Friedensopfer

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 7. August 2013

Bei einem der berühmtesten Ereignisse in der Bibel befahl Gott Abraham seinen einzigen Sohn zu opfern. Also nahm Abraham seinen Sohn, fesselte ihn auf dem Altar und bereitete sich vor ihn als Brandopfer darzubringen. Und dann rief ihn die Stimme des Engels und sagte ihm, er solle seinem Sohn keinen Schaden zufügen.

Gott wollte keine Menschenopfer. Der Friedensprozess schon.

Der Handschlag mit Arafat im Rosengarten führte zu einer Welle von Terroranschlägen, begangen von den muslimischen Terroristen, denen man gestattet hatte nach Israel zu kommen, Armeen zu bilden, offen zu trainieren und offen zu töten. Premierminister Rabin erfand ein neues Opfer, um die ermordeten Israelis zu beschreiben: Korbanot Shalom – Opfer für den Frieden.

Im alten Israel wurde im Tabernakel und im Tempel das Korban Shelamim, das Friedensofper als feierliches Opfer gebracht, um von allen gegessen zu werden. Im modernen Staat Israel würde das Korbanot Shalom von den Familien der Toten gebracht, die oft wenig mehr als ein paar Hautfetzen, einen Finger oder eine Hand hatten, verfangen in einer Ritze des Bürgersteigs, um sich an ihre Kinder zu erinnern.

Im alten Israel wurden Menschenopfer nur von den heidnischen Anhängern des Moloch praktiziert, der widerliche Kult, der seine eigenen Söhne und Töchter in die Flammen des Götzen warf. Im neuen Israel, das an dem glorreichen Tag im Rosengarten unter dem strahlenden Blick Bill Clintons eingeleitet wurde, wurde von jedem im Land erwartet, dass er bereit war seine Kinder dem Moloch des Friedens zu opfern, dem Götzen der palästinensischen Autonomiebehörde, auf dessen Altar Friedensnobelpreise eingraviert sind und dessen Gottesdienst von internationalen Diplomaten und einheimischen Pazifisten geleitet wird, die sich selbst zu Priestern des Friedens ernannt hatten.

Frieden zu schließen machte den Gottesdienst des Todes zu einer nationalen Pflicht. Es konnte nicht gesagt werden, wo oder wann man von Israels Friedenspartnern in Ramallah aufgefordert werden würde ein Friedensopfer zu werden. Es könnte in einem Einkaufszentrum sein oder in einer Pizzeria oder während man Bus fährt. Ein Israeli konnte jederzeit zum Friedensopfer werden. Und die Führer der Arbeitspartei würden an seinem Grab feierlich ihre Köpfe neigen, wie die biblischen Ältesten verpflichtet waren es bei jedem Mordopfer in ihrer Umgebung zu tun. Doch anders als die Ältesten konnten sie nicht den zeremoniellen Vers rezitieren: „Unsere Hände vergossen dieses Blut nicht.“

Schließlich erfuhr Premierminister Rabin, der so viele Israelis als Friedensopfer dargeboten hatte, selbst das Privileg zum Friedensopfer zu werden. Seinem Aufstieg wird jedes Jahr gedacht und hat seitdem den Weg in das israelische Curriculum gefunden, als Beispiel für den Einsatz für den Frieden, der von wahren Visionären des Friedens erwartet wird.

Die Friedensopfer haben abgenommen, als die Linke die Macht verlor. Die hölzernen Altäre des Molochs Frieden stehen leer und die Priester des Friedens laufen trauernd durch internationale Flughäfen, studieren Landkarten, zeichnen Pläne und fordern neue Opfer. Und irgendwann wird ihre Forderung beherzigt.

Im Frühjahr kam Amerikas Friedensprinz, der Mann, der den Taliban tausende amerikanische Soldaten mit auf dem Rücken gefesselten Händen in die Arme geworfen hatte, der jeden anderen amerikanischen Verbündeten in der Region geopfert hatte, nach Jerusalem, um zu verlangen, dass die Altäre einmal mehr aufgebaut werden und Blut für Frieden über den Verhandlungstisch fließt.

