Das Märchen von der palästinensischen Unschuld

Lyn Julius, Times of Israel Blogs, 2. Februar 2013

Meine Organisation, Harif, will die Geschichte von 2.500 Jahren jüdischer Geschichte und Kultur in dem, was als arabische Welt bekannt ist, erzählen. Es handelt sich um eine Geschichte mit einem dramatischen Ende: 99 Prozent dieser Juden – die 1948 eine Million zählten – sind im Zeitraum von einer Generation geflohen.

Wenn die Leute von der jüdischen Vertreibung erfahren, reagieren sie in der Regel mit Mitgefühl. Juden aus arabischen Ländern haben einen Anspruch auf Anerkennung und Entschädigung, wird zu gegeben.

Doch diese Anerkennung und Entschädigung muss von arabischen Staaten kommen, sagen sie.

In der Tat ist eines der beständigsten Märchen das, die Palästinenser hätten keine Verantwortung für den Exodus der Juden aus zehn arabischen Staaten zu tragen. Die Palästinenser sind unschuldig, haben kein Unrecht begangen.

Bedauerlicherweise entstammt diese Haltung Ignoranz und Wunschdenken. Von Anfang an war die palästinensische Sache eine panarabisch-nationalistische. Sie hat außerdem eine mächtige islamistische Dimension: Die Hamas und die Muslimbruderschaft zielen nicht darauf ab einen Palästinenserstaat aufzubauen, sondern wollen islamisches Wakf-Land von den Juden zurückerobern. Von früh an nahm die Kampagne für Palästina einen antisemitischen Ton an. Sollte der Einheits-Deal von Fatah und Hamas von Dauer sein, kann nicht mehr zwischen nationalistischer und religiöser Ablehnung eines souveränen jüdischen Staates gewählt werden.

Doch die Rolle des palästinensischen Großmufti von Jerusalem, Hadsch Amin al-Husseini, in der Aufhetzung zu Hass auf und Gewalt gegen Juden schon in den 1920-er und 1930-er Jahren ist unbestreitbar. Der Mufti zettelte nicht nur 1920 und 1929 tödliche Unruhen in Palästina an, es ist wohlbekannt, dass die Krawalle, die zum Mord an 133 Juden in Hebron und Safed führten, von der Lüge ausgelöst wurden, dass die Al-Aqsa-Moschee in Gefahr war.

Wohin auch immer der Mufti in der arabischen Welt ging, folgten Verfolgung und Chaos gegen die örtlichen Juden.

Im Dezember 1931 veranstaltete der Mufti eine islamische Weltkonferenz in Jerusalem. In irakischer Delegierter merkte an: „Wenn die Juden weiter machen, werden wir keine andere Wahl haben als die Juden auf die einzige Art zu behandeln, die sie kennen.“

„Die einzige Art, die sie kennen“ bedeutet, dass Juden als unterwürfige Dhimmis behandelt werden sollten, den Muslimen unterlegen und total ihrer Gnade ausgeliefert. Nach Druck der westlichen Mächte auf das ottomanische Reicht im 19. Jahrhundert war das Dhimmitum weitgehend abgeschafft worden. Doch 1921, machen die jemenitischen Juden geltend, wurde auf palästinensischen Druck ein Dekret wieder eingeführt, das jüdische Waisen zwang zum Islam zu konvertieren. Es geschah, nachdem eine palästinensische Delegation den Jemen besucht hatte, um zu verlangen, dass der Imam alle Einwanderung nach Palästina stoppt. Das Waisen-Dekret, argumentiert der Forscher SD Goiten, war der wichtigste Einzelgrund, warum die Juden so verzweifelt aus dem Jemen fliehen wollten.

Ab 1931 sprach der Mufti nicht mehr von Zionisten, sondern von Juden. Alle Araber dazu angehalten mit den Juden ihrer Länder so umzugehen, „wie die Juden mit den Arabern Palästinas umgehen“.

Dem Kongress folgte Gewalt in Marokko – in Casablanca 1932, in Casablanca und Rabat 1933, in Rabat und Meknes 1937 und in Meknes 1939. In Tunesien löste eine Entente aus tunesischen Nationalisten und dem palästinensisch-arabischen Hohen Komitee 1932 Gewalt in Sfax aus. Alles lange vor der Gründung des Staates Israel.

Britische Berichte vermerkten die intensive Propaganda im Jemen. Jüdische Flüchtlinge versuchten in das britisch kontrollierte Aden zu gelangen. 1939 wurde eine Menge gegen die Briten und die Juden aufgestachelt, indem ihnen gefälschte Fotografien arabischer Kinder gezeigt wurden, die an Telegrafenmasten hingen. Andere Zeitungen berichteten verlogen, dass Tausende Araber getötet und Bomben an muslimischen Orten in Jerusalem geworfen wurden.

Doch die schlimmste Hetze mit den tödlichsten Folgen für alle fand im Irak statt: 1939 spielten palästinensische Lehrer, die von den Briten zusammen mit dem Mufti nach Bagdad vertrieben wurden, zusammen mit syrischen und libanesischen Emigranten eine Schlüsselrolle beim Anfachen der Flammen des Judenhasses mit falscher Propaganda. Der Mufti höchstpersönlich plante einen pro-Nazi-Coup, um die probritische Regierung zu stürzen. Mit der britischen Armee an den Toren von Bagdad war der Mufti gezwungen ins Exil zu gehen – aber nicht, bevor er die Araber von Bagdad scharf gemacht hatte die Farhud von 1941 zu entfesseln. Das Pogrom forderte das Leben von mindestens 140 Juden, von denen viele verstümmelt und vergewaltigt und 900 Geschäfte geplündert und zerstört wurden.

Danach ist die Kollaboration des Mufti mit den Nazis – trotz eifrigen arabischen Bemühungen das herunterzuspielen – gut dokumentiert. Er flüchtete nach Berlin und strebte nach der Lizenz der Nazis die Juden in arabischen Ländern wie auch Palästina „auf dieselbe Art, wie das Problem in den Ländern der Achse gelöst wurde“ auszulöschen. Er stellte eine bosnisch-muslimische SS-Division auf, die 80 Prozent der bosnischen Juden abschlachtete. Vor dem palästinensischen Massen-Exodus brütete die Arabische Liga einen Plan für nach dem Krieg aus, mit dem nach der Art von Nürnberg die Verfolgung der jüdischen Bürger als feindliche Ausländer verfolgt werden sollten.

Die Entscheidung der Arabischen Liga ihren verhängnisvollen Krieg von 1948 gegen den frischgebackenen Staat Israel wurde nach erbitterter Lobbyarbeit des palästinensischen Mufti getroffen.

Nein, die Palästinenser sind nicht die unschuldigen Opfer, die sie zu sein behaupten.

Die Palästinenser müssen sich ihrer Verantwortung stellen, dass sie nicht nur den Konflikt mit Israel antreiben, sondern dass sie ihren Part bei der ethnischen Säuberung der Juden aus der arabischen Welt spielten – die jetzt fünfzig Prozent der israelischen Staatsbürger stellen. Wenn ihre Entscheidungen sie den Weg in Elend und Katastrophe führte, dann müssen sie allein ihre eigene Führung dafür verantwortlich machen.

2 Gedanken zu “Das Märchen von der palästinensischen Unschuld

  1. Wer sich für die Geschchte der Juden in muslimischen Ländern interessiert und halbwegs Englisch beherrscht, dem sei das Buch „In Ishmaels House“ wärmstens empfohlen. Es ist einfach grandios und ein Augenöffner. So von wegen: Islamische Toleranz und friedliches Zusammenleben.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.