Boston: Obama, die Medien und sonst noch der eine oder andere

Im Zielbereich des Boston Marathon gab es zwei Explosionen. Das ZDF brachte es in der heutigen heute-Sendung um 14 Uhr fertig den Bericht so anzumoderieren: „Allerdings gehen die Behörden von einem Anschlag aus“. Als wäre es wohl eher keiner. (Auch wenn im Bericht selbst immer von „Anschlag“ die Rede war.)

Es wurde immer – mit lobendem Unterton – betont, dass Hussein Obama betonte, man dürfe keine vorschnellen Schlüsse ziehen. Das Wort „Terror“ oder „Terroranschlag“ nahm er nicht ein einziges Mal in den Mund, was ebenfalls positiv vermerkt wurde.

Was ganz fehlte: Kurz nach den Explosionen setzten einfache Bürger einen Verdächtigen fest, der sich als Saudi herausstellte. Bisher gibt es keine Informationen dazu, ob es zu diesem Mann neue Erkenntnisse gibt, egal in welche Richtung, auch wenn sein Apartment inzwischen durchsucht wurde; außerdem sagte der Polizeichef gegen Mittag, dass sich im Zusammenhang mit dem Anschlag niemand in Gewahrsam befinde. Nur dass unsere Medien dazu schweigen, spricht wieder Bände.

Dann gab es noch den Chefchirurgen einer Notaufnahme, von dem der ZDF-Reporter berichtete, er habe einen Arzt besonders gelobt, der militärische Erfahrung hatte, weil er im Irak diente. Das sie der Versorgung der Verletzten enorm zugute gekommen. Hm. Wieder eine Auslassung: Es gibt von besagtem Chefarzt ein Video, das – natürlich wieder – nur in unseren Nicht-Qualitätsmedien (und in israelischen) zu finden ist; darin beschriebt der Mann, dass das Krankenhaus vor nicht allzu langer Zeit Hilfe von Israelis in Anspruch nahm, die die Ambulanz umorganisierten und -bauten (entsprechend ihren Erfahrungen aus dem Terrorkrieg der Araber). Und DAS sei entscheidend gewesen, um viele der Menschen zu retten, die dort eingeliefert wurden. Ich werde nicht abstreiten, dass der frühere Militärarzt einen guten Teil dazu beigetragen hat, aber die Auslassungen in der Berichterstattung sprechen auch wieder Bände.

Am späteren Nachmittag wollte n-tv einen Helden des Marathon zeigen. Ein 76-jähriger Mann wurde durch die erste Explosion von den Beinen geholt. Er rappelte sich langsam wieder auf, sagte den Ersthelfern, es gehe ihm gut und sie ließen ihn dann gehen. Das ist sicher eine schöne Geschichte und berichtenswert. Aber was ist mit den Marathon-Läufern, die durchs Ziel kamen und statt anzuhalten direkt zum nächsten Krankenhaus weiter liefen, um dort Blut zu spenden? Was mit den vielen Menschen, die nicht einfach versuchten zu fliehen (eine verständliche Reaktion), sondern den Opfern zu Hilfe kamen, Erste Hilfe leisteten, die Rettungskräfte unterstützten? Ohne dem wunderbaren Großvater etwas zu wollen: Wäre es nicht angemessener gewesen, von diesen Helden zu berichten? Oder hat man sich den greisen Herrn ausgesucht, weil er auf einem Video zu sehen war, wie die Druckwelle ihn zu Boden schickte?

Und dann gibt es halt noch den Superpräsi: Der hat tatsächlich nicht ein einziges Mal „Terror“ gesagt; er redete nur von „das“ – wer „das“ gemacht hat usw. (Inzwischen berichtete n-tv, er habe das Wort heute in einer Ansprache zweimal gesagt.) Was ist das für ein Präsident, der nicht in der Lage ist sich klar zu äußern? Der alles vermeidet, was klare Aussagen wären? Fehlt nur noch, dass er von „menschgemachtem Desaster“ schwafelt! Man möchte ihm ins Gesicht schlagen, bei jedem Wort, das man ihm ins Ohr brüllt: „Ist das Terror? Ja. Sprengsätze gehen in Menschenmengen nicht zufällig hoch. Jemand versuchte wahllos zu töten; das ist das Kennzeichen von Terrorismus.“ (Die Dinge beim Namen zu nennen, muss nicht gleich heißen, dass man Panik schürt.)

Einen Punkt braucht man eigentlich nicht zu erwähnen: Muslime weltweit jubeln, toben ihre Freude über den Anschlag (nicht nur) durchs Internet.

Und bei uns? Wiefelspütz von der SPD kann nur hämischen Dummschwätz: „Wenn sich herausstellen sollte, dass es ein terroristischer Anschlag war, wird das vor allem die innenpolitische Debatte und das Klima in den USA stark verändern. Sicherheit wird dann ganz oben auf der Tagesordnung und in den Schlagzeilen stehen. Leider wohl auch mit all den Verzerrungen, den falschen Konsequenzen und dem Populismus, der dort leider üblich ist.“ Soso, es ist noch gar nicht sicher, dass es ein Terroranschlag war? Was, bitte Herr Vollpfosten Wiefelspütz, soll dann sonst ein Terroranschlag sein? Und auch sonst machen die Amis natürlich alles eher falsch. Herzlichen Glückwunsch, das ist der ganz normale Antiamerikanismus. Aber wehe, man nennt es so!

