Kommentar – „Töte zuerst“

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 6. März 2013 (direkt vom Autor)

Schon der deutsche Titel des Films „Töte zuerst“ des israelischen Regisseurs Dror Moreh, wie er bei der ARD ausgestrahlt worden ist, stimmt nachdenklich. Erstmals melden sich sechs ehemalige Chefs des Inlandsgeheimdienstes „Schin Beth“ vor der Kamera zu Wort, um über ihre Fehler und die moralische Problematik ihrer Teils schmutzigen und moralisch umstrittenen Arbeit zu sprechen. Ursprünglich hieß der Film auf Englisch „The Gatekeepers“ (Torwächter). Der Koproduzent NDR beschloss jedoch, ein halbes Zitat von Geheimdienstchef Avi Dichter als Titel zu verwenden. Wie Andrea Lauser vom DIG Freiburg in einem Briefwechsel mit dem NDR richtig feststellte, lautet das komplette Zitat aus dem Talmud: „Wenn jemand kommt, dich zu töten, steh auf, und töte ihn zuerst.“

Das ist die klassische Definition von Notwehr, wie sie auch im deutschen Grundgesetz verankert ist und für jeden deutschen Polizisten gilt. Gleiches gilt auch für Militär und Geheimdienste. Sie haben die Aufgabe die Bürger ihres Staates zu beschützen. Und wenn die mit Gewalt angegriffen werden, ist es oft unumgänglich, selber Gewalt anzuwenden.

Neben diesem verkürzten und deshalb verfälschenden Titels des für den Oskar vorgeschlagen „Dokumentarfilms“ muss man sich fragen, was der Film bezweckte. Jenen, die fern von Israel leben und den israelischen Geheimdienst wohl für eine Verbrecherorganisation halten, liefert der Film eine billige Bestätigung für Israel als Staat, der vermeintlich palästinensischen Terror provoziert und selber schuld am mangelndem Frieden und den eigenen Toten trägt. Doch zeigt dieser Film eher einen Staat mit Geheimdienstchefs, für die Moral der höchste Wert ist und gerade deshalb kehren sie die eigenen Fehler hervor.

Wer die mit manipulierten historischen Filmdokumenten dargestellten Ereignisse verfolgt oder gar miterlebt hat, erfährt nichts Neues über die gezielt herausgepickten Pannen und Skandalaffären des Geheimdienstes.

So ist willkürlich 1967 als Ausgangspunkt ausgewählt worden. Geschickt wird ausgeblendet, dass palästinensischer Terror und arabische Kriege gegen Israel und seine jüdische Bevölkerung schon vor 1967 existierten. Im Vorspann werden nur Gaza und das Westjordanland thematisiert, obgleich Israel 1967 auch die ägyptische Sinaihalbinsel und die syrischen Golanhöhen eroberte, wo auch Menschen leben. Gar kein Thema sind die in Israel lebenden Araber, die heute zwanzig Prozent der Bevölkerung ausmachen. Wiederholt stellten auch sie ein akutes „Sicherheitsproblem“ dar, indem sogar arabische Knesset-Abgeordnete wie Asmi Bischara gemeinsame Sache mit dem Feind machten. Ebenso blendet der Film den weltweiten Antisemitismus und islamistische Vernichtungsaufrufe und Träume gegen Israel aus. Der Film enthält sogar faktische Ungenauigkeiten. Im dramatischen Ton eines historischen Nachrichtensprechers von 1967 wird da verkündet: „Plötzlich gelangten eine Million Palästinenser unter israelische Kontrolle“. Das ist eine anachronistische Formulierung, denn diese Araber wurden frühestens ab 1968 als „Palästinenser“ bezeichnet. Die Geheimdienstchefs beklagten mit politisch gefärbter Kritik an der Regierung und dem Parlament, dass „alle“ Mitglieder eines rechtsgerichteten jüdischen Terrorrings vorzeitig begnadigt worden seien. So soll dem ahnungslosen Zuschauer weisgemacht werden, dass die israelischen Regierungen selbst mit Verbrechern unter den Siedlern gemeinsame Sache machen. Doch auch das ist faktisch falsch. Nicht nur sitzt der Rabinmörder weiterhin im Gefängnis. Auch Ami Popper oder Jona Abrushmi, die aus politischen Motiven Araber ermordet haben, sitzen weiterhin hinter Gittern, während der Staat Israel Hunderte arabische Massenmörder, teilweise nach nur kurzer Haftstrafe freiließ, im Rahmen von Gefangenenaustauschen. Darüber fällt in dem Film kein einziges Wort.