„Es kann verlockend sein den Frust und die Opfer beiseite zu schieben, die mit dem Streben nach Frieden einher gehen“, sagte Obama einem sorgfältig ausgesuchten Publikum israelischer Studenten. Einige davon sind zukünftige Opfer auf seinem blutigen Altar des Friedens. „Hier auf Erden müssen wir unsere Verantwortung in einer nicht perfekten Welt tragen. Das bedeutet unseren Teil an Opfer und Kampf zu akzeptieren.“

Und so kommt das Maß des Opfers wieder. Die zeremonielle Freilassung von Terroristen mit Blut an den Händen eröffnete dieses Fest der Verhandlungen. Einige der befreiten Terroristen waren berüchtigt begnadete Opfernde gewesen: Sie forderten das Leben von Frauen und Kindern ein. Und zur Belohnung für ihre Dienste lächelte der Moloch des Friedens ihnen zu und befahl ihre Freilassung.

Netanyahu, der den vor Gericht gestellten Olmert ersetzte, der den ins Koma gefallenen Sharon ersetzte, der den aus der Gunst gefallenen Barak ersetzte, der Netanyahu erstmals ersetzte, beugte sich dem Unabänderlichen. Und man muss ihm zugutehalten, dass er es widerstrebend tat. So kann man konservative Regierungen in Israel von linken Regierungen unterscheiden. Die linken stürmen eifrig voran, um auf dem Altar des Friedens Menschenopfer zu bringen und werden nicht aufhören, egal wie viele Engel vom Himmel schreien, sie sollten das Messer niederlegen. Doch die Konservativen tun es widerstrebend, sie bieten Rechtfertigungen, sie schinden Zeit, sie halten mutige Reden, sie schlagen sich ein wenig an die Brust und dann seufzen sie schwach, sie schultern die Last des Galut Yid und bauen den heidnischen Altar des Friedens in Sichtweite des Ruinenhaufens des Tempels und der Gräber ihrer Väter auf.

Netanyahu, sagt man uns, gab sein Bestes. Wie die engagiertesten Ghettoleiter während des Holocaust schindete er Zeit, gab falsche Listen aus, versuchte die wichtigen Ausländer abzulenken, die durch sein Ghetto stolzierten, in der Hoffnung sie würden die Kinder nicht sehen, würden nicht anfangen darüber nachzudenken, wie diese Kinder aussehen würden, wenn sie mit durchgeschnittener Kehle und einem blutig wertlosen Friedensabkommen im Mund auf einem Altar des Friedens ausgebreitet aussehen würden.

Aber als er dann in die Ecke getrieben war, beugte er sich der Notwendigkeit. War er ein Rumkowski, der sich der Halluzination hingab er könne die Juden von Lodz durch friedliche Kollaboration mit den Nazis retten? Oder war er ein Kastner, der der das Spiel mitmachte, um eine Mehrheit, dann vielleicht eine Minderheit zu retten und dann mit ein paar Zügen wichtiger Leute das Land verließ – mit in seinen Ohren tönenden Todesschreien einer halben Million ungarischer Juden, die er belog und zum eigenen Nutzen verriet.

Vielleicht wird, wenn all die Friedensprozesse durch sind, die Arbeitspartei – Kastners Partei – ein paar Flugzeuge wichtiger Leute aus den brennenden Ruinen Israels retten und das als Erfolg ihrer Friedensbemühungen bezeichnen.

