Warum ich wichtig bin

FresnoZionism, 18. August 2013

Am Freitag unterschrieb ich einen Mietvertrag für eine Wohnung in Israel. Ich werde nach 25 Jahren zurückkehren, um wieder hier zu leben. Ich bin aus verschiedenen Gründen sehr glücklich darüber, einschließlich der Tatsache, dass ich als israelischer Jude Mitglied in einer winzigen Minderheit sein werde, die für den Rest der Welt von immenser Bedeutung ist.

Wir flogen von Los Angeles nach Israel. Am Gate begegneten wir mehreren Bussen, die uns zu einem weit entfernten Terminal fuhren, wo wir ins Flugzeug stiegen. Die Busse wurden von zwei Autos der Flughafenpolizei und einem Sicherheitsauto der El Al begleitet, das außerdem dem Flugzeug folgte, während es vom Terminal zur Startbahn rollte, von der es abhob.

Soweit ich weiß, bekommt keine andere Fluglinie diese Sonderbehandlung. Auf gewisse Weise ist es schmeichelhaft zu wissen, dass ich derart wichtig bin, dass viele Leute mich töten wollen.

Israel ist in der UNO etwas Besonderes; dort widmen der Menschenrechtsrat und die Vollversammlung ihm so viel Zeit, Mühe und (vorwiegend westliches) Geld, es zu verurteilen und vorzugeben, dass die „Palästinenser“ eine Nation sind – in jedem anderen Sinn außer als eine Negierung der jüdischen Nation. Sie geben vor, die palästinensischen Araber seien wichtig, obwohl jeder weiß, dass es nur um uns geht, besonders die Palästinenser selbst (das ist einer der Gründe, dass sie immer so wütend und frustriert sind).

Da gibt es dann noch die Sonderbehandlung, die wir von Europa erhalten. Wussten Sie, dass vor kurzem eintausend Rechtswissenschaftler und Juristen der EU-Außenpolitikchefin Catherine Asthon eine Petition schickten, in der sie erklärten, dass jüdische Siedlungen jenseits der Grünen Linie entgegen der EU-Position nach dem internationalen Recht legal sind? Die EU boykottiert z.B. keine türkischen Siedlungen in Nordzypern, aber wir sind wichtiger, also wird für uns eine besondere Politik eingeführt.

Dann gibt es da das schlaue US-Außenministerium, das „illegitim“ dem Begriff „illegal“ vorzieht. Irgendwie soll das in diesem Zusammenhang ein bedeutungsvoller Unterschied sein, doch alles, woran ich denken kann, ist, dass da jemand nicht verheiratete Kinder hat. Sie schließen Israels Hauptstadt, die seit der Gründung des Staates Regierungssitz gewesen ist, in den illegitimen Teil ein. Kein anderer Staat wird so geehrt!

Ich bin sogar noch stolzer auf die Tatsache, dass die großen Vereinigten Staaten es für nötig erachten auf uns zu spucken, indem sie Israels Regierung zwingen mehr als 100 Terroristen freizulassen, von denen alle entweder wegen Mord (manchmal mehrfachem Mord) verurteilt sind oder wegen Verbrechen, die mit Mord in Zusammenhang stehen. Einige dieser Morde waren bemerkenswert böse oder grausam und es ist unvorstellbar, dass die USA etwas Ähnliches im eigenen Heimatland tun würden. Doch wir sind wirklich wichtig und besonders, also wird von uns verlangt, dass wir das akzeptieren.

Ich verstehe auch, dass die USA und die EU „wütend“ waren, dass Israels Premierminister vor kurzem ankündigte, dass vielleicht tausend neue Wohnungen für Juden an Orten gebaut werden würden, die sie als illegal oder illegitim betrachten. Sie argumentieren, dass dieser Bau Fakten vor Ort schaffen würden, die ein zukünftiges Friedensabkommen gefährden. Natürlich war ein paar Monate zuvor nicht einmal ein Piep zu hören, als Israel ankündigte, es würde in derselben Gegend Wohnung für Araber bauen. Was sonst beweist das, außer dass Juden wichtiger sind als Araber?

Wo wir von Arabern sprechen: Israels Nachbarn Ägypten und Syrien stellen derzeit ihren wahrlich schockierenden Barbarismus zur Schau, indem sie sich hingebungsvoll mit üblen religiösen/ethnischen Bürgerkriegen beschäftigen, in denen sie sich gegenseitig bombardieren, vergasen, beschießen und vergewaltigen. Der Status quo in Israel ist friedlich und die Wirtschaft – sowohl in Israel als auch in der palästinensischen Autonomie – ist ausgezeichnet.

Nö – unsere Bedeutung wird von der Tatsache illustriert, dass die „internationale Gemeinschaft“, angeführt von Präsident Obama, glaubt es sei erstrebenswert auch uns zu destabilisieren!

5 Gedanken zu “Warum ich wichtig bin

  1. Hallo Heplev,

    [Zitat] „Am Freitag unterschrieb ich einen Mietvertrag für eine Wohnung in Israel. Ich werde nach 25 Jahren zurückkehren, um wieder hier zu leben.“

    Heißt das, dass du die Wohnung erst in 25 Jahren beziehen wirst, oder dass du in 25 Jahren wieder nach Deutschland zurückkehren wirst? Oder lebst du seit 25 in Deutschland und kehrst nach Israel zurück?

    Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn du ungeachtet deiner Wohnungslage weiterhin Berichte um Israel und andere weitere publizieren würdest. Du bist wichtig, weil deine Informationen exakter sind als die aus den herkömmlichen deutschen Medien.

    • Manchmal frage ich mich wirklich, WIE manche Leute hier lesen.
      Der Text ist eine Übersetzung. Geschrieben hat ihn der Betreiber von FresnoZionism (s. Link und Angabe der Quelle unter der Überschrift), der nach 25 Jahren von den USA zurück nach Isreal zieht.
      Kopfschüttel…

  2. Marcus…..

    Es ist nicht von Heplev die Rede! 😉

    Heplev bleibt schön hier! HIER ist sein Standort!

    • Och, wenn ich könnte, würde ich schon gerne nach Israel auswandern. Und bloggen kann man ja auch von da aus. 🙂

      • Du bleibst schön hier! Soweit kommt das noch! 🙂
        WAS sollen denn Deine Schüler dazu sagen??
        Und mir würdest Du auch sehr fehlen! 😉

        Bloggen kann man auch von dort, aber mal eben besuchen kommen
        ist schon schwieriger! Ich habe Flugangst! 🙄

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