Regisseur Dror Moreh hatte die sechs noch lebenden Geheimdienstchefs zu Pannen befragt, die in Israel längst bis ins letzte Detail diskutiert worden sind. Ein klassisches Beispiel ist die Tötung von zwei Terroristen, die einen Bus der Linie 300 entführt hatten. Beide Männer waren lebendig gefangen worden, was Pressefotos belegten. Nach ihrer Festnahme sind sie von Geheimdienstagenten ermordet worden.

Im Film werden Peinlichkeiten thematisiert, wie Soldaten, die mangels Arabischkenntnissen während einer Volkszählung den Arabern an der Haustür erklären: „Wir sind gekommen, Euch zu kastrieren“, anstatt korrekt zu sagen: „Wir wollen euch zählen.“ Ein wenig Humor heitert so das ernste Thema ein wenig auf.

Gewiss ist es pikant, mit Geheimdienstchefs über Moral und „Grenzen der Legalität“ zu philosophieren. Andererseits ist die Masche der Geheimdienstler etwas plump, die Fehler und Missstände auf ihre ehemaligen Vorgesetzten, nämlich die jeweiligen Regierungschefs abzuschieben. Das ist billige politische Polemik, die in einem vermeintlichen „Dokumentarfilm“ nichts zu suchen haben sollte. Natürlich ist es positiv, wenn Geheimdienstagenten über „außergerichtliche Hinrichtungen“ nachdenken. Am Ende muss man sich fragen, was die selbstkritischen Geheimdienstchefs bezweckten, wenn sie mit ihren Vorgesetzten, den Ministerpräsidenten, abrechneten, die Pannen und eigenen Fehler hervorkehrten und dann auch noch politische Ratschläge erteilten.

Die Antwort dazu ist einfach. Die Interviewten sind heute allesamt Privatleute. Einige sind Politiker geworden. Der Film war für sie eine billige Methode, sich zu profilieren und mit Ruhm zu bekleckern. Sie haben nichts Neues erzählt und nur alte Kamellen aufgewärmt. Und weil auch die moralischen Fragen längst ausdiskutiert sind, wird der Film in Israel gar nichts bewirken, zumal er populistisch und mit billigen Mitteln seine private politische Meinung des Regisseurs hinausposaunt. Das ist sein gutes Recht und in Israel ein verbreitetes Phänomen.

Eine andere Frage ist, wie der Film im Ausland und besonders in Deutschland aufgenommen wird. Da hat allein schon der vom NDR (im Einvernehmen mit dem Regisseur) ausgewählte Titel „Töte zuerst“ dem Film eine inakzeptable politische Stoßrichtig zuerteilt.

Bitte auch lesen:
Die verliebten “Gatekeeper” [bezeichnender deutscher Filmtitel: „Töte zuerst – Der israelische Geheimdienst“]
Töte zuerst! Der israelische Geheimdienst

14 Gedanken zu “Kommentar – „Töte zuerst“

  1. >direkt AN den Autor<
    Nun, Ulrich W. Sahm, da muß ich Ihnen recht geben:
    "Am Ende muss man sich fragen, was die selbstkritischen Geheimdienstchefs bezweckten, wenn sie mit ihren Vorgesetzten, den Ministerpräsidenten, abrechneten, die Pannen und eigenen Fehler hervorkehrten und dann auch noch politische Ratschläge erteilten."
    Haben Sie sich das denn auch "gefragt"?

