Bedeutet steigende Gewalt auf Israels Straßen, dass wir dem Frieden näher kommen?

This Ongoing War, 8. November 2013

Weit entfernt von den Schlagzeilen und der Aufmerksamkeit der nicht israelischen Medien ist es ein dramatischer Tag für diejenigen gewesen, die nahe an der Schnittstelle zu den Leuten auf der anderen Seite des Konflikts leben, besonders denjenigen, die auf den Straßen fahren und die Sicherheitskontrollpunkte besetzen.

  • Beginnen wir mit dem heutigen Anschlag durch einen Mann, der mit einem Messer fuchtelte, mit dem er versuchte Grenzpolizisten an einer Sicherheitskontrolle bei Jerusalem zu erstechen. Er ignorierte Rufe der Polizisten, die dann das Feuer auf ihn eröffneten und ihn töteten. Die Jerusalem Post zitiert offizielle Palästinenser, er sei ein 23-jähriger aus Hebron gewesen.
  • Am frühen Morgen (Freitag) geriet ein Auto mit Menschen darin (die normale Zusammensetzung) auf einer Schnellstraße unter terroristisches Feuer, die an der israelischen Ortschaft Tekoa vorbeiführt, nicht weit entfernt von Jerusalem. Ein israelische Paar fuhr das Fahrzeug, als es von einer Brandbombe (alias Molotowcocktail) getroffen wurde und explodierte. Der Fahrer, Tzachi Khouri, wird von YNet interviewt: „Es gab eine gigantische Explosion, wir verstanden nicht, was passierte. Es dauerte eine Sekunde, bis ich begriff, dass meine Frau brannte. Das Auto begann zu brennen. Ich öffnete die Tür, zog sie zu mir. Ich versuchte die Rettungsdienste anzurufen, aber es gab keinen Empfang. Es dauerte lange, bis ich jemanden erreichen konnte.“ IsraelNationalNews sagt, die Frau erlitt mittelschwere Verbrennungen; der Ehemann wurde ebenfalls verletzt, wenn auch relativ leicht. Sanitäter des Magen David Adom behandelten beide vor Ort und verlegten sie dann ins Hadassah Medical Center in Ein Kerem, Jerusalem. Ihr Auto (auf den Fotos oben und unten zu sehen) ist komplett zerstört. „Völlig verbrutzel“ sagt ein Reporter der Times of Israel. Soldaten durchkämmen derzeit die Gegend und versuchen diejenigen zu orten und festzusetzen, die darauf aus waren sich ein paar Israelis zu töten.
  • Spät abends (Donnerstag) versuchte an einer Sicherheitskontrolle in Abu Dis, in den östlichen Vororten von Jerusalem, ein örtlicher Araber einen Grenzpolizisten zu erstechen, berichtet die Times of Israel unter Zitieren des Armeeradios.
  • Ebenfalls am Donnerstag schoss ein palästinensischer Araber eine Leuchtgranate auf zivile Israelis, die an einer Tramperstelle an der Tapuach-Kreuzung standen, nicht weit entfernt von Ariel. IDF-Soldaten auf Patrouille schossen und töteten ihn auf der Stelle. Zum Glück schaffte es der Angreifer nicht seinen Plan Israelis zu verletzen oder Schlimmeres zu realisieren.

Könnte die Anwesenheit hochrangiger Repräsentanten der US-Regierung in der Gegen, die von der dringenden Notwendigkeit einer Friedensvereinbarung reden, in Verbindung mit den jüngsten palästinensisch-arabischen Anschlägen stehen? Die Jerusalem Post formuliert es so:

Die jüngste Gewalt traf mit den Bemühungen von US-Außenminister John Kerry zusammen, der die Region besucht, um Friedensgespräche zu puschen und zu vermeiden, was nach seinen Worten eine „dritte Intifada“ oder Aufstand der Palästinenser gegen Israel sein könnte. Zehn Palästinenser sind von israelischen Sicherheitskräften in der Westbank erschossen und drei Israelis sind getötet worden, seit das israelisch-palästinensischen Friedenmachen im Juli nach einer dreijährigen Erstarrung wieder aufgenommen wurde.

Smartere und politischer denkende Beobachte als wir könnten eine Linie ziehen wollen, die den Anstieg tödlicher palästinensisch-arabischer Gewalt mit Kerrys weithin publizierten Äußerungen verbinden: Wir würden das gewiss nicht tun. Hier ist ein Beispiel (aus „Frustrated Kerry’s peace critique a heavy slap in Netanyahu’s face“ in der Times of Israel) des Beitrags des Außenministers in den letzten 24 Stunden:

Die Alternative dazu zu den Gesprächen zurückzukehren, ist potenzielles Chaos. Ich meine, will Israel eine dritte Intifada? … Ich weiß, es gibt Leute, die sich daran gewöhnt haben [er bezog sich auf das derzeitige Fehlen von Fortschritten]. Und besonders in Israel. Israel sagt: „Oh, wir fühlen uns heute sicherer. Wir haben die Mauer, wir befinden uns nicht in eine tagtäglichen Konflikt, uns geht es wirtschaftlich ziemlich gut.“ Nun, ich habe Neuigkeiten für Sie [offensichtlich an die israelische Öffentlichkeit gewandt]. Der heutige Status quo wird nicht der von morgen oder des nächsten Jahres sein. Denn wenn wir dieses Problem nicht lösten, werden die arabische Welt, die Palästinenser, Nachbarn, andere wieder anfangen in eine andere Richtung zu drücken.“

Es gibt vermutlich solche, die seine weisen Worte so verstehen, dass sie einen Pusch hin zu mehr Frieden verstehen. Wir sind da nicht so sicher.

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