Hisbollah: Ein Hühnchen auf der EU-Terrorliste

Shoshana Bryen, The American Thinker, 26. Mai 2013

Die Vereinigten Staaten, Kanada, Israel, die Niederlande und Bahrain haben die Hisbollah als Terrororganisation gekennzeichnet; Großbritannien und Australien ächten nur den „terroristischen Flügel“, erlauben aber ihrem „politischen Flügel“ sich zu organisieren und Spendengelder zu sammeln (natürlich nur für politische Aktivitäten). Eine Antrag Großbritanniens wird die britisch-australische Formel auf die Tagesordnung der Europäischen Union setzen, vielleicht schon im Juni. Einerseits ist das für die EU ein Schritt voran, die derzeit die Aktivitäten der Hisbollah als unauffällig betrachtet. Andererseits ist es jedoch absurd.

Hühnchen haben Flügel; Terrororganisationen haben Komplizen.

Verbrecherische Regierungen liefern Geld, Waffen, Pässe, Trainingsgelände und Versteck sowie politische Unterstützung für Terrororganisationen. Terroristen bieten Regierungen glaubwürdige Abstreitbarkeit für das blutige Chaos, das sie anrichten. Es ist die Symbiose, die groß angelegten Terrorismus gestatten. Manchmal werden Terroristen zu Regierungen – die PA, Hamas, Muslimbruderschaft und die Taliban – doch es verändert nicht den Charakter ihrer Ziele. In jedem Fall werden das Geld und die politische Legitimität des „politischen Flügels“ mit dem „militärischen Flügel“ geteilt, zum Nachteil der eigenen Zivilbevölkerung und derer, die sie draußen attackieren. Die Hisbollah schoss sich den Weg zur Mehrheit der Sitze im libanesischen Kabinett, doch sie bleibt an den Schlaglöchern und Müllabfuhr uninteressiert.

Westliche Regierungen wollen nur sehr ungern die Anerkennung oder Hilfe abzuschneiden, weil sie Angst vor der negativen Publicity haben, die Facebook-Bilder trauriger und mutmaßlich hungriger Kinder in muslimischen Ländern haben. Selbst die USA, die die Hamas als Terrororganisation betrachten, geben der UNRWA Geld mit dem vollen wissen, dass diese Hamas-Leute beschäftigt. Deutschland, Norwegen und Frankreich behaupten, sie würden Geld nur in bestimmte Projekte stecken, um „den Menschen“ zu helfen. Aber Geld ist austauschbar – jeder Euro, der eine Schule oder eine Klinik laufen lässt, ist ein Euro, den eine Terrororganisation nicht dafür ausgeben muss; es ist ein Euro, der für Schusswaffen, Bomben und Training ausgegeben werden kann. Die Hamas bietet z.B. Sommerlager an, eine gute, zivile Aktivität – außer, dass Jungen Abzeichen für radikal-islamistische Ideologie, kruden Antisemitismus und paramilitärisches Training gewinnen können.

Das ist nicht kompliziert. Denken Sie an den KKK mit Kinderbetreuung. Würden Sie das finanzieren?

Die Hisbollah ist ein Außenposten des Iran am Mittelmeer. Die Islamische Republik befindet sich seit 1979 mit den Vereinigten Staaten im Krieg und droht Israel regelmäßig mit Auslöschung. Die Hisbollah, die Stellvertreterin, ist Teil des Krieges gewesen, seit sie 1983 die amerikanische Botschaft in Beirut sprengte und dann 248 amerikanische Marines ermordete. Sie ist stark an dem Anschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires 1992 und dem Anschlag auf das argentinische Jüdische Zentrum 1994 verwickelt; sie wäscht in Südamerika Geld, wird der UNO beschuldigt 2005 den libanesischen Premierminister Rafik Hariri mit einer Autobombe ermordet zu haben und ignoriert von der UNO in dieser Sache ausgegebenen Haftbefehle. Sie übernahm 2008 die Kontrolle des libanesischen Kabinetts mit Waffengewalt.

Das reichte nicht aus, um es als Terrororganisation auf die EU-Liste zu schaffen.

Die Charta der Hisbollah macht klar, dass zu ihren Zielen „Israels endgültigen Abzug aus dem Libanon als Vorspiel zu seiner endgültigen Auslöschung“ gehört, was sie nicht zu einer nationalen Organisation macht, die das eigene Territorium verteidigt, sondern eine, die sich der Ausrottung eines UNO-Mitgliedsstaats macht.

2002 schrieb Jeffrey Goldberg in The New Yorker:  „‘Wenn [die Israelis] Shebaa verlassen, werden wir nicht aufhören sie zu bekämpfen‘, fügte er unter Bezugnahme auf Israels Gründungsjahr an. Die Juden, die diesen Befreiungskrieg überleben… ‘können zurück nach Deutschland oder wo immer sie herkamen gehen‘.“

2006 entführte die Hisbollah acht israelische Soldaten aus Israel und tötete sie, was den Krieg herbeiführte, in dem die Hisbollah Flugkörper und Raketen – voller Splitter, um die tödliche Wirkung zu verstärken – auf die Zivilisten in Haifa schoss. Sie umging die UNO-Resolution 1701 von 2006, die festlegte, dass nur die libanesische Armee (LAF) südlich des Flusses Litani Waffen haben darf; außerdem steckt sie Raketenabschussrampen und Waffenlager in zivile Häuser überall im südlichen Libanon. Der Bombenanschlag auf einen Touristenbus voller Israelis in Bulgarien war nur der eine erfolgreiche der vielen Komplotte gegen Juden in Europa und Südamerika.

Das war immer noch nicht genug, um es auf die Top-10-Terrorliste der EU zu schaffen.

Der Faktor, der das herbeiführte war dann nicht einmal der Terrorismus. Elitetruppen der Hisbollah strömten am Wochenende nach Syrien, um Assads Armee in einer konventionellen militärischen Anstrengung zu helfen die von den Rebellen gehaltene Stadt Qusayr zurückzuerobern. Das war kein großer Erfolg – mindestens 40 Milizionäre wurden getötet, wahrscheinlich der größte Blutzoll der Hisbollah-Agenten in einer einzelnen Schlacht und Qusayr ist weiter in der Hand der Rebellen. Doch es erstaunt, dass nach Hisbollahs Jahr erfolgreichen Terrorismus gegen israelische, amerikanische, französische und andere westliche Interessen handelt es sich dabei um eine zumeist fehlgeschlagene Übung in konventioneller Kriegsführung, die die Aufmerksamkeit der Europäischen Union auf sich zog.

Würde doch die EU bloß begreifen, dass es dabei keine „Flügel“ gibt. Die gesamte Hisbollah ist, was sie ist – eine Terrororganisation, die westlichen Interessen Übel will.