    Ich will mal sagen, ich habe diesen Leuten so sehr aufmerksam zugehört, wie ich auch Ihren Text gelesen habe, jedoch Widersprüche sind mir dabei nicht auf den Fuß gefallen, und wenn, dann nicht zwischen Ihrem Text und dieser Gruppe sondern innerhalb dieser Gruppe.
    "Sechs auf einen Streich", die "nichts mehr zu verlieren haben" (warum wohl?), die nichts mehr zu gewinnen haben (haben sie schon alles, oder resignieren sie nur?) – sechs solch tapfere Nationalisten wie diese, einst angetreten mit heren Ansprüchen, die sie offenbar alle nie vergessen haben, haben ihre Schuldigkeit getan – die "Mohren" könne gehen?
    So einfach, Herr Sahm, läuft das nicht.

    Bevor diese Leute noch mehr "zu erklären haben", was für sie dieser Film, diese freimütige öffentliche Artikulation nun sein soll, sollten Sie Herr Sahm erklären, WAS SIE MIT IHRER reichlich schmähenden Darstellung hier nun eigentlich sagen wollen,
    Sie reden viel um den heißen Brei herum ohne Ihr eigentliches Anliegen gegen diese um den Staat Israel offenkundig unbestreitbar reichlich verdienten sechs höchsten Beamten der inneren Sicherheit beim Wort zu nennen.

    Selbst wenn ich Sie verstehen will, bleibt NUR eben DIESE FRAGE, – oder ist das bei Ihnen grundsätzlich so, daß die belegten Äußerungen von sechs aufeinander folgende Geheimdienstchefs längst nicht soviel Gewicht haben sollen, wie eine nachgereichte des einzelnen Herren Ulrich W. Sahm aus Jerusalem?
    Wenn ja, wäre zu empfehlen, daß Sie ihre Position in der Wertung prüfen und in der jetzigen Form leider nur geringfügiges Interesse der Allgemeinheit an Ihren Ausführungen zu vermuten ist.
    Es wäre schon gut, wenn sich da einiges aufklären ließe, das über "vollständige Zitate" (die bekannt sind in breitem Maße) hinausgeht und Aufschluß gibt über das Ihrige Anliegen in diesem Disput, eventuell werden Sie dann auch so verstanden, wie die sechs Ex-Chefs der israelischen Sicherheit, die halt nun gleich Ihnen halt Privatpersonen sind – oder beanspruchen Sie für sich mehr Wertigkeit für Ihre Privatsicht als (Nicht-Israeli) als die dieser Altgedienten?
    Dann wäre allerdings zu fragen, ob das Sie nicht eher eine moderne israelfeindliche Position vertreten, die Sie da einnehmen gegen die sechs höchsten Sicherheitsbeamten Israels der letzten ca. 30 Jahre …

    • Nachricht von Ulrich Sahm an „Lusru“:

      Herzlichen Dank für Ihre interessante Reaktion.
      Leider habe ich kein Wort verstanden. Vielleicht könnten Sie noch einmal ausformulieren, was Sie eigentlich von mir wollen?

      • Der Bloginhaber konnte sehr wol lesen, mit dem Verstehen dazu.
        Empfehle der Privatperson Herr Ullrich Sahm, der in Worten doch sehr kundig scheint, einfach noch einmal zu lesen, was da Lusru schrieb.

        Lusru hat sich nicht gescheut, aus verständlichem Grund auch den Text des Autors dreimal intensiv zu lesen, bevor er sich äußerte.
        Wie gesagt: der Bloginhaber kommt offensichtlich gut zurecht mit Lusrus Kommentar.

        • Wenn der von sich in dritter Person schreibende Leser den Text von Ulrich Sahm dreimal lesen musste, um ihn zu verstehen, dann weiß ich, wer hier die Probleme hat.
          Ansonsten. Den wirren Schwachsinn von Lusru hätte ich gar nicht freigeschaltet, wenn ich die Antwort von Ulrich Sahm nicht bekommen hätte.

        • An Lusru,
          Als Privatperson beschäftige ich mich anderen Dingen. als was ich beruflich tue, nämlich seit Jahrzehnten professionelle journalistische Berichterstattung. Von mir als „Privatperson werden Sie jedenfalls keine Antwort erhalten.