Das schlimmste Beispiel für Drecksack-Verhalten kam allerdings aus den USA. Das Magazin „Esquire“ befand nur Minuten nach dem Anschlag, dass zwar niemand irgendetwas wisse, aber bevor man von Terroristen aus dem Ausland Schlussfolgerungen ziehe, sollte man sich vergegenwärtigen, dass dies in Massachusetts der offizielle Patriots Day ist und das eigentliche Datum (der 19. April) für einige andere Leute, darunter Timothy McVeigh (der Oklahoma-Bomber) von Bedeutung ist. Mit anderen Worten: Verantwortlich sind Amerikaner. Basta. Und schon haben wir sie wieder, die berühmten wütenden weißen Extremisten. Muslimische Terroristen scheiden sofort aus.

5 Gedanken zu “Boston: Obama, die Medien und sonst noch der eine oder andere

  1. Klasse Kommentar, Heplev!!!
    „Das schlimmste Beispiel für Drecksack-Verhalten kam allerdings aus den USA“

    Och…. die Leute von der Titanic sind auch nicht ohne! Guckst Du hier:

    Titanic: Amerikahasser verspotten Terroropfer

    Die Welt weint um die Opfer von Boston. Den 8-jährigen Martin, der starb, nachdem er seinen Vater am Ziel umarmt hatte. Seine kleine Schwester, der ein Bein abgerissen wurde. Die schwerverletzte Mutter. Mindestens drei weitere Tote und hunderte Verletzte, von denen viele noch mit dem Tod ringen. Die ganze Welt? Nein. In Deutschland gibt es Journalisten, die auch angesichts der schrecklichen Bilder im blindem Hass auf Amerika Hohn und Spott über die Opfer ausschütten. Mit dem obigen Bild verhöhnt die deutsche “Satirezeitschrift” Titanic die Ermordeten,Verletzten und Angehörigen.

    http://quotenqueen.wordpress.com/2013/04/16/titanic-amerikahasser-verspotten-terroropfer/

    • Ja, habe ich auch gelesen und es zeigt, dass Menschen, nicht nur
      zu grausamen Taten (Terroranschlag) fähig sind, sondern, dass sie
      auch überaus mitfühlend, hilfsbereit und äußerst menschlich sein
      können, in extremen Notsituationen!

      Sie wachsen förmlich über sich hinaus und sind zu übermenschlichen
      Taten fähig! Das ist Adrenalin pur! Wenn sie erst einmal zur Ruhe
      kommen, dann wird ihnen erst bewußt, WAS sie geleistet haben!

  2. Reblogged this on World-Media-Watch und kommentierte:
    Dann gab es noch den Chefchirurgen einer Notaufnahme, von dem der ZDF-Reporter berichtete, er habe einen Arzt besonders gelobt, der militärische Erfahrung hatte, weil er im Irak diente. Das sie der Versorgung der Verletzten enorm zugute gekommen. Hm. Wieder eine Auslassung: Es gibt von besagtem Chefarzt ein Video, das – natürlich wieder – nur in unseren Nicht-Qualitätsmedien (und in israelischen) zu finden ist; darin beschriebt der Mann, dass das Krankenhaus vor nicht allzu langer Zeit Hilfe von Israelis in Anspruch nahm, die die Ambulanz umorganisierten und -bauten (entsprechend ihren Erfahrungen aus dem Terrorkrieg der Araber). Und DAS sei entscheidend gewesen, um viele der Menschen zu retten, die dort eingeliefert wurden. Ich werde nicht abstreiten, dass der frühere Militärarzt einen guten Teil dazu beigetragen hat, aber die Auslassungen in der Berichterstattung sprechen auch wieder Bände.

  3. Und DAS ist der GIPFEL der Unverschämtheit! 👿

    Schmierenjournalismus auf neuem Tiefststand

    Neuerliche Verhöhnung der amerikanischen Terroropfer. Soweit bekannt waren keine Mohammedaner unter den Toten und auch bei den Verletzten ist nichts in dieser Richtung bekannt. Wie kommt die WELT dann auf die unglaubliche Schlagzeile, dass Tamerlans meiste Opfer Muslime seien? Der Taschenspielertrick, der im bürgerlichen Leben wohl arglistige Täuschung hieße, und mit dem die Schlagzeile suggerieren soll, dass wieder einmal Muslime Opfer und nicht etwa Täter seien, verblüfft sogar abgebrühte Zeitungsleser. Denn in dem aktuell erscheinenden WELT-Artikel von Florian Stark geht es überhaupt nicht um den Bostoner Terroristen, dessen ausgefallener Name heute weltweit in aller Munde ist, sondern um dessen Namensvetter, einen Mongolenführer aus dem 14. Jahrhundert. Was für eine widerwärtige erneute Verhöhnung der Opfer der beiden Mohammedaner, die namens und in Übereinstimmung mit dem Koran auszogen, um Ungläubige zu töten.

    http://quotenqueen.wordpress.com/2013/04/19/schmierenjournalismus-auf-neuem-tiefststand/

    Kann man noch tiefer sinken??

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