Wenn Sie verstehen wollen, dann halten Sie inne und hören einen Augenblick Chaim Rumkowski zu, wie er die infame Rede an die Juden des Ghettos von Lodz hält, die eines Tages als die „Gebt mir eure Kinder“-Rede bekannt sein wird. „Das Ghetto hat einen harten Schlag erfahren. Sie verlangen, was uns am teuersten ist – Kinder und Alte. Ich hatte nicht das Vorrecht ein eigenes Kind zu haben und widmete daher meine besten Jahre den Kindern“, sagte Rumkowski, der in den Leiter des Judenrats des Ghettos Lodz verwandelte ehemalige Waisenhausleiter und wischte sich die Stirn. „Ich lebte und atmete zusammen mit Kindern. Ich stellte mir nie vor, dass meine eigenen Hände gezwungen werden würden dieses Opfer auf dem Altar zu bringen. In meinem hohen Alter werden ich gezwungen meine Hände auszustrecken und zu betteln: Brüder und Schwestern, gebt sie mir! Väter und Mütter, gebt mir eure Kinder!“

„Im Verlauf des gestrigen Tages“, sagte Rumkowski den versammelten Juden, die nur glaubten, sie hätten zu diesem Zeitpunkt die Hölle durchlebt, „wurde mir befohlen mehr als 20.000 Juden aus dem Ghetto zu schicken und wenn ich das nicht mache – ‚werden wir es selbst tun‘.“

Und das ist der Satz. Dieses „Wir werden es selbst tun“, das der wahre Name des Molochs Frieden ist. Hören Sie die Rechtfertigungen von Rumkoswkis Lippen am 4. September 1942, als er zu Männern und Frauen sprach, die zum Tode verdammt waren. Hören Sie es von den Lippen Netanyahus und seiner Partner. Hören Sie es von den konservativen Erklärern, die warnen, wenn Israel nicht seine Kinder auf dem Altar des Friedens opfert, werden Obama und die Europäische Union und der ganze Rest der Welt es tun.

„Die Frage entstand: ‚Sollten wir das akzeptieren und selbst ausführen oder es anderen überlassen?‘ Doch weil wir nicht von dem Gedanken geleitet werden ‚wie viele werden verloren gehen‘, sondern ‚Wie viele können gerettet werden?‘, kamen wir zu dem Schluss – die mit mir am engsten zusammenarbeiten und ich – dass, so schwierig auch immer es werden wird, wir es auf uns nehmen müssen diesen Erlass auszuführen“, sagte Rumkowski und machte damit aus seiner Kollaboration mit den Mördern tausender Kinder einen Akt persönlichen Mutes. „Ich muss diese schwierige und blutige Operation ausführen, ich muss Gliedmaßen abhacken, um den Körper zu retten!“

Israel hat bereits so einige Gliedmaßen abgehackt. Doch es gibt noch mehr zum Abhacken. Und die Frage ist nicht, wie viele sterben werden, wie viele aus ihren Häusern geworfen werden, sondern wie viele gerettet werden können. Diese diplomatische Selektierung ist die blutige Rechtfertigung des Friedens.

Rabin warnte, wenn Israel kein autonomes Gebiet akzeptieren würde, dann würde es gezwungen werden einen Staat zu akzeptieren. Peres warnte, wenn Israel keinen Staat im Gazastreifen und der Westbank akzeptiert, dann würde es Jerusalem verlieren. Sharon warnte, wenn Israel die Vertreibung der Juden aus dem Gazastreifen nicht akzeptiert, dann würde es alles bis zu den Grenzen von 1967 verlieren. Olmert warnte, wenn Israel die Teilung Jerusalems nicht akzeptiert, dann würde es die ganze Stadt verlieren.

Israel akzeptierte das meiste davon und jeder dieser furchtbaren Verluste, die es damit vermeiden wollte, trat trotzdem ein, nicht trotz, sondern wegen dieser vorhergehenden Zugeständnisse. Das autonome Gebiet ebnete den Weg für einen Staat. Der Verlust des Gazastreifens und der Westbank machte Jerusalem zum nächsten Ziel im Ablaufplan.

