Israel-Bashing in der israelischen Filmwelt

Isi Leibler, Israel HaYom, 7. März 2013

Es ist ein deprimierendes Spiegelbild unserer Zeit, dass viele von uns erleichtert seufzten, als keine der beiden für den Oscar nominierten israelischen Dokumentationen einen Preis erhielt.

In der derzeitigen, pervertierten Umwelt ist es zum Kennzeichen der linksliberalen politischen Korrektheit geworden Israel als rassistisches und kolonialistisches Implantat abzubilden, das den palästinensischen Underdogs aufgezwungen wurde, auch wenn das die Verzerrung der Wirklichkeit nötig macht.

In Israel sind Kunstfachleute sich bewusst, dass ein Werk zu schaffen, mit dem ihr Staat besudelt wird, die Aussichten erhöht globale Anerkennung zu erzielen. Das erklärt teilweise, warum so viele der jüngsten israelischen Filme mit einer sozialen oder politischen Dimension, die für ein internationales Publikum geschaffen wurden, dazu tendiert haben auf masochistische Weise kritisch und erniedrigend sind.

Was das Ganze noch abenteuerlicher macht: In vielen Fällen werden fanatisch antiisraelische Filme vom israelischen Steuerzahler subventioniert.

Veranschaulicht wurde dies von der Israel schlecht machenden Dokumentation „Five Broken Cameras“, die Proteste gegen den Bau der Sicherheitsbarriere in Bil’in ohne jeglichen Hinweis darauf darstellt, warum eine Sicherheitsbarriere und Checkpoints nötig wurden. Der Film dämonisiert Israels Verwaltung der umstrittenen Gebiete und stellt die Israel Defense Forces als grausame, herzlose Tyrannen dar, während er die Palästinenser als edle Underdogs vorstellt.

Der Film wurde von einem linksextremen Israeli mit inszeniert, der den globalen Boykott seines Landes unterstützt; ebenso von einem Palästinenser, der die Chutzpe hat zu fordern, dass die von der Regierung subventionierte Dokumentation nicht als israelische Produktion gekennzeichnet wird.

Die meisten Israelis würden es als oberste Stufe des Irrsinns, dass die Regierung ein Unternehmen finanziert und ihm effektiv Legitimität verleiht, das sich an einer globalen Kampagne zu seiner Verunglimpfung und Delegitimierung beteiligt ist und sein Recht auf Selbstverteidigung in Frage stellt.

Die andere Oscar-Nominierung, „The Gatekeepers“ [deutscher Grusel-Titel: „Töte zuerst“] wirft weit komplexere Fragen auf. Doch dieser Film fügt Israels Ansehen wahrscheinlich beträchtlich mehr Schaden zu, als die krudere Propagandaproduktion.

Diese von Regisseur Dror Moreh hat mehr als 70 Stunden Interviews mit fünf ehemaligen Leitern des Shin Bet von 1980 bis zur Gegenwart zur Grundlage; alle dienten dem Staat mit Auszeichnung. Wir können nicht feststellen, ob die dargebotenen Auszüge die Ansichten der Teilnehmer fair und ausgewogen darstellen, aber bisher hat keiner von ihnen protestiert, dass er falsch dargestellt wurde.

Der Film stellt Israel zweifellos negativ dar. Es wird als koloniales Implantat präsentiert und vollgestopft mit harschen Verurteilungen angeblicher Folter, Rassendiskriminierung, gezielter Tötungen, unnötiger Gewalt und Unterdrückung in den umstrittenen Gebieten. Er schildert grausame Militärkommandeure, „die die Schlachten gewinnen, aber den Krieg verlieren“.

Avraham Shalom, einer der ehemaligen Shin Bet-Leiter, erklärte zunächst, „beim Terrorismus gibt es keine Moral“ und jede Maßnahme unschuldiges Leben zu retten ist berechtigt. Doch zum Ende des Films merkt er an, dass „wir grausam wurden“ und bestritt die Moral der derzeitigen Politik. Es wird sogar eine obszöne Analogie zwischen israelischer und Nazi-Besatzungspolitik gezogen, womit impliziert wird, dass wir Völkermord, ethnische Säuberung und Apartheid betreiben.

