Das Hornissennest des Nahen Ostens

Douglas Murray, Gatestone Institute, 13. Juni 2013

Wir leben mit einer intellektuellen Klasse, die derart daran gewöhnt ist in leeren Hornissennester zu stechen, während sie einander Preise für Mut verleihen, dass sie absolut keine Vorstellung davon haben, was zu tun ist, wenn ein tatsächliches Hornissennest daher kommt. Im Islam findet unser Zeitalter ein tatsächliches Hornissennest – angefüllt mit schwierigen, schmerzhaften, aber nicht notwendigerweise unlösbaren Problemen.

„Islamophobie“ ist ein Wort, über das wir im Verlauf des letzten Jahrzehnts reichlich gehört haben. Dazu kann gehören, irgendetwas über muslimisches Verhalten, muslimische heilige Schriften oder muslimische Geschichte zu sagen, das irgendeinem Muslim irgendwo missfällt. Wenn man zum Beispiel sagt, dass seine Feinde zu massakrieren nichts Gutes ist, kann man leicht der „Islamophobie“ beschuldigt werden. Bisher habe ich „Islamophobie“ als absolut alles definiert, das irgendein Muslim wo auch immer beleidigend finden könnte.

Unter all diesem Routine-Nonsens hat sich fast niemand wegen der weit üblicheren und einfacher feststellbaren Bedingungen beschwert: Nicht „Islamophobie“, sondern ihr mögliches Gegenteil, „Islamophilie“. Das ist der Titel meines neuen E-Books, das gerade über Melanie Phillips neues Online-Verlagshaus em-Books veröffentlicht wurde: „Islamophilie: eine sehr metropolische Krankheit“. Unmittelbar vor dem Massaker an Drummer Lee Rigby auf den Straßen von Südlondon durch die Hand zweier Männer nicht identifizierbarer religiöser Zugehörigkeit, die „Allahu Akbar“ brüllten, geht es in dem Buch nicht um Muslime oder den Islam. Es geht stattdessen um diese außergewöhnlichen Persönlichkeiten – von Politikern über Popstars und Schriftsteller zu Schauspielern – die normalerweise über religiöse Menschen nur Kritisches zu sagen haben und die niemals dabei erwischt werden würden das Christentum, geschweige denn den Katholizismus oder das Juden zu loben, die aber, wenn es um eine bestimmte Religion geht, nur Gutes darüber zu sagen haben.

Obwohl ein großer Teil der muslimischen Welt durchaus glauben mag, dass George W. Bush einer Art antiislamischem Teufel gleichen mochte, waren seine Aussagen über den Islam immer – und ausschließlich – durchgehend lobend. Er mag zaghaft gewesen sein über seine eigene Religion zu sprechen, doch er war überhaupt nicht zaghaft den Islam zu verkünden. Und nicht ein einziges Mal kam ihm während seiner gesamten Amtszeit ein negativer Kommentar zu dieser Religion über die Lippen. Nein, es war immer „Der Islam ist eine Religion des Friedens“ und so weiter.

George W. Bush mag einer der überraschendsten Personen für die Inklusion auf einer Liste von Islamophilen sein; andernorts finden sich zahllose britische und europäische Politiker, prominente Köpfe der US-Streitkräfte, darunter der Vorsitzende des Generalstabs in dieser Hall of Shame. Weiter unten auf der Liste gibt es Hollywood-Schauspieler – Liam neeson, der sagt, wie gerne er konvertieren würde, Ridley Scott,d er die Probleme des Islam auf die Christenheit überträgt: In den Filmen Ridley Scotts sind es z.B. die Christen, nicht die Muslime, die als Enthaupter dargestellt werden; und die Christen, nicht die Muslime, die anstreben „die Ungläubigen zu töten“.

Es gibt prominente Künstle rund Atheisten, die sich kritisch zu allen großen Religionen äußern, die aber, wenn sie jemals etwas Kritisches zum Islam sagen, sich fast immer sofort davon distanzieren und eine Kehrwende zu ihrer offenkundigen Meinung vollziehen.

Zweit Titanen der zeitgenössischen Literatur, Martin Amis und Sabstian Faulks, war ein Malheur passiert: Jeder von ihnen wurde bei einer Gelegenheit erwischt, wie er einem Interviewer eine kernige Ansicht zum Islam gab. In beiden Fällen dauerte diese Kernigkeit weniger als 24 Stunden. Beide Männer wurden schnell auf den Ausstoß von Artikeln und Interviews reduziert, in denen sie erklärten, dass sie nicht wirklich meinten, was sie gerade gesagt hatten und dass Mohammed – weit davon entfernt eine irgendwie dubiose historische Persönlichkeit zu sein – in Wirklichkeit die möglicherweise größte jemals lebende Persönlichkeit war.

Warum stellen so viele Leute, die frei und furchtlos über so viele Themen sprechen, eine solch irrationale Liebe zur Schau und bringen nur die kriecherische Übertreibung heraus, wenn es um den Islam geht? Nun, es gibt mehrere Gründe. Dazu gehört der herausstechende Wunsch unseres Zeitalters, knuddelig und freundlich und tolerant und nett zu erscheinen und so offen, dass unser Gehirn es nicht erträgt irgendjemanden noch wegen irgendetwas zu kritisieren. Das ist sicher ein tiefgreifendes Problem bei Pop-Ikonen, Sängern und Filmstars, die auf die Liste der Islamophilie-Schande gehören.

Doch der stärkere Grund – in der Tat der stärkste, übergeordnete Grund – kommt als Antithese dieser „Furchtlosigkeit“, auf die so viele Autoren und Künstler unserer Tage so stolz zu sein scheinen. Wir leben mit einer intellektuellen Klasse, die derart daran gewöhnt ist in leeren Hornissennester zu stechen, während sie gegenseitig Preise für Mut verleihen, dass sie absolut keine Vorstellung davon haben, was zu tun ist, wenn ein tatsächliches Hornissennest daher kommt. Im Islam findet unser Zeitalter ein tatsächliches Hornissennest – angefüllt mit schwierigen, schmerzhaften, aber nicht notwendigerweise unlösbaren Problemen. Statt ihre selbst gestellte Aufgabe zu erledigen und ein solches Nest auf so produktive Art wie möglich zu stoßen, haben sie sich – so scheint es – entschlossen entweder vorzugeben, dass das Hornissennest nicht da ist oder vorzugeben, dass es eigentlich die bezauberndste, liebenswerteste, herzigste Kuriosität im Garten unserer Zeit ist.

Islamophilie, nicht „Islamophobie“ ist die Psychose unserer Zeit. Die gute Nachricht ist aber, dass es Abhilfe und Heilmittel gibt. Ich habe versucht einige davon vorzuschlagen. Und ich hoffe, wenn die Gatestone-Leser mehr wissen wollen, dann werden sie das Buch selber kaufen.

„Islamophilie“ überholt derzeit die Verkäufe des Koran, auch wenn Mohammed einen Vorsprung hatte. Dich allein diese Tatsache legt nahe, dass möglicherweise die lange überfällige Gegenwehr gegen den Kniefall unserer Zeit begonnen haben könnte.

2 Gedanken zu “Das Hornissennest des Nahen Ostens

  1. Read also Mark Gabriel : „Swisslam“; „Islam und Terrorismus“, „Jesus und Mohammed“

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