Die Palästinenser werden abgeschlachtet, vertrieben – wo sind die „Pro-Palästinenser?

Die Misshandlungen der Palästinenser durch die libanesischen Behörden erinnern immer wieder an jene Universitätsprofessoren und politischen Kommentatoren, die in den USA leben und vorgeben „pro-palästinensisch“ zu sein. Sie konzentrieren ihre Attacken auf Israel und ignorieren das wirkliche Leiden des palästinensischen Volkes durch die arabischen Länder.

Khaled Abu Toameh, Gatestone Institute, 14.08.2013 (Dank an Cora für die Übersetzung)

Während die israelischen Behörden  letzte Woche hunderttausenden Palästinensern aus der Westbank Genehmigungen erteilte um Israel zu besuchen, beschloss das libanesische Parlament palästinensischen Flüchtlingen, die vor dem Krieg in Syrien flohen, die Einreise in den Libanon zu verbieten. Während also die Palästinenser in Syrien abgeschlachtet und aus ihren Häusern vertrieben werden, hält die libanesische Regierung diese davon ab, in den Libanon zu kommen.

Die zum muslimischen Fest des Eid al Fitr ausgegebenen israelischen Genehmigungen ermöglichten hunderttausenden Palästinensern die Einkaufszentren, Restaurants und Strände von Tel Aviv, Jaffa, Haifa, Jerusalem und Akko zu besuchen. Doch während die Palästinenser aus der Westbank das Fest in Israel feierten, strandeten tausende ihrer Brüder an der Grenze zwischen Syrien und Libanon.

Das Palästinenser-Flüchtlingslager Wavel bei Baalbek im Libanen. Vor dem syrischen Bürgerkrieg flüchtende Palästinenser ist mit Hilfe der UNRWA Zuflucht in Wavel gegeben worden. (Bild: Europäische Kommission DG ECHO)

Und während die Palästinenser ihre Zeit an den Stränden, den Einkaufszentren und Restaurants genossen, erfuhr man, dass in den letzten zwei Jahren die Anzahl der getöteten Palästinenser in Syrien auf 1.472 gestiegen ist. Laut der palästinensischen Menschenrechtsorganisation „Rasd“ ist das Einreiseverbot für palästinensische Flüchtlinge in den Libanon eine Verletzung „der internationalen Verpflichtungen des Libanons“. Die Gruppe gab auch ihrem Erstaunen über das Schweigen der palästinensischen Autonomiebehörde gegenüber dem Leiden der palästinensischen Flüchtlinge, die aus Syrien fliehen mussten, Ausdruck.

Das libanesische Verbot erstaunt niemanden, der sich länger mit der libanesischen Apartheidpolitik gegenüber den Palästinensern beschäftigt hat. Diese Politik beinhaltet Gesetze, die Palästinensern Landbesitz und die Arbeit in Dutzenden von Berufen verbietet.

Auch wenn die libanesische Regierung keine wirkliche Begründung für die letzte antipalästinensische Entscheidung abgibt, haben einige Politiker ihre Angst geäußert, dass die Palästinenser versuchen würden, sich (für immer) in ihrem Land niederzulassen. In den letzten beiden Jahren sind mehr als 70.000 Palästinenser in den Libanon geflohen.

Andere libanesische Politiker gaben ihrer Angst Ausdruck, dass diese neuen palästinensischen Flüchtlinge eine Gefahr für die nationale Sicherheit des Landes darstellen könnten. Diese Politiker behaupten viele Flüchtlinge hätten die palästinensischen Lager im Libanon in Basen für islamische Terrorgruppen verwandelt.

Menschenrechtsaktivisten sagen, dass die meisten an der Grenze zwischen Syrien und dem Libanon gestrandeten Palästinenser Frauen und Kinder sind, die eindeutig keine Gefahr für die nationale Sicherheit oder Stabilität des Libanons darstellen dürften.

Die Misshandlung der Palästinenser durch die libanesischen Behörden erinnert immer wieder an die Universitätsprofessoren und politischen Kommentatoren in den USA, die behaupten „propalästinensisch“ zu sein. Diese Professoren und Kommentatoren murmeln nur selten einen Satz zu den Apartheidgesetzen, die im Libanon den dort lebenden 450.000 Palästinenser aufgezwungen werden. Stattdessen konzentrieren diese „Pro-Palästinenser“-Professoren und -Kolumnisten ihre Attacken auf Israel und ignorieren das wirkliche Leiden der Palästinenser durch die Libanesen oder andere arabische Staaten.

Die palästinensische Autonomiebehörde scheint sich ebenfalls nicht um die Notlage der Palästinenser in den arabischen Ländern zu scheren. Abbas und seine Führungsriege verbrachten die ganze Woche damit, Verurteilungen des israelischen Plans neue Wohnungen in jüdischen Siedlungen zu bauen auszugeben und ignorierten dabei vollkommen den neuen libanesische Bann gegen die palästinensischen Flüchtlinge.

Soweit es die Führung der palästinensischen Autonomiebehörde betrifft, sind Pläne für den Bau neuer Wohnungen wesentlich schwerwiegender als das Ermorden und Vertreiben von tausenden Palästinensern in Syrien oder im Libanon.

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