Das historisch jüdische Ostjerusalem

Mort Klein, IsraPundit, 1. Mai 2013

Der Propagandakrieg der palästinensischen Araber, der in dem Moment begann, als die Oslo-Vereinbarungen unterzeichnet wurden, hat in einen umfassenden Angriff auf die Idee ausgeweitet, dass es einem eine jüdische Verbindung zu Jerusalem gab. Wie alle „revisionistischen“ Historiker, die behaupten, der Holocaust habe nie stattgefunden, versuchen die offiziellen Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) die Geschichte zu fälschen, um die jüdische Verbindung zur Heiligen Stadt zu untergraben.

Betrachten Sie diesen Eintrag auf der offiziellen Internetseite der PA, geschrieben von Walid M. Awad, dem Direktor für außenpolitische Veröffentlichungen für das PA-Informationsministerium:

Die Stadt [Jerusalem] nahm den größten Teil ihres Aussehens, ihren göttlichen Charakter und ihre Atmosphäre an, seit der muslimische Kalif Omar Ibn Al-Kattab sie 639 n.Chr. eroberte… Fast 30 Jahre israelischer Ausgrabungen offenbarten nichts Jüdisches, keinen konkreten Beweis für sie wurde ausgegraben… Jerusalem ist keine jüdische Stadt, trotz des biblischen Märchens, das in einige Gemüter gepflanzt ist.

In ähnlicher Manier hat der PA-Offizielle Sari Nusseibeh geschrieben: „Die historischen Bande und Verbindungen der Palästinenser“ zu Jerusalem „gehen jedem jüdischen Anspruch auf die Stadt voraus.“ Nusseibeh ist so weit gegangen König Salomo zu beschuldigen, er habe „kanaanitische Arbeitskraft ausgebeutet“ um den Tempel zu bauen.

Viele Journalisten sind zumindest auf einen Teil dieser palästinensisch-arabischen Propagandalügen hereingefallen. Medienberichte verweisen z.B. routinemäßig auf die Teile der Stadt, die Israel im Krieg von 1967 gewann, als das „historisch arabische Ostjerusalem“. Fakt ist: die genau Beschreibung wäre „das historisch jüdische Ostjerusalem“.

Es hat seit den 1880-er Jahren in ganz Jerusalem eine jüdische Mehrheit gegeben. Die jüdische Mehrheit in „Ostjerusalem“ wurde nur vom arabischen Krieg gegen das neu entstandene Israel 1948 unterbrochen, als die jüdischen Einwohner dieses Teils der Stadt gezwungen wurden um ihr Leben zu rennen und zu fliehen. Viele Häuser in dem, was heute zumeist arabische Teile der Stadt sind, haben an ihren Türzargen Einkerbungen, wo einst Mesusen angebracht waren, bevor ihre jüdischen Einwohner vertrieben wurden. Anderen Häusern, in denen heute Araber wohnen, wurden in den oberen Ecken der Türrahmen auffallend neue Steine installiert, um die alten Steine zu ersetzen, die die Mesusa-Einkerbungen hatten.

Zu weiteren deutlich jüdischen Stätten in Ostjerusalem, die auf die 1930-er Jahre zurückgehen, gehören die Jüdische Nationalbibliothek, das Hadassah-Krankenhaus und die Hebräische Universität.

Während der jordanischen Besatzung Ostjerusalems (1948-1967) zerstörten die jordanischen Behörden 58 Synagogen, wählten den uralten jüdischen Friedhof auf dem Ölberg auf und nutzten die Grabsteine (einschließlich des Grabsteins der Hadassah-Gründerin Henrietta Szold), um Straßen zu pflastern und Latrinen in jordanischen Kasernen zu bauen.

Während der jordanischen Besatzung der Altstadt misshandelten die Jordanier auch die örtlichen Christen. Die jordanische Regierung beschränkte massiv die Zahl der Christen, denen gestattet wurde Pilgerreisen nach Jerusalem zu unternehmen, schränkten die Öffnung christlicher Schulen in der Stadt ein, verlangten, dass in Jerusalems christlichen Schulen der Koran gelehrt wurde und schafften das Recht christlicher Institutionen ab Land in Jerusalem zu erwerben. Wegen dieser Misshandlung durch die arabisch-muslimischen Behörden wanderte mehr als 60 Prozent der christlichen Bevölkerung Jerusalems von 1948 bis 1967 aus der Stadt aus.

Neuerliche christliche Auswanderung aus Jerusalem ist ebenfalls das Ergebnis von Druck durch muslimische Extremisten, die die Gegend „islamisieren“ wollen, sagt Vater Georges Abou-Khazen, ein Gemeindepriester in Bethlehem, wie er 1994 im Journal Terra Sancta schrieb. (Und in Bethlehem bieten Muslime Christen „astronomische“ Summen, damit die ihre Häuser und Grundstücke verkaufen. Einige von ihnen, die nicht verkaufen wollen, werden Angriffen und Schikanen unterworfen. Das Ergebnis: Viele Christen sind ausgewandert und Bethlehem hat heute eine muslimische Mehrheit.)