Diese extrem kritische Darstellung wirft weitere wichtige Fragen auf. Ohne irgendwie von ihrem Dienst in Verteidigung des Staates abzulenken, sind wir nicht verpflichtet, dass diese fünf ehemaligen Leiter des Shin Bet als heilige Kühe behandeln. Man das das Recht zu fragen, warum sie im Amt so still bleiben und es unterlassen haben, solche Ansichten zum Ausdruck zu bringen, bis sie in Rente gingen. Wenn sie in diesen Fragen solche starke Gefühle hegen, warum traten sie nicht zurück?

Es sind sicher ernste Fragen des Anstands involviert, wenn hochrangige Geheimdienstler mit ihrer Pensionierung sentimental werden und öffentlichen die Untergrabung der während ihrer Karriere umgesetzten Politik betreiben. Das ist insbesondere der Fall, da dies nicht der erste Ausbrauch dieser Art von ehemaligen Shin Bet-Leitern war. 2003 forderten vier ehemalige Shin Bet-Chefs öffentlich einseitigen Rückzug. Wir sind uns alle der katastrophalen Folgen bewusst, die das Ergebnis waren, als Ariel Sharon ihre Empfehlungen umsetzte und die Siedlungen des Gazastreifens beseitigte. Die abgegebenen Gebiete wurden sofort von der Hamas übernommen und als Startrampen für weiter nach Israel hinein reichende Raketen genutzt.

Mein Zorn richtet sich allerdings gegen Dror Moreh, der im Bewusstsein, dass seine Produktion schwerwiegende internationale Auswirkungen haben könnte, wenigstens das unterstellte Leid und die Schikanierung von Palästinensern in ihren Zusammenhang hätte stellen können statt diese Dinge fast komplett isoliert zu behandeln.

Moreh bot zu wenig Betonung des Zusammenhangs mit dem Terror, der Israel verpflichtet harte Schritte zur Verteidigung des Lebens seiner Bürger zu unternehmen. Er hätte größere Betonung auf die Schwärme an Selbstmordbombern legen müssen, die während der zweiten Intifada unschuldige Israelis zu Zielen machten mehr als 1.100 und ermordeten; den völkermörderischen Hass und die Aufforderungen den jüdischen Staat auszulöschen; die Gehirnwäsche bei palästinensischen Kindern vom Kindergartenalter an, damit sie glauben, dass das höchste Ziel des Islam der Märtyrertod mit der Ermordung von so vielen Israelis wie möglich ist; die Auswirkungen auf ein Viertel der israelischen Bevölkerung, das von 13.000 Raketen traumatisiert ist, die von 2005 bis 2012 auf sie abgeschossen wurden, was sie und ihre Familien verpflichtet viel von ihrer Zeit in Bunkern im Untergrund zu verbringen.

Er hätte erwähnen müssen, dass die Premierminister Ehud Barak und Ehud Olmert wurden zurückgewiesen, nachdem sie 95 Prozent der Gebiete jenseits der Grünen Linie der palästinensischen Autonomiebehörde anboten und obwohl Premierminister Netanyahu einen zehnmonatigen Siedlungsbaustopp verhängte und zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen aufrief, lehnten die Palästinenser all diese Angebote ab.

Stattdessen nutzte Moreh seine Dokumentation, um das geistlose Mantra des „Endes der Besatzung“ zu wiederholen.

Keiner der Interviewten legte nahe, dass der Terror aufhören würde, wenn Israel aus den umstrittenen Gebieten abzieht; sie schlugen auch keine konstruktive Lösung vor. Sie waren sich auch voll bewusst, dass die riesige Mehrheit der Israelis sich danach sehnt sich von den Palästinensern zu trennen und nicht den Wunsch hegen, über sie zu herrschen. Doch sie erkennen, dass dies einseitig zu tun – ohne jegliche angemessenen Sicherheitsarrangements – praktisch nationaler Selbstmord sein würde.

