Kapitale Verleumdung: Israel will die Al-Aqsa-Moschee zerstören

Manfred Gerstenfeld interviewt Nadav Shragai (direkt vom Autor)

„Israel hat vor, die Al-Aqsa-Moschee [auf dem Tempelberg] zu zerstören“ – das ist eine große Lüge, die von führenden palästinensischen, arabischen und muslimischen Gruppen und Einzelpersonen befördert wird. Haddsch Amin al-Husseini, der Vorkriegs-Großmufti von Jerusalem, war der erste, der diese Verleumdung in den 1920-er Jahren verbreitete. Sie war Teil der riesigen antisemitischen Aktivitäten dieses Hitler-Verbündeten. Während des Zweiten Weltkriegs plante Husseini in der Nähe von Nablus den Bau eines Krematoriums nach dem Vorbild von Auschwitz. Er hatte vor, die Juden aus Palästina und den arabischen Ländern dort vergasen zu lassen. Husseini half auch die muslimischen SS-Einheiten in Bosnien und im Kosovo aufzustellen.

Die Lüge „die Al-Aqsa ist in Gefahr“ hat sich seit 1967 enorm ausgebreitet. Sie wird von offiziellen iranischen Quellen propagiert, von Al-Qaida, der Hamas und der Hisbollah usw. Akrama Sabri, der ehemalige von der PA ernannte Mufti von Jerusalem, ist ein weiterer führender Verbreiter der Al-Aqsa-Lüge.

Nadav Shragai ist ein führender Journalist der Zeitung Israel HaYom und Fellow am Jerusalem Center for Public Affairs. Er hat sich auf die Geschichte des Konflikts um Jerusalem spezialisiert. Sein neuestes Buch trägt den Titel The „Al-Aqsa is in Danger“ Libel: The History of a Lie (Die „Al-Aqsa-ist in Gefahr“-Verleumdung: Die Geschichte einer Lüge.)1

In Israel wird die Lüge „Al-Aqsa ist in Gefahr“ am stärksten von Scheik Raed Saleh verbreitet, dem Führer des nördlichen Zweigs der Islamischen Bewegung. Er hat in der Vergangenheit oft gefordert, Muslime sollten ihr „Leben für die Al-Aqsa opfern“. 1996 organisierte Saleh die erste Massendemonstration unter dem Slogan die „Al-Aqsa ist in Gefahr“, gefolgt von vielen weiteren. Saleh teilt viele der Ansichten iranischer Führer, einschließlich der ein weltweites Kalifat anzustreben.

Die „Al-Aqsa ist in Gefahr“-Verleumdung ist insbesondere während israelischer archäologischer Ausgrabungen oder Bautätigkeit nahe des Tempelbergs wiederbelebt worden. Diese Hetze hat bei mehreren Gelegenheiten Gewalt durch Muslime entfacht. Die Realität sieht so aus, dass israelische Ausgrabungen ausschließlich entlang der Mauern des Tempelbergs stattgefunden haben, hunderte Meter von der Moschee entfernt.

Diese arabischen Behauptungen sind eine Umkehrung der Wahrheit. Die Hauptgefahr eines Einsturzes des Tempelbergs und Teilen der Al-Aqsa-Moschee entstand durch muslimische Bautätigkeiten in seinem südwestlichen Bereich, insbesondere durch die Renovierung der dortigen Ställe Salomons als unterirdische Moschee vor 15 Jahren.

Die Behauptung die „Al-Aqsa ist in Gefahr“ ist Teil einer breiter angelegten arabischen Kampagne die Geschichte Jerusalems umzuschreiben. Zu dieser Schilderung gehören Lügen wie die, dass die Araber viele Jahre über Jerusalem herrschten, bevor das jüdische Volk in der Antike dort ankam. Fakt ist, dass damals in diesem Teil des Nahen Ostens sehr wenige Araber vorhanden waren. Eine weitere Lüge ist, dass die Al-Aqsa-Moschee vor der Einrichtung der jüdischen Tempel gebaut wurde. Den Islam gab es aber zu dieser Zeit noch nicht einmal. Zu Beginn dieses Jahrhunderts behauptete Yassir Arafat öffentlich, es habe nie einen jüdischen Tempel auf dem Tempelberg gegeben. Noch vor 1967 bestätigten muslimische Quellen über mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit hinein die Existenz der jüdischen Tempel auf dem Tempelberg.

Die Moscheen auf dem Tempelberg sind gelegentlich auch für Terrorzwecke genutzt worden. Einige Gruppen planten in ihnen – auch wenn sie von dort aus nicht zu Terroranschlägen auszogen – tödliche Anschläge wie den von 1986, bei dem die „Silwan-Truppe“ in der Altstadt Granaten auf israelische Soldaten warfen. Eine weitere Terrorgruppe, die die Moschee nutzte, waren die Entführer und Mörder dreier israelischer Polizisten in den Jahren 1992 und 1993. Eine weitere Bande plante den Aufbau von Infrastruktur für die Al-Qadia in der Moschee. Sie wollten außerdem Präsident Bushs Hubschrauber während dessen Besuch in Jerusalem im Jahr 2008 abschießen.