Und jetzt warnen die Priester des Friedens, wenn Israel einen Handel auf Grundlage der Grenzen von 1967 und die Teilung Jerusalems nicht akzeptiert, dann wird es gezwungen werden eine Einstaatenlösung zu akzeptieren, die das Land vernichten wird. Oder wie Obama es formulierte: „Angesichts der Demografie westlich des Jordan führt der einzige Weg, dass Israel als jüdischer und demokratischer Staat bestehen überleben und gedeihen kann, über die Verwirklichung eines unabhängigen und lebensfähigen Palästina.“ Eine andere Art das ehrlicher zu formulieren ist: Gebt mir, was ich will oder ihre werdet vernichtet.

Ein Narr könnte sehen, wie der nächste Schritt aussieht, doch die Priester des Friedens lassen keine Weisen von Chelm in ihren Treffen zu. Die Rumkowskis und die Kastners wollen keine Ablenkung in ihren diplomatischen Operationssälen, während sie am jüdischen Staat chirurgische Behandlungen vornehmen. Wie Rumkowski kam eine Reihe israelischer Premierminister zu der Schlussfolgerung, sie würden einen starken Drink und es dann auf sich nehmen müssen, den Erlass auszuführen. Die Operationen müssen aber noch zu einem gesunden Israel führen, dass energisch dahinhinkt, während es einem Staat Palästina auf der anderen Seite zuwinkt, der die Israel fehlende Gliedmaße hat. Doch die Priester des Friedens versprechen, dass mit ausreichenden Riten, ausreichend Weihrauch, ausreichend Rauch, ausreichend zerstückelten Kindern und ihren nach vielversprechenden Zeichen des Friedens untersuchten Eingeweiden der Tag kommen wird.

Gehen wir zurück ins Ghetto von Lodz im September und hören zu.

„Ich habe alles versucht, was ich konnte, damit das bittere Urteil aufgehoben wird“, sagt Rumkowski der Menge. „Als es nicht aufgehoben werden konnte, versuchte ich das Urteil abzumildern. Erst gestern befahl ich die Registrierung neunjähriger Kinder. Ich wollte wenigstens einen Jahrgang retten – Kinder im Alter von neun bis zehn Jahren. Doch sie gaben nicht nach. Ich hatte einen Erfolg – die Kinder zu retten, die älter als zehn Jahre sind. Lasst das unseren Trost in unserer großen Trauer sein.“

Da sind unsere Führer, die aus dem Nazi-Hauptquartier oder von der Plantage Wye zurückkehren, um ihr Volk zu informieren, dass sie wenigstes die Zehnjährigen retteten. Dazu war lediglich die Bereitschaft nötig die Kinder unter zehn Jahren aufzugeben. Sie retteten die größeren Siedlungen, sagen sie uns. Sie retteten Jerusalem. Sie retteten Israel. Sie retteten etwas. Und alles, was sie dafür tun mussten, war alles aufzugeben.

Als Rumkowski erklärte: „Ich muss diese schwierige und blutige Operation durchführen“, hörte er auf einer der Ghettojuden zu sein und wurde für eine kurze Zeit ein Nazi. Eine Selektierung dieser Art ist der Tod der Seele. Wer es auf sich nimmt zu entscheiden, wer vom eigenen Volk für das übergeordnete Wohl durch die Hände des Feindes sterben soll, der übernimmt die Perspektive des Mörders. Er beginnt zu denken wie der Feind.

Wenn israelische Führer sich zur territorialen Diplomatie-Selektierung setzen und anfangen darüber nachzudenken, welche Israelis aus ihren Häusern geworfen werden sollen, welche Teile Israels man aufgeben soll und wie viele Tote um des Friedens willens akzeptabel sind, dann fangen sie an zu denken wie die internationalen Diplomaten und hören auf wie Israelis zu denken. Sie gestatten dem Feind in sie einzudringen und wickeln sich in die rumkowskische Ehrenhaftigkeit; sie stumpfen dem von ihnen verursachten Leiden gegenüber ab. Was Rumkowski, was Netanyahu und so viele andere vergessen haben: Wenn man beginnt zu entscheiden, wie viele Juden sterben sollten, wird man zum Nazi.