  2. Zuerst einmal einen herzlichen Dank, dass dieser Artikel von Ulrich Sahm nun auch hier zu lesen ist!
    Als dieser Artikel auf hagalil erschien, wurde er umgehend und überwiegend von Kommentaren der Vertreter der Julius-Streicher-Fraktion bedacht, die dort sehr rege ist.
    Dabei ging es den Streicher-Jüngeren weder um eine inhaltliche Auseinandersetzung noch um eine irgendwie sachlich geartete Diskussion; vielmehr erging man sich in Diffamierungen Sahms und nahm einzelne Aussagen der Akteure des Films aus dem Zusammenhang, um Hass und Dreck auf den Staat der Juden auszukübeln!

    Vielleicht sollte Ulrich Sahm sich einmal überlegen, ob er seine sachlich und fachlich guten Artikel einem Medium wie hagalil zur Verfügung stellt, damit sich dann daran die Streicher-Jünger hochziehen können und ein jüdisches Forum zur Verbreitung ihre Hasses auf Juden und ihren Staat missbrauchen und umfunktionieren!

      • Im Prinzip hast Du ja Recht; nur hab ich dabei immer das Bild von den Perlen vor Augen …! 😉

    • Wer sich die Charakterschweine antun will, die sich da auf hagalil.com so eifrig tummeln: http://www.hagalil.com/archiv/2013/03/07/toete-zuerst/
      Warnung: Es handelt sich um die üblichen platten Hassphrasen, garniert mit bekannten, völlig zusammenhanglos zusammengestellten Zahlenkolonnen dem sonstigen üblichem Geschwätz, das Ursachen und Wirkung grundsätzlich auf den Kopf stellt, sollte es solche überhaupt liefern.

  3. Die demokratischen Staaten der Welt machen sich unglaubwürdig, wenn sie dieses brutale kryptofaschistische Besatzungsregime auch nur noch mit einem Cent Militärhilfe unterstützen. Der Film hat mir endgültig die Augen geöffnet. Den Palästinensern gebührt unsere ganze Solidarität. Die internationale Gemeinschaft muss die Staatlichkeit der Palästinenser jetzt mit Macht vorantreiben. Die verantwortliche Politikerkaste, die sich Israel zur Beute gemacht hat, sollte sich geschlossen in Den Haag verantworten müssen. Obama sollte seine 2. Amtszeit endlich zum Handeln nutzen, ehe Israel sich durch das verantwortungslose Handeln der regierungsamtlichen Mörderbande in Tel Aviv selbst von der Landkarte radiert.

      • Wie wäre es mit: Hamas, eine verantwortungslose Handeln der regierungsamtlichen Mörderbande?
        Kommt ihnen das nicht in den Sinn?
        Auch die radikalisierte Seite der Hisbollah ist nicht zu „unterschätzen“.
        Die Solidarität für die Palästinenser ist zu erkennen daran, dass sie als einziges „Volk“ der Erde, den sogeannnten Vertriebenen-Status (Flüchtlings-Status) auf ewig von der UN zugbilligt bekamen. Er wird weiter vererbt.
        Man kann sie auch oft wirklich Flüchtlinge nennen, da sie in ihren Bruderstaaten überhaupt nicht willkommen sind, höchstens deshalb, weil aufgrund ihres „Flüchtlings-Staatusses“ jedem Staat, der ihnen „Unterschlupf“ gewährt, eine Pro-Kopf-Prämie gezahlt wird!
        In den meisten Ländern, in denen sie „Unterschlupf“ suchten, dürfen sie keine hohen Ämter bekleiden, viele Berufe sind ihnen nicht zugänglich, sie dürfen weder Grundstücke noch Immobilien erwerben oder besitzen.
        Wo ist da die Solidarität zu den Palästinensern zu sehen?
        Nirgendwo.
        Das polemisch-politische Gerede und Säbelrassen „pro Palästinenser“ – pro: unsere muslimischen Bürder, ist nur darin zu sehen, dass noch immer in den arabischen Staaten Israel als „Fremdkörper“, mitten in der islamisch-arabischen Welt gesehen wird.
        Machen sie sich das bitte mal klar, denn, auch wer aus dem Westen kommt, gilt als Fremdkörper. Selbst die Christen, die dort seit fast 2.000 Jahren leben in den einzelnen Staaten, sind Fremdkörper (siehe dazu die Unterdrückung per Dimmitüde. Die Dimmitüde könnte man Faschismus in Reinkultur nennen, nur, das übersehen solche Mensch wie sie wohl gerne. Warum? Aus Unkenntnis? Dann mache sie sich bitte mal „schlau“)
        Und selbstverständlich gönnt der Rest der Welt, den Palästinensern einen eigenen Staat unter eigener Führung. Und selbstverständlich wird dieser Staat erst einmal über Jahrzehnte vom Westen und auch der USA am Leben erhalten werden, wie bereits jetzt schon Gaza und Westjordanland.

