Amerikanische Großkirchen-Christen gegen Israel

Manfred Gerstenfeld interviewt Rabbi Yitzchok Adlerstein (direkt vom Autor)

Die Führung der meisten „großen“ protestantischen amerikanischen Kirchen ist gefüllt von antiisraelischer Agitation, besonders bei denen, die in Missionskomitees sitzen. Inzwischen ist eine beträchtliche Zahl ihrer Mitglieder von antiisraelischer Rhetorik beeinflusst. Darüber hinaus sind jüngere Mitglieder infolge antiisraelischer Haltungen an Universitäten zunehmend Israel gegenüber feindselig. Wenn die Palästinenser hier weiter Fortschritte machen, wird das ein schwerer Schlag für das Selbstverständnis Amerikas als „felsenfest im Lager Israels stehend“ sein.

Zu diesen sehr linken Kirchen gehören die Presbyterianer, Methodisten, Episkopale, Lutheraner und die United Church of Christ. Sie zählen derzeit rund 16 Millionen Mitglieder. Ihre Mitgliedschaft und ihr Einfluss in den Vereinigten Staaten nehmen ab. Die Rhetorik dieser Kirchen wird in der Regel von noch harscherer aus kleineren Gruppen so genannter „Friedenskirchen“ übertroffen, darunter Mennoniten und Quäker.

Rabbi Yitchok AdlersteinRabbi Yitchok Adlerstein ist Direktor of Interfaith Affairs am Simon-Wiesenthal-Zentrum. Er ist der stellvertretender Lehrstuhlinhaber für Jewish Law and Ethics an der Loyola Law School und Gründungsredakteur des jüdisch-orthodoxen Blogs Cross-Currents.

Die großen Kirchen beanspruchen viele Kongressabgeordnete. Sie repräsentieren Amerikas Kernland und haben eine Reihe von israelfeindlichen Resolutionen verabschiedet. Dazu gehören Aufrufe zu Boykotten sowie De-Investion und Sanktionen (BDS). Einige zielen gegen Israel, andere fokussieren sich auf die „Siedlungen“. Mehrere Kirchen unterstützen das von Hass erfüllte, 2009 von einigen palästinensischen Christen veröffentlichte Kairos-Palaestina-Dokument. Es gibt auch Tourismus nach Israel unter palästinensischer Schirmherrschaft.

BDS begann 2004 mit der Verabschiedung einer Resolution in der Presbyterianischen Kirche (USA), die selektive De-Investition bei Anteilen amerikanischer Firmen forderte, die mit Israel Geschäfte machen. Lange zuvor stellte sich der 1948 gegründete Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) auf die Seite von Ländern der „Dritten Welt“ und deren Denken. Der ÖRK ist eine internationale Dachorganisation großer Kirchen, die in ihren Konfessionen zusammen 590 Millionen Mitglieder zu haben angibt. Er hat Israel regelmäßig verurteilt, aber nie gegen Versuche von Israels Nachbarn und Terroristen protestiert das Land von der Landkarte zu löschen. Oft schaden die von den Kirchen bezahlten Offiziellen Israel, ohne ein besonderes Mandat einer Versammlung zu haben. Im Herbst 2012 z.B., kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen, schickte ein Konsortium aus Kirchenvertretern einen Brief an Kongressmitglieder, in dem in Frage gestellt wurde, wie US-Militärhilfe von Israel verwendet wird, verbunden mit Forderungen nach Kürzungen dieser Hilfe.

Mehrere dieser Kirchen veröffentlichen auch extrem antiisraelisches Bildungsmaterial. Dies ist oft das einzige, das Kirchenmitglieder zu Gesicht bekommen. Die Methodisten produzierten vor einigen Jahren eine Studie, die von einem vom jüdischen Glauben abgefallen Pastor geschrieben wurde. Er gab zu das Judentum zu hassen. Darin gab es Abbildungen israelischer Soldaten, die an Naziwachen in Konzentrationslagern erinnerten.1

Die Motive dieser Kirchen sind verschieden. Einige zielen darauf den Staat Israel als „ein in Sünde empfangenes, kolonialistisches Unterfangen“ delegitimieren. Andere streben an, vom fehlenden Frieden im Heiligen Land christliches Zeugnis zu geben. Diese Kirchen haben viel von dem aussortiert, das ihre Großeltern glaubten und praktizierten; behalten haben sie das Mitgefühl für die Machtlosen. Indem sie die Palästinenser verteidigen, machen sie geltend den Underdog gegen das „mächtige und böse Israel“ zu unterstützen.

