Ein Tag im Museum

Bat Ye’or, Jihad Watch, 12. April 2013 (aus dem Französischen ins Englische von Jean Szlamowicz)

Letzten Dezember war ich eingeladen einen kurzen Vortrag auf einer Konferenz zu Antisemitismus in London (2. Dezember 2012) zu halten. Ich entschied mich zu einem kurzen Besuch im Britischen Museum. Mit meinem Mann besuchte ich diesen der Erinnerung gewidmeten Schrein regelmäßig, als wir Studenten am Institute for Archaeology waren. Aber dieser Solidaritätsbesuch war für mich eine Pilgerfahrt.

Rechts vom Haupteingang konnte man die spektakulären Skulpturen aus Assyrien und Ägypten sehen. Dort befanden sich die atemberaubend realistischen Bas-Reliefs aus dem Palast des assyrischen Königs Sennaherib (705-681 v.Chr.) in Ninive. Die Steingravuren erzählen die biblische Geschichte der Belagerung von Lachisch in Judäa um 701 v.Chr. man konnte Figuren von kämpfenden Menschen auf den Festungsmauern sehen, andere flohen durch Geheimtüren aus der Festung und abgeführte Reihen von Männer, Frauen und Kindern in Fußeisen. Auf Sklavendasein reduziert, gingen die Hebräer in das weit entfernte Land Assyrien, von wo die versklavten Judäer ein Jahrhundert später von Nebukadnezar verschleppt wurden. Sie sollten an den Stränden Babylons weinen, sich nach der Schönheit und Zion sehnen. Dreitausend Jahre später sollte ihr Wehklagen, das von Generation zu Generation durch die Geschichte widerhallte, sollte das Genie Verdis inspirieren. In seiner Oper Nabucco gab der ihren Liedern in seiner wunderbaren Ode an die Freiheit Leben – dem Gesang der Hebräer.

Etwas weiter steht der schwarze Obelisk von Schalmaneser (859-824 v.Chr.) mit fünf eingravierten Reihen, in denen man einen Festzug von Figuren sehen kann, die Tribute der Vasallenkönige schleppten. Jede Szene trägt einen sie erklärende Schriftzug. Auf der zweiten Liste bringt eine Person den Tribut des Königs Jehu von Israel (841-814) für den König von Assyrien. T. C. Mitchell, der frühere Hüter der Western Asiatic Antiquities im Britischen Museum, stellt in seinem Buch heraus, dass das Museum vielen Ausstellungstücken Herberge gibt, die die biblische Geschichte bezeugen.

Doch warum erzähle ich das alles?

Nun, die palästinensische Propaganda und ihre Kohorten der Säuberungstruppen der EU haben das Museum ebenfalls besucht. Was der Grund dafür ist, dass alle die Artefakte betreffenden Informationstafeln, die die Geschichte des Königreichs Judäa und Israel – selbst dreitausend Jahre v.Chr. – erwähnen, inzwischen auch das Wort „Palästina“ beinhalten, obwohl dem Land der Name erst 135 n.Chr. durch den römischen Kaiser Hadrian gegeben wurde, als er es dem römischen Imperium einverleibte.

Die judäischen Königreiche sind nirgendwo zu finden!

Diese anachronistische Sichtweise ist in Mitchells Buch „The Bible in the British Museum: Interpreting the Evidence“ sogar noch ulkiger. Seine Interpretation ist sehr zeitgenössisch, da keine Karte des antiken Nahen Ostens in seinem Buch Judäa auch nur erwähnt. Andererseits wird eine kleine Landkarte, die behauptet ein Territorium 2000 v.Chr. jenseits der Ufer des Jordan darzustellen, „Palästina“ genannt (S. 18).

Das ist der einzige anachronistische Name – die anderen Orte tragen alle ihre antiken Namen, selbst die assyrischen und babylonischen Reiche, die sechshundert Jahre vor Christus aufhörten zu existieren und sogar Phönizien, der ferne Vorgänger des Libanon. Es stimmt, dass drei Seiten der Chronologie dem Königreich Judäa und Israel gewidmet werden, die über einen Zeitraum von tausend v.Chr. bis 66 n.Chr. reicht. Doch diese Königreiche fehlen in allen Karten! Wie seltsam – Königreiche ohne Land! Der Name „Palästina“ hat sie ersetzt, seltsamerweise (doch nur unschuldige Gemüter würden das wirklich seltsam finden) befinden sich auf derselben Karte die Namen Edom, Moab und Ammon – und nicht Jordanien, das dort von den Briten 1922 n.Chr. gegründet wurde.

