Dayenu! Es reicht!

Ich habe einen Traum: Die Israelis wachen aus Schlummer auf und sagen dayenu – wir haben genug um des Friedens mit den Palästinenser willen zugestanden.

David M. Weinberg, 31. März 2013

Oh, was sind wir für den Frieden mit den Palästinensern Kompromisse eingegangen und haben nachgegeben!

Zwei Jahrzehnte lang sagte man uns, dass direkt mit der PLO zu reden für den Frieden notwendig sei, trotz der monströsen Terrorgeschichte dieser Organisation. Auch die erste Selbstverwaltungsbehörde der palästinensischen Geschichte im Gazastreifen und in Jericho zu schaffen war für den Frieden notwendig, sagte man uns.

Und wir sagten dayenu – wir haben genug von dem Konflikt; wir werden damit leben, um des Friedens willen.

Es hieß, Yassir Arafats Polizei mit Zehntausenden Gewehren und weiterer militärischer Ausrüstung zu bewaffnen, sei ebenfalls für den Frieden notwendig. Selbst als diese „Polizei“ und andere Sicherheitskräfte der PA weit über die vom Vertrag mit Israel hinausgehende Zahl aufgeblasen wurde und selbst als diese „Polizei“ auf IDF-Soldaten und israelische Zivilisten schoss, sagten wir dayaneu – irgendwie werden wir damit leben. Frieden verlangt, dass wir wegsehen.

Bei Menschenrechtsverletzungen der PA wegzusehen, bei Holocaust-Leugnung und virulentem Antisemitismus war auch für den Frieden notwendig, wurde uns erklärt. Und wir sagten widerstrebend dayenu – wir werden damit leben.

Als nächstes war es unumgänglich, dass wir Arafat mehr Land in Judäa und Samaria gaben, damit er „sein Regime festigen“ konnte. Also unterschrieben wir das Oslo II-Abkommen, mit dem wir mehr als 30 Prozent der Westbank abgaben, trotz der Tatsache, dass die PA ihren Verpflichtungen aus dem ursprünglichen Oslo-Vertrag nicht nachgekommen war. Und wieder sagten dayenu – wir werden damit leben.

Die Verpflichtung der PA den Terror zu bekämpfen, erwies sich als sporadisch punktuell und sporadisch. Schussangriffe auf israelische Autofahrer und Versuche Bomben am Straßenrand zu zünden wurden derart zu Routine, dass sie keine Schlagzeilen mehr machten. Als nächstes wurde die Stadt unserer Patriarchen der PA übergeben, mit minimalistischen Sicherheitsarrangements zum Schutz der jüdischen Einwohner Hebrons.

Doch wir sagten dayenu – wir werden damit leben, in der Hoffnung dass der Frieden noch kommen wird.

Die Wye-Vereinbarung verpflichtete uns zu drei weiteren inszenierten Rückzügen: zuerst weitere 13 Prozent des Gebiets, dann weiter 9 Prozent. Das brachte 98 Prozent der palästinensischen Bevölkerung der Gebiete unter Arafats Kontrolle, zusammen mit rund 45 Prozent des Landes und den Ressourcen einiger wichtiger Wasser führender Schichten in den Bergen. Einige jüdische Städte wurden zu isolierten Kesseln innerhalb palästinensisch kontrollierten Territoriums. Arafat versprach einmal mehr seinen Verpflichtungen aus dem ursprünglichen Vertrag nachzukommen.

Und wir sagten dayenu – wir werden damit leben.

Als Geste unseres guten Willens begannen wir palästinensische Sicherheits-Straftäter „ohne Blut an ihren Händen“ freizulassen; dann ließen wir palästinensische Mörder frei, die palästinensisches Blut an ihren Händen hatten; dann ließen wir Terroristen frei, die jüdisches Blut vergossen hatten. Wir bissen die Zähne zusammen und sagten dayenu – wir haben keine andere Wahl als damit zu leben.

Wir sahen angesichts einer schleichenden und klaren Übernahme Jerusalems – unserer „vereinigten Hauptstadt“ – durch die PA weg. Wir standen unglücklich daneben, als die PA ein „Parlament“ auf den Grenzen Jerusalems baute; als PA-Sicherheitsleute die tatsächlichen Vollstrecker in der Altstadt wurden; und als die Waqf massive illegale Bautätigkeit auf dem Tempelberg unternahm, zusammen mit der absichtlichen Vernichtung jüdischer Relikte und Lagen archäologischer Geschichte, die bis in die Zeit der Tempel zurückreicht.

Es war hart, aber wir sagten dayenu – wir ertragen es vor den Kopf gestoßen zu werden, weil der Frieden Kompromisse verlangt.

Im Sommer 2000 begann Arafat zu schnaufen und zu keuchen und drohte Israel; er sprach von einem erneuten bewaffneten Konflikt und davon einseitigen einen Staat auszurufen. Wieder sollten wir dayenu sagen – wir werden das um des Friedens willen schlucken. Doch unser Langmut begann sich abzunutzen.

Wir durchlitten mehr als zwei weitere Jahre terroristischer Gewalt und Selbstmord-Bombenanschläge, bevor wir die Operation Defensive Shield starteten und dann unseren Sicherheitszaun zu bauen begannen. Israel war weit getrieben worden und die Menschen begannen den Friedensprozess in Zweifel zu ziehen und dagegen zu protestieren.