Die Moscheen wurden während der ersten wie der zweiten Intifada ebenfalls für beträchtliche Aufhetzung zu Terror und Gewalt genutzt. Die Nutzung von Moscheen für militärische Zwecke ist von hochrangigen religiösen Autoritäten in der muslimischen Welt für legal erklärt worden; zu diesen gehören der sunnitische Scheik Yussuf al-Qaradawi und der schiitische Ayatollah Khomeini.

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien sowie auch muslimische Staaten wie Jordanien, Ägypten und Saudi-Arabien haben Maßnahmen gegen Hetze in Moscheen ergriffen. Die weitreichendste Aktion wurde 2007 von Pakistan unternommen. Die Armee des Landes drang in die Hauptmoschee von Islamabad ein und tötete den stellvertretenden Imam Abd al-Aziz Ayazi und hunderte seiner Anhänger. Ayazis Unterstützer hatten viele Terroranschläge verübt.

In Anbetracht all dessen ist Israels Handlungsweise im Umgang mit muslimischem Schüren von Hass in den Moscheen des Tempelbergs extrem großzügig. Und das, obwohl mehrere ihrer Prediger enorm gegen das jüdische Volk, die zionistische Bewegung und den Staat Israel hetzen.

In der Geschichte zerstörten Religionen und Völker, die Jerusalem eroberten, viele Gotteshäuser der Besiegten oder wandelten sie in solche für den eigenen Glauben um. Israel überließ im Gegensatz dazu den Tempelberg den muslimisch-religiösen Stiftungsbehörden, als es die Jerusalemer Altstadt 1967 eroberte. Der Ort ist für Muslime der drittheiligste nach Mekka und Medina, während er für Juden DER heiligste Ort ist. Die einzige Veränderung bestand darin, dass Juden und Mitglieder anderer Religionen endlich Zugang zu ihm hatten. Israel hat größte Anstrengungen unternommen, um die Moscheen des Tempelbergs zu schützen. Das macht die Behauptung, Israel wolle sie zerstören, noch absurder.

Israel hat das jüdische Recht auf dem Tempelberg zu beten praktisch preisgegeben. Seine Politik steht damit in starkem Gegensatz zu der aller anderen Religionen. Mit dieser Entscheidung hat Israel das größte Zugeständnis gemacht, das jemals von einer Religion einer anderen gegenüber gemacht wurde.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.

 

1 Nadav Shragai: The „Al-Aqsa is in Danger“ Libel: The History of a Lie. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs), 2012.

6 Gedanken zu “Kapitale Verleumdung: Israel will die Al-Aqsa-Moschee zerstören

    • Ach, Israel berichtet das? Behauptet ISM? International Solidartiy Mission? Die lügenden Terror-Verherrlicher und -Unterstützer?
      Das „Temple Institute“ ist nicht Israel. Und wenn Al-Manar „berichtet“, ist das natürlich voll glaubwürdig, dass „Israel“ das tut, was die „palästineneischen“ Lügenbolzen so von sich geben. Super, dieser „Beleg“, das Nonplusultra der Glaubwürdigkeit.

  1. Spielt alles keine Rolle mehr, da jüngeren Muslimen der Zutritt zur Al Aqsa Moschee verwehrt wird. Fragt sich sowieso, weshalb am Eingang israelische Soldaten stehen, sicher nicht zum Schutz der Muslime. Ich hoffe, die Muslime werden gegen solch eine Ungerechtigkeit geschlossen aufstehen und keine Angst mehr haben.

    Ich glaube auch nicht, dass Israel die Al-Aqsa Moschee zerstören will, wäre ein unkluger Feldzug, falls Israel das drittwichtigste Heilgtum des Islams zerstören würde würde es einen Krieg geben den Israel nicht gewinnen kann.

    Die Ungerechtigkeit am palistinänsischen Volk durch Zionisten bis zum heutigen Tag mögen bald enden, möge Israel Palästina das Land zurückgeben welches sie unrechtmäßig erworben haben und aufhören sich über andere Völker und Rassen zu erheben sowie zu manipulieren. Gott sei Dank hat die heutige Generation an Deutschen kein „schlechtes Gewissen“ mehr, irgendwann stehen wir alle vor unseren Gott und müssen uns rechtfertigen, zum Glück, so werden alle Ungerechtigkeiten, egal von welcher Seite, gerichtet werden.

    • Da sollte wohl jemand mal die Bibel richtig lesen und besser die Fakten zur Kenntnis nehmen, statt bei beidem nur nach Gutdünkenn das Genehme herauszupicken..

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