Der anachronistische Name „Palästina“ wird mehrfach erwähnt

Der Autor bietet eine Menge sehr durchdachte historische und archäologische Berichte zu vielen Artefakten und Texten, die auf die Geschichte des Volks Israel verweisen und die biblischen Berichte bestätigen. Es ist jedoch reichlich seltsam, dass all diese Beschreibungen mehrfach den anachronistischen Namen Palästina aufweisen. Das erinnert mich an Steven Baums Vortrag auf der Konferenz zu Antisemitismus. Baum erzählte uns, dass viele seiner Artikel von verschiedenen akademischen Verlegern abgelehnt wurden, weil „Palästina“ zu stehen habe, wann immer „Israel“ erwähnt wird – wie immer das tatsächliche Thema lautete.

Palästina, eine europäische Kolonie, der Spiegel seiner antisemitischen Einseitigkeit

Um genau zu sein: Die EU hat seit 1973 ihre Ressourcen der „Erfindung“ eines palästinensischen Volks gewidmet, das Israel ersetzen sollte. Der hinterhältige Krieg Europas gegen den hebräischen Staat geht über seine politische Dimension hinaus, weiter als die ständige Propaganda, üble Nachrede, Desinformation und die giftigen Angriffe, die Israels Verteidigungssystem lähmen sollen. Ein solcher Krieg fußt auch auf den Milliarden, die europäischen Bürgern gestohlen und zur Schaffung eines falschen Staates bereitgestellt wurden, der auf einer funktionsgestörten Grundlage agieren soll, soll heißen: ein vorläufiges Palästina, eine europäische Kolonie und der Spiegel seiner antisemitischen Haltung.

Die antiken Königreiche Judäa und Israel, deren Namen aus den Karten gelöscht wurden

Obwohl es unter Teilung leidet und am Rande des Bankrotts taumelt, ist das von Hass erfüllte Europa immer noch in der Lage gewesen die Mittel aufzubringen, um eine Armee von Schreiberlingen zu finanzieren, die pingelig Produkte aus den antiken Königreichen Judäa und Israel mit Etiketten versehen, deren Namen es in den Landkarten seiner Museen nicht mehr gibt. Solch ein Etikett weist israelische Produkte als aus der euro-palästinensischen Kolonie kommend aus, die sie damit von europäischen Märkten aussperren – wo man in Hülle und Fülle Exporte aus Ländern finden kann, in denen Diktatur, ethnische und religiöse Säuberungen, körperliche und Genitalverstümmelungen wie auch Terrorismus uneingeschränkt herrschen – alles im Namen der Menschenrechte.

Palästinensierung biblischer Archäologie

Durch das Netzwerk der Anna Lindh-Stiftung sind verschiedene Fälscher emsig damit beschäftigt biblische Archäologie zu palästinensieren, wobei sie die Geschichte eines Volks betrügerisch stehlen, um sie einem anderen zuzuschreiben. Indem sie hier ein Wort streichen, dort eines zensieren, blenden sie künstlerische Projekte, Literatur und die Forschungsarbeit von Historikern weg. Sie schließen Israelis von Universitäten aus, werfen ihnen vor lebende Beweise für die Falschheit der palästinensischen Geschichte zu sein, die sie schmieden. Europäische Führungspolitiker versammeln sich, denken und planen, ihre Kollegen – ob Juden oder Christen – die für das außergewöhnliche historische Epos Israels einstehen, aus wissenschaftlichen Programmen auszugrenzen.

Dieses große, von der Europäischen Kommission ausgedachte Netz des Hasses, umfasst ganz Europa. Die Ethik von Wissenschaft und Wissen, die stabilen und rationalen Referenzpunkte, deren Erbe auf die griechische Zivilisation zurückgeht, schient verschwunden zu sein. Koranisches Wissen hat nun Vorrang durch das „palästinensische“ Narrativ, das Jihadkämpfer „Freiheitskämpfer“ nennt.

Ein paar Tage nach meinem Besuch im Britischen Museum schwelgte die EU in einem Friedensnobelpreis, dem die feinsten Mitglieder der Elite des politischen Zynismus applaudierend zujubelten. Eine derart empörende Zeremonie konnte offensichtlich nur in Oslo stattfinden…

2 Gedanken zu “Ein Tag im Museum

  1. Sehr wichtiger Beitrag. Mir sind solche idiotischen „Fehler“ auch schon in Lehrbüchern aufgefallen. Die Palästinensierung der jüdischen Geschichte ist in vollem Gange.

    Und die meisten Museumsbesucher haben nicht genügend Allgemeinbildung oder historische Bildung, um die Wahrheit auch nur zu ahnen.

  2. ja der Antisemitismus wird wieder salonfähig getrimmt. Man muss ja die Paläsinalügen nur oft genug wiederholen und schon werden sie zur Wahrheit….. Es stinkt von ganz Links bis ganz Rechts und die Menschheit verblödet dabei zunehmend! EU Hirnwäsche machts möglich ….

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