Es gab keinen Engel, der Rumkowsi von der Opferung tausender Kinder um des übergeordneten Wohls willen abhielt, denn er hörte keinem Engel zu, sondern den Nazi-Offizieren, die ihn mit dem Versprechen zum Abgrund geleiteten, dass eine ständig abnehmende Minderheit gerettet werden könnte, wenn er alle dazu bringt mitzukommen. Von den mehr als 200.000 Juden, die das Ghetto in Lodz betraten, blieben am Ende weniger als eintausend übrig. Tausende weitere schafften es in den Konzentrationslagern zu überleben, in die sie geschickt wurden. Rumkowski wurde in Auschwitz von anderen Juden totgeschlagen. Kastner, der offizielle Posten in der israelische Arbeitspartei bekommen hatte, die eines Tages den Friedensprozess verbrechen sollte, wurde erschossen.

Jetzt entstehen die Altäre wieder und die immer weiter abnehmende Menge an Territorium, die gerettet werden wird, passt zu der ständig wachsenden Menge an Friedensopfern, die toleriert werden wird. Beim letzten Feuerwechsel schlugen Raketen in großen israelischen Städten ein, die seit Jahrzehnten nicht bombardiert worden waren. Die Terroristen haben aus den Raketen ihren eigenen Altar gemacht und die Selbstmord-Bomber zu ihren Opfern und Israelis machen aus dem Verhandlungstisch einen Altar und die Opfer des Terrorismus zu ihrem Opfer.

Wir wissen, was als nächstes kommt, doch wir entscheiden uns es nicht zu wissen. So wie sie sich entschieden es nicht zu wissen. So ist es leichter. Entweder werden die Friedensopfer aufhören oder Israel wird zu einem weiteren Ghetto von Lodz, dessen verängstigte Lehnsherren weiter glauben, sie könnten am Leben bleiben, wenn sie den richtigen Deal machen, wenn sie genug verzögern, wenn sie die Neunjährigen aufgeben, um die Zehnjährigen vor dem Altar des Friedens zu retten.

Gehen wir zurück in den August 2005 und sehen wir einen anderen Mann sprechen. Dieser Mann ist kein Rumkowski. Kein kriecherischer Ghetto-Bewohner. Er ist ein berühmter General und der Premierminister des Staates Israel und er spricht zur Nation. „Dies ist ein für mich persönlich sehr schwieriger Schritt. Mit schwerem Herzen hat die Regierung Israels die Entscheidung zur Abkoppelung getroffen und die Knesset hat das nicht leichthin genehmigt“, sagte der alte Mann, der kaum sechs Monate vor dem Schlaganfall stand, der ihn ins Koma schicken sollte. „Die Verantwortung für die Zukunft Israels liegt auf meinen Schultern. Ich leitete diesen Plan ein, weil ich zu dem Schluss kam, dass dies für Israel lebensnotwendig ist. Glauben Sie mir, das Ausmaß des Schmerzes, den ich angesichts dieser Handlung fühle, kommt nur dem Maß der entschlossenen Erkenntnis gleich, dass es etwas ist, das getan werden musste.“

Und hier ist der absolute Witz: Es ist die ausgedörrte Stimme Rumkowskis, die aus dem Mund Ariel Sharons spricht. Es ist das Echo des kalten polnischen Herbstes von 1942 im heißen israelischen Sommer des Jahres 2005. Wie Rumkowski übernahm Sharon die Verantwortung für das Problem. Er fühlte den Schmerz, aber es musste etwas getan werden.