Fakt ist, dass Moreh einen Film mit einer Agenda produzierte, der nach Angaben des ehemaligen IDF-Generalstabschef und Vizepremierministers Moshe Ya’alon auf einen gezielten Einsatz zur Förderung eines verzerrten palästinensischen Narrativs zur Dämonisierung Israels hinausläuft.

Moreh selbst bestätigte dies, als er ausdrücklich seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass US-Präsident Barack Obama, Außenminister JohnKerry und Verteidigungsminister Chuck Hagel diesen Film sehen und dadurch dazu ermutigt würden, mehr Druck auf die israelische Regierung auszuüben.

Es gab Proteste, die Regierung würde Gelder der Steuerzahler nutzen, um globale antiisraelische Propaganda zu unterstützen. Kultur- und Sportministerin Limor Livnat formulierte Abneigung etwas einzuführen, von dem sie fürchtete, es würde als politische Zensur verurteilt werden. Sie rief allerdings verantwortungsvolle Filmemacher auf Zurückhaltung zu üben, weil sie um die schweren Schäden wissen, die sie Israel im Krieg der Ideen zufügen können, wenn sie der Propaganda unserer Feinde befriedigen. Sie drängte sie außerdem die Empfindlichkeiten tausender Israelis zu akzeptieren, die durch den palästinensischen Terror geliebte Menschen verloren und anderes Leid erfuhren.

Wir freuen uns alle auf den Tag, an dem talentierte Produzenten aus unseren Reihen kommen,d ie Arbeiten schaffen, die der Welt unsere außergewöhnlichen Leistungen zeigen und dass wir, obwohl wir der einzige Staat der Welt unter ständiger Bedrohung sind, ein Leben sprühender, demokratischer Staat in diesem regionalen Kessel islamischer Tyranneien bleiben.

Inzwischen sollten wir, ohne die Einführung kompletter Zensur, Mittel finden, dem Irrsinn der Verwendung israelischer Steuergelder für die Werbung für globale antiisraelische Propaganda ein Ende zu setzen, die dazu geschaffen ist den Staat zu verleumden.

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3 Gedanken zu “Israel-Bashing in der israelischen Filmwelt

  1. Einen Film zu machen um Aufmerksamkeit zu erwecken, einen Film der das eigene Land besudelt, das in einer so schwierigen Lage ist wie Israel, ist für mich Zeichen einer Charakterlosigkeit sondergleichen. Und die Mitarbeiter des Amtes das solches unterstützt… ich glaube, sie sind eine Versammlung von Gehirnerweichter. Sorry.
    lg
    caruso

    • Steht Ihnen, Caruso, wirklich zu, israelische Filmemacher als „eine Versammlung von Gehirnerweichter..“ zu titulieren? Ich gehe davon aus, dass Sie nicht israelischer Staatsangehöriger sind! Dann erwarten und akzeptieren Sie von „allen“ Israelis nur all das, was Sie (aus Ihrer subjektiven Sicht) als richtig definieren! Ich (als Jude) bin absolut nicht in allen Punkten mit der Sicht von gewissen linken (und genauso wenig mit derjenigen der israelischen Rechten) einverstanden! Aber das berechtigt mich nicht entfernt, nur meine Sichtweise auf das ganze politische israelische Spektrum zu übertragen! Israel ist nun einmal eine sehr lebhafte Demokratie, die eine lebhafte, vielfältige, und auch sehr kontnroverse Diskussion zulässt. Wie sagt man so schön: wenn ich einem Menschen in Freundschaft begegne, dann muss ich mich bemühen, diesen Menschen mit allen Eigenschaften zu akzeptieren versuchen (auch mit Eigenschaften, mit denen ich Mühe habe)! Wenn ich Ihre Zeilen lese, scheint Ihnen das abzugehen! Herzlichen Gruss! Dani Schürch-Tal, Zürich

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