2000 in Camp David, 2001 in Taba und 2008 in Jerusalem lehnte die PA israelische Angebote für die Eigenstaatlichkeit ab, die den Palästinensern einen Staat in praktisch der gesamten Westbank, dem Gazastreifen und Ostjerusalem gegeben hätte. Die PA verlor dazu die Kontrolle des Gazastreifens an die Hamas.

2009 stellten die Palästinenser unmögliche und empörende Vorbedingungen dafür, überhaupt in  Friedensgespräche mit Israel einzutreten. Im Grunde verlangten sie, dass Israel jeden strittigen Punkt wie Grenzen und Siedlungen schon vor den Gesprächen aufgab: einen Staat auf dem gesamten Gebiet von vor 1967, wobei nur „kleine und in gegenseitiger Übereinstimmung festgelegter Landtausch gleicher Größe und von gleichem Wert möglich“ sei; dazu das „Rückkehrecht für Flüchtlinge nach Israel, wie sie in der arabischen Friedensinitiative festgelegt wurden“; und so weiter und so fort.

An diesem Punkt sagten die meisten Israelis dayenu – uns reicht es wirklich. Der Friedensprozess war eine Fata Morgana.

2012 versuchten Abbas und Fayyad den festgelegten Rahmen für Frieden auf den Kopf zu stellen; sie versuchten ihre Eigenstaatlichkeit durch die internationale Gemeinschaft „erklärt“ zu bekommen, ohne irgendwelche Kompromisse mit Israel eingehen zu müssen; sie versuchten das Endergebnis des „Friedensprozesses“ für sich zu beanspruchen, ohne irgendeinen Prozess betrieben zu haben.

Abbas ging vor die UNO-Vollversammlung und forderte die internationale Gemeinschaft auf „die Regierung Israels dazu zu zwingen die Genfer Konventionen zu respektieren“ und Israel „eine Lösung aufzuerlegen“ (einen Palästinenserstaat). Er beschuldigte Israel zahlreicher Verbrechen, darunter ethnischer Säuberungen, Terrorismus, Rassismus, Anstiftung religiösen Konflikts, Apartheid, Hausabrisse, Enteignungen, „Freiheitssoldaten“ zu inhaftieren, Siedlungskolonisation und mehr. Er drohte, über den Internationalen Gerichtshof „Israels Präsenz als Besatzungsmacht in allem besetzten palästinensischen Territorium zu kriminalisieren und zu bestrafen“. Die UNO „anerkannte“ dann eine Art virtuellen PA-Staat, gegen Israels Einwände. Abbas blieb natürlich bei seiner Weigerung direkte Friedensgespräche mit Israel ohne Vorbedingungen einzugehen.

Zu dieser Zeit waren die Israelis weit jenseits des dayenu. Ein Friedensprozess schien weder relevant noch möglich.

Doch immer noch überweist Israel Hunderte Millionen Schekel, um die palästinensische Wirtschaft zu unterstützen, um internationale Entwicklungsprojekte in der PA zu initiieren und zu fördern, PA-Forderungen nach Mega-Krediten und Zuschüsse des IWF und anderer Spenderländer abzusichern und mehr. Und die Welt? Die forderte weiterhin israelische Gesten und Zugeständnisse und Rückzüge, um die PA und den „Prozess“ zu stützen. US-Präsident Obama kam, um Israel zu „Gerechtigkeit“ für die Palästinenser und die Notwendigkeit zu belehren, dass die Israelis von ihren Führungspolitikern „fordern“, Frieden stärker zu forcieren. Es reicht mit der „Besatzung“, sagte Obama.

Was geschah dann? Nun, letzte Nacht hatte ich einen Traum. Und in diesem Traum geschah dies hier: Es entwickelte sich eine israelische Gegenreaktion. Das Volk Israel wachte aus seinem Schlummer auf und sagte DAYENU! Es reicht jetzt! Eine Million Israelis begaben sich auf eine Massendemo in Tel Aviv, um zu erklären, dass keine noch so große Bedrohung oder Gewalt seitens der Palästinenser, noch irgend ein Grad an internationalem Druck Erfolg damit haben werden uns über unsere roten Sicherheitslinien zu drücken oder uns unsere nationalen und religiösen Schätze wegzunehmen.

Wir werden mit den Palästinensern Frieden schließen, erklärten die Israelis in überwiegender Mehrzahl, aber es wird keine Rückkehr zu den Grenzen von 1967 geben, keine Zerstörung israelischer Städte in Judäa und Samaria, keinen Zustrom palästinensischer Flüchtlinge, keine Preisgabe der Souveränität über Jerusalem und keinen echten diplomatischen Prozess, bis die Hamas neutralisiert ist, der Gazastreifen demilitarisiert und Friedenserziehung die antisemitische Hetze in der PA ersetzt. Dayenu, verkündeten sie!

Und angesichts eines entschlossenen israelischen Konsenses suchte die PA um Frieden zu vernünftigen Bedingungen nach und Ruhe beherrschte das Land Israel.

4 Gedanken zu “Dayenu! Es reicht!

  1. Wenn der Schluß nur Wahrheit wäre und kein Traum!!! Das wäre fast schon als
    wäre der Messiach gekommen!
    lg
    caruso

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