        Aber, sehen sie der Wahrheit mal ins Auge, wenn Palästinenser (ob in Gaza lebend oder Westjordan oder in anderen Staaten) befragt werden und sie offen die Wahrheit sagen könnten, würde es so klingen: Auf Dauer wird kein Palästinenser auf sein Land verzichten, Israel ist Palästina und war schon immer muslimisch. Jerusalem ist eine Stadt, die den Muslimen gehört. Arabien gehört den Muslimen.

  4. Hilft, den Mechanismus besser zu verstehen: aus dem Buch von Ben Dror Yemini „Industry of Lies“:

    A Guide to Lies

    There are many types of lies. Each of these separately, and sometimes in combination, contributes to the industry of lies against Israel. We will discuss some of them: glaring falsehoods, misleading statements, events blown out of proportion, and lies in academic discourse

    The industry of lies is one of the resounding successes of the last few decades. This success is scary. This success has no command headquarters. In fact, it began out of good intentions, out of identification with the weak side – the Arabs and the Palestinians. Students in the West who began to wrap their heads in an Arab-style kefiyeh were not motivated by anti-Semitism. Rather, they did so out of identification with those whom they viewed as the victims, as the disadvantaged, as belonging to the Third World. But along the way, something went terribly wrong. Good intentions degenerated into not-so-good intentions. Legitimate criticism slipped into not-so-legitimate criticism, which morphed into truth twisters, misleading statements, and outright lies.
    Israel became a symbol of oppression, a country that endangers world peace. It was transformed into a state that violates human rights on an enormous scale, a nation that if not actually an apartheid state, is surely on the way to becoming one. Israel was depicted as a regime that perpetrates mass murder of its enemies, described by the worst exaggerators as genocide. It was portrayed as a state whose entire existence is based on the horrific crime of ethnic cleansing, and whose crimes continue relentlessly.
    Israel deserves criticism in many areas. This book does not concern itself with legitimate criticism of issues such as the settlements, the political process, or the foolish declarations of politicians or public figures. This book is about the lie industry that presents Israel as a monstrosity or as the devil incarnate.
    The production of lies relies on a methodical, constant, and unbridled flow of lies appearing in infinite guises. Below is a description of the main categories of these lies.

    Glaring Falsehoods

    Various publications have reported that „Israel caused a rise in infant mortality among Palestinian babies“; „Netanyahu calls for the expulsion of Israeli Arabs from Israel“; „IDF soldiers tie Palestinians to donkeys to drag them to their death“; „Most of professors in Israel support transfer.“
    These newspaper statements are lies, pure and simple.
    Strangely, academics and journalists are the main source of lies of this sort. These statements can be easily and quickly disproved. But disproving them is usually ineffective, because they are widely publicized, sometimes even printed in headlines. By contrast, the refutation often appears in more obscure places — on websites or on the back pages of the newspaper.
    Most readers, listeners, and viewers do not know that these are lies. They do not know that alongside a few crumbs of accurate information, lecturers and journalists of a certain ilk implant large chunks of inexact and toxic information in their minds of these media consumers. There is no way those consumers can know that these statements are false. When these falsehoods are circulated in an atmosphere that is antagonistic to Israel, created as a result of similar lies made by other lecturers and journalists, the lies become truth. Theoretically, it would be very easy to expose these lies, but in actuality these outright fabrications are sometimes accepted as gospel truth.
    We will describe several categories of lies.

