Ägypten blockiert den Gazastreifen – wo sind die Flottillen?

Khaled Abu Toameh, Gastestone Institute, 9. August 2013

Die Hamas hat endlich zugegeben, dass es die Ägypter sind und nicht Israel, die den Gazstreifen in ein „großes Gefängnis“ verwandelt haben.

Ghazi Hamad, ein hochrangiger Vertreter des von der Hamas kontrollierten Außenministeriums, wurde diese Woche folgendermaßen zitiert: Der Gazastreifen sein „als Ergebnis der ständigen Schließung des Grenzübergans Rafah durch die ägyptischen Behörden seit dem 30 Juni in ein großes Gefängnis“ verwandelt worden. Hamad sagte, seitdem sei die Zahl der palästinensischen Reisenden am Terminal in Rafah von 1.200 auf 200 täglich gesunken.

Doch das ist eine Story, die nicht ihren Weg in die Seiten der Mainstream-Zeitungen des Westens gefunden hat, weil man nicht auf irgendeine Weise Israel hineinziehen kann. Um alles schlimmer zu machen, kündigten die ägyptischen Behörden an, dass das Terminal in Rafah während des viertätigen muslimischen Festes Id al-Fitr, da am 8. August begann, komplett geschlossen wird.

Bis vor kurzem wurde die Klage, der Gazastreifen sei in ein „großes Gefängnis“ verwandelt worden, ausschließlich Israel gegenüber erhoben, was die Aufmerksamkeit der Mainstream-Medien und Menschenrechts-Organisationen auf der ganzen Welt gewann. Doch jetzt, wo die Klage gegen Ägypten erhoben wird, haben sich die Menschenrechts-Organisationen und sogar die „pro-palästinensischen“ Gruppen, besonders an Universitäten in den USA, Kanada und Australien, entschieden wegzusehen.

Die Einwohner des Gazastreifens fragen dieser Tage: Wo sind all die Solidaritäts-Einsätze aus dem Ausland, die immer den Gazastreifen besuchten, um Unterstützung für die Hamas und die palästinensische Bevölkerung zu zeigen? Im Juli besuchten nur zwei Delegationen aus dem Ausland den Gazastreifen. Im Vergleich reisten im Januar und Juni diesen Jahres rund 180 Delegationen dort ein.

Die „pro-palästinensischen“ Aktivisten sagen, sie seien nicht in der Lage in den Gazastreifen zu kommen; Grund seien die strikten Sicherheitsmaßnahmen und Reisebeschränkungen der ägyptischen Behörden. Doch warum haben diese Aktivisten nicht versucht eine weitere Hilfskonvoi-Flottille nach Gaza zu organisieren, um die ägyptische Blockade zu brechen? Warum sind die „pro-palästinensischen“ Aktivisten nicht auf die ägyptische Seite des Übergangs Rafah geschickt worden, um ihre Solidarität mit den Einwohnern des „großen Gefängnisses“ zu zeigen?

Die Antwort ist offensichtlich: Erstens ist das Hauptziel der Aktivisten die Verurteilung Israels und ausschließlich dieses für das Elend der Palästinenser verantwortlich zu machen. Die Aktivisten kümmert das Leiden der Palästinenser nur so viel, wie sie daran interessiert sind ihre antiisraelische Agenda voranzutreiben. Die widmen den größten Teil ihrer Energien und Anstrengungen darauf gegen Israel aufzuwiegeln und haben den Palästinensern selten etwas Gutes zu bieten.

Zweitens wissen die „pro-palästinensischen“ Aktivisten, dass es dumm wäre sich mit der Armee und den Sicherheitskräften Ägyptens einzulassen. Beim letzten Mal, als Ausländer versuchten einen friedlichen Protest auf der ägyptischen Seite des Rafah-Übergangs zu veranstalten, zögerten die ägyptischen Behörden nicht diese anzugreifen und viele von ihnen aus dem Land zu deportieren.

Gleichermaßen gibt es ein Problem mit der Art, wie die internationalen Medien die derzeitige Krise im Gazastreifen behandeln. Während die ägyptischen Behörden die Blockade des Gazastreifens enger ziehen, fahren weiterhin Dutzende LKW mit Gütern und Baumaterial über den Übergang Erez aus Israel hinein. Nur diese Woche lieferten mehr als 500 LKW ihre Ladungen mit einer Vielzahl an Waren und 86t Kochgas über Erez an die Einwohn des Gazastreifens. In der letzten Juliwoche lieferten 1.378 LKW 37.306t Güter aus Israel in den Gazastreifen und insgesamt 2.203 Personen passierten das Erez-Terminal. Seit Jahresbeginn lieferten fast 34.000 LKW mehr als 950.00t Güter über Israel in den Gazastreifen.

Den Ägyptern sind – wie den meisten Arabern – die Palästinenser ziemlich egal. Sie wollen, dass die Palästinenser Israels Problem sind und weiter auf Almosen westlicher Länder angewiesen sind.

Den Arabern ist es egal, ob die Einwohner des Gazastreifens verhungern, solange Israel dafür verantwortlich gemacht wird.

Warum also sollte es irgendein arabisches Land irgendwie kümmern, wenn die internationale Gemeinschaft und Medien weiterhin eine Vogel-Strauß-artige Haltung gegenüber der Verantwortung Ägyptens für die Verschlimmerung der humanitären und wirtschaftlichen Krise im Gazastreifen fortsetzt?

Ein Gedanke zu “Ägypten blockiert den Gazastreifen – wo sind die Flottillen?

  1. Nicht nur „den Arabern ist es egal, ob die Einwohner des Gazastreifens verhungern, solange Israel dafür verantwortlich gemacht wird.“ Anscheinend wohl auch den nichtarabischen Antizionisten!

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