Ein kraftvolles, wenig bekanntes Buch des angesehenen israelischen Historikers Yehoshua Ben-Arieh wirft ein wichtiges Licht auf die entscheidenden historischen Fragen, die die Heilige Stadt umgeben. Sein Jerusalem im Neunzehnten Jahrhundert (Tel Aviv: Mod Books) ist wahrlich ein Muss.

Dr. Ben-Arieh vermerkt, dass Jerusalem zwar auf den ersten Blick eine Reihe muslimischer Bestandteile zu haben scheint, „diese sind aber genau genommen externe“. Der Moschee des Felsendoms zum Beispiel wird als drittheiligste Stätte des Islam angesehen. Doch die Heiligkeit dieser Stelle, auf der er steht, der Tempelberg, „ist mit einem früheren Heiligtum verbunden“, das Jahrhunderte früher von der Bedeutung des Tempelbergs für das Judentum bestimmt wurde. „Daher liegt die Moschee nicht im Zentrum der Stadt, wie in anderen Städten, sondern an diesem Ort, der dafür in der vormuslimischen Zeit bestimmt wurde“, schreibt Ben-Arieh.

Dr. Ben-Ariehs Forschungsarbeit offenbart die historische Irrelevanz vieler der Sätze und Clichés, die heutzutage in Mode sind. Die Etiketten „Viertel“ zum Beispiel – was sich auf das Jüdische Viertel, das Muslimische Viertel, das Christliche Viertel und das Armenische Viertel in der Altstadt bezieht – wurde von europäischen Besuchern im 19. Jahrhundert ins Heilige Land importiert. Die Grenzen dieser Viertel waren oft unscharf. Ben-Arieh zeigt, dass es viele Juden gab, die im 19. Jahrhundert im christlichen, muslimischen und armenischen „Viertel“ lebten, bis sie von den arabischen Pogromisten in den 1930-er Jahren vertrieben wurden. „In der Zeit des Ersten Weltkriegs“, erinnert sich Ben-Arieh, „gab es mehr Juden, die in der Hebron-Straße im Muslimischen Viertel wohnten, als in der Straße der Juden im Jüdischen Viertel.“ Ben-Arieh erwähnt auch, dass einige zeitgenössische arabische Viertel in Ostjerusalem wie Silwan ursprünglich jüdische  Viertel waren, deren Einwohner von arabischen Pogromisten ermordet oder vertrieben wurden, die dann ihre Häuser besetzten und aus diesen Vierteln de facto in arabische Dörfer machten.

Ben-Arieh betont, dass diese Verwandlung Jerusalems – Anfang des 19. Jahrhunderts – aus einer kleinen Stadt in einem Landstrich in eine blühende Metropole, die bis Mitte des Jahrhunderts zur wichtigsten Stadt des Landes wurde, einen Grund hatte: „die intensive jüdische Sehnsucht nach der ewigen Stadt und dass [jüdische] Einwanderer hineinströmten.“

Diese jüdische Sehnsucht konzentrierte sich auf den östlichen Teil Jerusalems, weil zu diesem Teil der Stadt die Westmauer und der Tempelberg (die heiligste Stätte des Judentums) gehörten. Sie war die Hauptstadt der biblischen jüdischen Königreiche während der Zeiten von David und Salomon und ist der Ort von dreitausend Jahren jüdischen Aufenthalts – daher die von der Regierung Yitzhak Rabin initiierten „Jerusalem 3000“-Feiern.

Selbst als die Juden mit Gewalt aus dem Land Israel ins Exil geschickt wurden, blieb Jerusalem – das historische Jerusalem – in ihren Herzen und Gemüter an oberster Stelle. Wenn Juden beten, wenden sie sich Jerusalem zu und Jerusalem spielt in drei täglichen jüdischen Gebetszeiten eine wichtige Rolle. Bei jeder jüdischen Hochzeit wird ein Glas zerbrochen, um die Trauer des jüdischen Volkes wegen der Zerstörung des Heiligen Tempels in Jerusalem zu symbolisieren. Napoleon soll am neunten Tag des hebräischen Monats Av (dem Fastentag Tischa Be’Av) an einer Synagoge vorbeigegangen sein und drinnen den Klang von Weinen und Klagen gehört haben. Die Berater des Kaisers erklärten ihm, dass die Juden die Zerstörung ihrer antiken Tempel betrauerten. Napoleon soll geäußert haben: „Ein Volk, das so lange den Verlust einer Stadt und eines Heimatlandes betrauert, wird sicher beide wiedergewinnen.“

Mort Klein ist Präsident der Zionist Organization of America.

dazu passend:
Jerusalem in Vierteln

Ein Gedanke zu “Das historisch jüdische Ostjerusalem

  1. Der Wahrheit die Ehre gegeben zur Ehre des Ewigen – des HEILIGEN ISRAELS – der Wohnsitz auf Erden, den der Ewige sich vor Zeiten erwählt hat!!!

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