    Lies that Mislead

    Several years ago Peter Beinart, a Jewish-American intellectual, published an article about the failure of Jewish leadership in the United States. This article created quite a stir. Beinart tried, among other things, to portray American Jewish leaders’ blindness to the allegedly repugnant policies of Israel’s Prime Minister Benjamin Netanyahu. To this end, he quoted from an English translation of the book A Place Among the Nations, in which Netanyahu rejects the concept of a Palestinian state. The quote is exact, but Beinart’s article was written in 2010 and Netanyahu’s book was penned in 1993. In that year, Netanyahu’s view was shared by most of the senior members of the American administration and most of the Israeli Left including Yitzhak Rabin, who then served as premier. Subsequent to the publication of the book, several important events took place. There was the Camp David summit, followed by the Clinton parameters accepted by the State of Israel but rejected by Arafat, followed by Israel’s Disengagement from the Gaza Strip that even Netanyahu supported, albeit grudgingly, and then another proposal by Ehud Olmert for a Palestinian state that was rejected by Abu Mazen. But mainly, Netanyahu himself changed his stance dramatically in the famous Bar-Ilan University speech in June 2009, in which he recognized the need for the two-state principle. This was a radical change compared to his position in 1993.
    There are many reasons for constructive criticism of Israel. But Beinart chose to mislead, by using Netanyahu’s positions in 1993 to attack Israel in 2010. This is an interesting phenomenon because this is exactly how Israel’s radical-Right treats the Palestinians. It presents positions from the 1960s or 1970s to create the impression that nothing has changed. This can be compared to the portrayal of the opposition of Ronald Reagan or the Republican Party to a Palestinian state in 1980, as current policy of the American administration.
    The most widespread misrepresentations in the world media are the results of incomplete reporting. Take, for example, reports on “Israeli bombing of Gaza.” The accounts are accurate, but the problem is that either there are no reports of Hamas’ attacks on Israelis living adjacent to Gaza a few hours earlier, by rockets or mortars or else this information is buried inside the reports of Israel’s defensive reaction. The point is that the headline paints Israel as the unprovoked aggressor. This kind of misrepresentation becomes a regular pattern in everything related to coverage of the conflict.
    Occasionally, polls are taken of Israeli public opinion on a variety of issues such as ostensible opposition to the equality of Israeli-Arabs, public support for the transfer of Israeli-Arab populations, and more. Here we have super misrepresentation. First, it seems that for every poll ordered by a political body there is a more serious, professional poll displaying totally contradictory data. Second, regarding support for transfer, we have the “poll of polls” – elections – in contrast to all the unreliable surveys. In some years there has been one lone party that backed transfer, and that party received at most three mandates out of the 120 seat Knesset. In the 2013 elections, there was only one candidate in a Right-wing party who was in favor of transfer. This party did not even succeed in reaching the electoral threshold.

    Lies of Proportion

    The Israeli-Palestinian conflict generates countless publications by human-rights organizations, the United Nations, the UN’s Human Rights Council, international bodies, research institutes and universities. These publications deal with violations of human rights, and many of them deal with real breaches of human rights. Even innocent people are harmed. Yes, there is a place, indeed a vital place, for publicizing facts, for advancing criticism. The problem lies in maintaining a sense of proportion. When the loaded term of opprobrium “apartheid” is regularly attached to garden-variety cases of discrimination, when the various organs of the UN condemn Israel more than any other state in the world, when Amnesty and other bodies zero in on Israel more than on any other country – the result is total distortion.
    For example, in 2012, the United Nations General Assembly passed 22 resolutions against Israel, vs 4 decisions against the rest of the world. As of 2010, the UN Human Rights Council received 33 decisions against specific countries, since its inception in 2006, of which 27 against Israel. In 2013 the Council passed 25 resolutions, 4 of them for all the other countries in the world and 21 against Israel. Hundreds of thousands in the world were victims of tyrannical regimes, countless massacres and pogroms were committed, some of which were supported by Member States. Israel didn’t commit even a small part of what others did. But Israel has been condemned by more than any other country, perhaps more than all other countries combined.

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