbelebung von Verhandlungen unterstützen, die zu einer Zweistaatenlösung führen können.“

Derweil sollen sowohl US-Präsident Barack Obama wie auch der neu ernannte Außenminister John Kerry jeder für den nächsten Monat Besuche in der Region planen, die mit Sicherheit mehr als reine Höflichkeitsbesuche sein werden. Obama und Kerry werden zweifelsohne von Israel erwarten verschiedene „Gesten“ gegenüber den Palästinensern zu leisten, als Zeichen von „gutem Willen“, damit die Gespräche wieder in Gang kommen. Und so wird Israel sich einer erneuerten Welle an Forderungen gegenüber sehen, um seinen Einsatz für den Frieden zu beweisen, indem sie verschiedenen palästinensischen Forderungen nachgeben.

Was die internationale Gemeinschaft – und sogar unsere Verbündeten – klar aus den Augen verloren haben, ist der wahre Charakter des Kampfes, in dem Israel sich befindet – eines Kampfes, der uns gegen einen Feind antreten lässt, der sich unserer Vernichtung auf die Fahnen geschrieben hat. Trotz 20 Jahren israelischer Zugeständnisse seit den Vereinbarungen von Oslo 1993 haben es die Palästinenser restlos abgelehnt die Gewalt und Einschüchterung aufzugeben; sie haben außerdem keinerlei Bereitschaft gezeigt auch nur einen minimalsten Kompromiss einzugehen, um eine endgültige Vereinbarung zu schließen.

Einfach ausgedrückt: Dies ist kein Kampf um Grenzen, sondern ein Zusammenprall von Zivilisationen. Es handelt sich um eine monumentale Kollision zwischen Gut und  Böse, Wahrheit und Lüge, Richtig und Falsch.

Diese Woche bietet dabei eine nüchterne und schmerzliche Erinnerung daran, welcher Art von Feind sich Israel ausgesetzt sieht.

Der kommende Freitag bildet den zweiten Jahrestag des hebräischen Kalenders für einen der brutalsten palästinensischen Terroranschläge in der Geschichte der Region. Es war der 6. Adar vor zwei Jahren, als Amjad Awad und Hakim Awad aus dem Dorf Awarta in die nahe gelegene jüdische Gemeinde Itamar eindrangen und fünf Mitglieder der Familie Fogel am Sabbat in ihrem Haus abschlachteten. Mit abschreckender Grausamkeit gingen die Täter von Raum zu Raum und schlitzten erbarmungslos die Kehlen von Ruth und Udi Fogel und dreien ihrer Kinder auf: Yoav (11), Elad (4) und die drei Monate alte Hadas. Nach ihrer Festnahme brachten die beiden Terroristen keine Reue für ihr Tun zum Ausdruck; sie sagten, hätten sie gewusst, dass zu dieser Zeit zwei weitere Kinder im Haus der Fogels schliefen, hätten sie sie ebenfalls ermordet.

Viele Palästinenser reagierten mit purer Freude auf die Nachricht von dem Massaker; sie verteilten in den Straßen von Rafah Süßigkeiten an Passanten, als hätte ihr Verein gerade die Weltmeisterschaft gewonnen. Und eine kurz danach durchgeführte Umfrage stellte fest, dass sage und schreibe 32 Prozent der Palästinenser sagten, sie unterstützen diese widerwärtige Mordtat.

Das Gemetzel in Itamar – wie die Unzahl an Bomben in Bussen, Raketenangriffen und Entführung von Soldaten im Lauf der Jahre – sollte als offensichtliche Erinnerung an die Verkommenheit unserer Feinde dienen. Es sagt eine Menge über die palästinensische Gesellschaft und besonders ihre Führung aus, dass sie solches Verhalten billigt und weiterhin die Täter solchen Terrors als Helden preist.

Das sind eindeutig keine Leute, mit denen eine dauerhafte Vereinbarung geschmiedet werden kann, so sehr wir oder die internationale Gemeinschaft auch etwas anderes glauben wollen.

Daher ist es an der Zeit die Täuschung aufzugeben, die den Friedensprozess all die Jahre gestützt hat und das Offensichtliche zugeben: Die Palästinenser wollen nicht wirklich mit Israel in Frieden leben. Sie haben reichlich Gelegenheit gehabt das zu tun, haben aber jedes Angebot, selbst die großzügigsten, abgelehnt, ohne jegliche Schuldgefühle oder Reue.

Wenn also europäische oder amerikanische Führungspolitiker wieder einmal auf eine Zweistaatenlösung drängen und jüdische Gemeinden in Judäa und Samaria als „illegitim“ brandmarken, schütten sie nur Öl ins Feuer. Denn wenn jüdische Siedler wiederholt als „Besatzer“ etikettiert werden, liefert das dann nicht schlicht denen Rechtfertigung, die sie angreifen?

Was die Welt einfach nicht begreift, ist, dass der Schlüssel zum Frieden nicht in der Entfernung der Juden aus ihren Häusern liegt, sondern in der Ausmerzung der Täuschungen eines möglichen Sieges aus den Herzen der Palästinenser. So lange sie weiter glauben, dass die jüdische Präsenz im Nahen Osten zeitlich begrenzt ist und dass die Zeit und die internationale Rückendeckung auf ihrer Seite ist, werden unsere Feinde weiter mit ihren aggressiven Absichten Druck machen, Gewalt und Terror anwenden, um ihre Ziele zu erreichen.

Mit dieser Art von Niedertracht kann nicht verhandelt werden, genauso wenig kann Vernunft über sie obsiegen. Gegenüber solcher Feindseligkeit wagt Israel es nicht, sie weiter zu stärken, indem es ihren Forderungen nachgibt. Dem Bösen, mit dem wir konfrontiert sind, muss entgegengetreten werden, man darf es nicht beschwichtigen.

Wenn nur die Welt endlich ihre Augen öffnen und sehen würde.

Ein Gedanke zu “Das Böse, mit dem wir konfrontiert sind

  1. Der Westen will um einen kurzfristigen Vorteil wegen blind bleiben und ist bereit – wenn es anders nicht geht(???) – Israel zu opfern. Israel ist dem Westen lästig, trotz aller schönen Worte. Der Westen hilft Israel in und mit vergleichsweise kleinen Sachen. Nur was das Wesentliche betrifft wird Israel von ihm in Stich gelassen. So sehe ih die Lage.
    lg
    caruso

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