Palästinensisch-arabischer Fotojournalismus – und täglich grüßt das Murmeltier, Version 1.1

Love of the Land, 9. Juli 2013

Manchmal muss man sich einfach wundern, aber dann erinnert man sich daran, mit wem man es zu tun hat und sich entscheiden, das mit der Welt zu teilen. Das hier hat ein wenig von „Murmeltiertag“-Qualität, wo die Hauptfigur sich in einer Zeitschleife befindet und denselben Tag immer und immer wieder erlebt; nur handelt es sich in diesem Fall um immer dasselbe Foto.

Von der Al-Qassam-Internetseite von heute:

Zweihundert Siedler stürmen die Al-Aqsa-Moschee

09.07.2013, 8.38 Uhr

Al-Qassam-Website – Fast 200 israelische Siedler stürmten Montagmorgen die Al-Aqsa-Moschee unter dem Schutz der israelischen Polizei und in schamloser Provokation der palästinensischen Betenden und Studenten, die begannen „Takbir“ zu rufen, sagte die Al-Aqsa-Erbe-Stiftung.

Seit den frühen Morgenstunden stürmten 5 Siedlergruppen die Al-Aqsa-Moschee vom Mughrabi-Tor her, darunter Jugendliche, Kinder, Mentoren und Soldaten in ihren Militäruniformen, fügte die Stiftung hinzu. Sie Siedler brüllten und lachten laut und zeigten keinen Respekt für den Ort.

Israelische Siedler eskalierten ihre Einbrüche in die Al-Aqsa-Moschee in jüngster Zeit als Teil des israelischen Plans die Moschee zu teilen und in der heiligen Stadt vollendete Tatsachen zu schaffen.

Die sehen ziemlich grimmig aus, auch wenn der Hintergrund nicht allzu sehr nach dem Bereich des Tempelbergs/der Al-Aqsa-Moschee aussieht. Auch die M-16-Sturmgewehre, Männer in Tefillin und Tallith sind ziemlich fragwürdig.

Dann gab es aber am 19. März 2013 wiederum dies hier auf der Al-Qassam-Website:

Jüdische Siedler beschädigen palästinensische Traktoren in Dorf bei Nablus

19.03.2013, 8:19 Uhr

Al-Qassam-Website – Jüdischer Siedler überfielen am Montagmorgen die Außenbezirke des Dorfes Burin bei Nablus und beschädigten eine Reihe Traktoren, die von palästinensischen Bauern zur Bearbeitung ihrer Felder genutzt werden.

Augenzeugen sagten, die aus der Siedlung Bracha gekommenen Siedler jagten auch eine Reihe palästinensische Schafhirten und versuchten diese anzugreifen.

Sie sagten, israelische Besatzungsstreitkräfte kamen im Dorf an, um die Siedler zu beschützen und sie zu überzeugen sich zurückzuziehen, aus Angst, dass die Bewohner Rache wegen dem nehmen könnten, was sie ihrem Besitz angetan hatten.

Und davor auf uruknet.info am 18. September 2008:

Pogrom in Nablus
Es gibt eine unausgesprochene Vereinbarung zwischen der Armee und Siedlern

Khaled Amayreh

18. September 2008

Anscheinend mit stillschweigendem Einverständnis der israelischen Besatzungsarmee haben Banden jüdischer Terroristen, auch bekannt als Siedler, ungeschützte palästinensische Zivilisten und deren Besitz in vielen Teilen der Westbank angegriffen.

Der schwerste Vorfall ereignete sich diese Woche im Dorf Asira al-Qibliya, südlich von Nablus, als Dutzende schwer bewaffneter Siedler-Terroristen durch die friedliche arabische Gemeinde tobten, willkürlich auf in Schrecken versetzte Palästinenser schossen und mutwillig ihre Häuser und Autos beschädigten.

Aus Angst um ihr Leben mussten die Dorfbewohner entweder aus dem Dorf fliehen oder sich in ihren Häuser verbarrikadieren, während israelische Soldaten sich weigerten echte Bemühungen zu unternehmen, um die tobenden Siedler aufzuhalten. Bildmaterial des Vorfalls, das von der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem eingeholt wurde, zeigte israelische Soldaten am Ort des Tobens, die aber praktisch nichts unternahmen, um die Gewalt zu stoppen.

Am Ende des versuchten Pogroms waren acht Personen des Ortes verletzt, darunter zwei, die schwere Schusswunden erlitten…

Und noch einen Schritt in der Zeit zurück – The Electronic Intifada, 11. September 2006:

Bericht: Siedler verüben weiter straflos Gewalt gegen Palästinenser

Yesh Din, 11. September 2006

Israelische Soldaten verhängen Ausgangssperre über palästinensische Bevölkerung der Westbank-Stadt Hebron, um israelischen Siedlern zu gestatten Hebron zu besuchen und zu beten, 3. August 2006 (MaanImages/Mamoun Wazwaz)

Die Bildbeschreibung lässt zwar zu wünschen übrig, da über die Stadt Hebron keine Ausgangssperre verhängt wurde, aber das ist wahrscheinlich das Originalfoto und -datum von Maan Images. Die Abgebildeten befinden sich auf dem Weg zur Grabhöhle des Otnial ben Kenaz, die einmal im Jahr an Tischa Be’Av besucht wird.

Und damit scheinen wir den Ursprungspunkt erreicht zu haben – keine den Tempelberg Stürmenden oder Dörfer bei Nablus Angreifenden, sondern nach Ma’ans Bildbeschreibung eine Aktivität, die nicht deren Zustimmung hat, aber der näher an der Wahrheit liegt. Das geschieht selbst in der Welt des arabischen Journalismus gelegentlich, auch wenn es sieben Jahre her ist.