Und hier ist sie wieder in seiner Knesset-Rede zur Abkoppelung, mit dem die Juden des Gazastreifens ethnisch gesäubert werden und das Gebiet der Hamas übergeben wird. „Es ist mir klar, dass innerhalb des politischen Vakuums, dass entsteht, sollte die ‚Roadmap‘ zusammenbrechen und Israel keinen Erfolg damit haben seine eigene Alternative vorzulegen, von überall auf der Welt Dutzende politischer Initiativen entworfen werden.“

Sechs Jahrzehnte später wurde das jüdische Leben immer noch zu denselben Bedingungen verhandelt. Wenn wir nichts tun, werden sie es tun.

Wir mussten eine Alternative zum Abschneiden eines Arms und eines Beins vorlegen, indem wir den Schaden auf ein paar Finger begrenzten. Wir mussten die Neunjährigen aufgeben, um die Zehnjährigen zu retten. Da ist Premierminister Rumkoswki, der dem Ghetto Lodz von Israel vorsteht. Da ist der Friedensprozess in all seinem elenden Glanz. Da ist der Altar und das ist der Patriotismus des ein paar Gliedmaßen Abhackens, ein paar tausend Kinder Aushändigens, in der Hoffnung, dass der Rest leben wird.

Und der wahre Horror davon ist, dass die Rumkowskis noch die Anständigen sind. Sie glauben, dass sie tun, was getan werden muss. Es gibt keine Möglichkeit sie mit den Abraham Gancwajchis oder den Yossi Beilins zu vergleichen, den Peace Nows oder den Gruppe 13s, die das, was sie tun, nicht wegen der schwindenden Aussicht des übergeordneten Wohls tun, sondern weil sie glauben, ihre Verbrechen seien das übergeordnete Wohl. Die Rumskowskis sind nicht die Schlimmsten von uns. Sie sind die Besten der Schlimmsten von uns. Sie opfern uns, aber sie tun es widerstrebend. Sie wünschten, es gäbe einen besseren Weg.

Derweil werden die Altäre gebaut und warten auf ihre Opfer. Die Stimme des Moloch ist im Land zu hören und der dröhnende Schrei aus seinem Mund lautet „Frieden“. Väter und Mütter bringen ihre Söhne und Töchter zum metallenen Schlund, während sie Lieder vom Frieden singen. So ist es jetzt Jahrzehnte lang gewesen. Menschenopfer werden als das Ehrenhafte akzeptiert.

Gott ruft sie nicht und kein Engel leitet sie. Sie hören auf ihre Führer und ihre Führer sitzen in Treffen mit Auslands-Diplomaten, die Pläne und Tabellen zeichnen. Und sie sitzen dort an den Mahagoni-Altären, wo Toasts ausgesprochen werden und Papier herumgeschoben wird, sie balgen sich um einen Kompromiss, einen weiteren in einer langen, tödlichen Reihe von Kompromissen wie viel aufgegeben werden muss, wie viele sterben müssen, damit der Rest leben kann.

Dieser lange Zug der Opferungen hat die PLO aus dem Dasein eines Relikts in Zypern zu einer Hypothek auf die Westbank, den Gazastreifen und Jerusalem gemacht. Und jetzt beginnt eine weitere Runde der Opferungen. Mörder werden freigelassen, Opfer werden vergessen und das Blut beginnt zu fließen. Es gibt keinen Frieden, doch es gibt Friedensopfer. Und eines Tages wird, wenn das weiter geht, eine Nation für den Frieden auf dem Altar einer neuen Shoah geopfert worden sein.

Eine Million Isaaks liegen auf dem Altar und keine Stimme ruft, damit das Messer weg bleibt; das Opfer für den Frieden, das Gott nicht befahl, wird immer und immer wieder gebracht. Das Blut fließt auf den Altären des Friedens und reicht nie aus. Nicht, solange immer noch ein Isaak lebt.

Ein Gedanke zu “Friedensopfer

  1. Dieser Artikel ist mir sehr an die Nieren gegangen.
    Leider kann ich nicht schreiben, der Verfasser irrt sich.
    Ich muss schreiben: Er hat Recht.

    Das geht mir sehr zu Herzen.

    Gott schütze Israel und seine Bewohner.

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