Die Theologie spielt in den antiisraelischen Aktivitäten der Großkirchen eine zunehmende Rolle. Es begann mit dem Sabeel-Zentrum für Ökumenische Befreiungstheologie und dessen Leiter Dr. Naim Ateek. Viele linke Kirchen sind Partnerschaften mit Sabeel eingegangen. Ateek nutzte in seiner Osterbotschaft von 2001 Kreuzigungs-Symbolik: „Vielen von uns scheint es so, dass Jesus wieder am Kreuz ist, zusammen mit tausenden gekreuzigter Palästinenser um sich herum.“2 Das führt den alten, mörderischen christlichen Vorwurf des Gottesmordes durch die Juden wieder ein. Ateek und andere streiten ab, dass die Bibel überhaupt von einem Bund für das Land mit den Juden spricht. Das ist eine Erneuerung der Ersetzungstheologie und des Supersessionismus und extrem gefährlich für Juden in der ganzen Welt, besonders in einer Zeit zunehmenden Antisemitismus.

Die palästinensischen Einflüsse bei antiisraelischem Schüren von Hass sind riesig. Sie haben ein Jahrzehnt lang Teams palästinensischer Christen durch die USA geschickt, die mit emotionalen Erzählungen über Leid an den innersten christlichen Gefühlen zerren. Sie sind effektiver als palästinensische Muslime, die nicht als „Brüder“ kommen.

Dennoch gibt es Überraschungen. 2012 ersetzten mehrere Konfessionen De-Investion durch Investitionsresolutionen. In einigen Fällen wurden Abstimmungen, die so aussahen als würden sie in die antiisraelische Richtung laufen, durch leidenschaftliche Reden von Pastoren gerettet, die darüber sprachen, welche Folgen solch eine Resolution auf die jüdische-christliche Freundschaft und Partnerschaften in ihren Kirchen haben würden.

Ich spreche regelmäßig mit Freunden in Kirchen, die über allerlei Fälle antiisraelischer Stimmungen nachdenken. Wenn ich viel davon der Fehlleitung christlicher Liebe zuschreibe, werde ich oft dadurch unterbrochen, dass jemand sagt: „Rabbi, ich wünschte, das stimmte. Es gibt weit mehr althergebrachten Antisemitismus in dieser Kirche als irgendjemand von uns gerne zugeben würde.“

Das Handeln dieser Großkirchen hat den Brunnen des christlich-jüdischen Dialogs vergiftet. Juden gingen einen manchmal fruchtbaren Dialog auf der Grundlage der Zusagen ein, dass die christlichen Partner die Verachtung für Juden und das Judentum hinter sich lassen würden und ernsthafte Versuche zu verstehen unternommen würden, was Juden wichtig ist. Die Art und Weise, wie diese Kirchen Israel behandeln, zeigt, dass beides nicht geschehen ist.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

1 www.camera.org/index.asp?x_context=2&x_outlet=118&x_article=1466
2 www.sabeel.org/res-archives.php?eventid=126

2 Gedanken zu “Amerikanische Großkirchen-Christen gegen Israel

  1. Die Quäker führen zusammen mit der palästinensischen BDS-Bewegung und mit der ideellen und finanziellen Unterstützung der http://www.jewishvoiceforpeace.org eine Boykottkampagne gegen Israel durch. Die Quäker, auch bekannt unter der Bezeichnung „The relgious Society of friends“ sind nun die besten Freunde des palästinensischen Terrors und sie haben bereits Hofjuden, die ihnen den Hintern küssen: Die JVP und die JVJP.CH.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.