Warum hört Kerry nicht zu, was die Radikalen sagen?

Khaled Abu Toameh, Gatestone Institute, 10. Dezember 2013

Kerry muss zuhören, was Hamas und andere Gruppen auf Arabisch sagen. Hamas ist nicht die einzige palästinensische Partei, die jede von den USA unterstützte Vereinbarung ablehnen würde. Die meisten Palästinensergruppen … haben bereits ihre Gegnerschaft zu den israelisch-palästinensischen Friedensgesprächen zum Ausdruck gebracht.

Während US-Außenminister John Kerry seine Bemühungen zum Erreichen einer Friedensvereinbarung zwischen der PA-Führung und Israel verfolgt, bestätigte die Hamas, dass sie keinerlei Handel anerkennen wird, die nicht mit ihren Zielen übereinstimmt.

Die Hamas-Ankündigung dient als Erinnerung, dass jeder von den USA zwischen Israel und der PA vermittelte Deal nicht das Ende des Konflikts bedeuten wird.

Fakt ist, dass PA-Präsident Mahmud Abbas nicht in der Position ist, irgendein Dokument zu unterzeichnen, das ein Ende des Konflikts mit Israel fordert.

Abbas hat keine Kontrolle über den Gazastreifen, der seit dem Sommer 2007 unter der Herrschaft der Hamas steht. Jede von ihm unterzeichnete Vereinbarung mit Israel würde nur für die Gegenden gelten, die von der PA kontrolliert werden, in der Westbank oder in Territorien, die ihm von Israel übergeben wurden.

Die Hamas ist nicht die einzige Palästinenserpartei, die jegliche von den USA unterstützte Vereinbarung ablehnen würde. Die meisten Gruppen der PLO, einschließlich der Volksfront für die Befreiung Palästinas und der Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas, haben bereits ihren Widerstand gegen die israelisch-palästinensischen Friedensgespräche zum Ausdruck gebracht. Das sind nur weitere zu anderen radikalen Palästinensergruppen, die nicht der PLO angehören, vor allem dem Islamischen Jihad.

„Die Palästinenser sind durch keine Vereinbarung gebunden, die das Ergebnis der derzeitigen Verhandlungen [zwischen Israel und der PA] ist und die palästinensischen Rechte schädigt“, sagte der Hamas-Topführer im Gazastreifen, Mahmud Zahar. „Die palästinensischen Unterhändler haben keine Legitimierung und sind nicht autorisiert für die Palästinenser zu sprechen.“

Zahar behauptete, Abbas und seine Fatah-Fraktion verhandelten mit Israel nur aufgrund amerikanischen Drucks und um den fortgesetzten Fluss westlicher Gelder für die palästinensische Autonomiebehörde sicherzustellen. Im Verlauf der letzten Monate haben einige dieser Offiziellen – so Sufian Abu Zaida, Hussam Khader und Mohammed Dahlan – nicht gezögert sich öffentlich gegen die Friedensgespräche und jegliche Vereinbarung mit Israel zu stellen.

Angesichts der Ankündigung der Hamas, dass sie jeglichen zwischen der PA und Israel unterschriebenen Deal nicht akzeptieren oder anerkennen würde, muss Kerry einbeziehen, dass jegliche Friedensvereinbarung dem Konflikt kein Ende bereiten wird. In der Zukunft werden Hamas und die anderen Verweigerergruppen sagen, dass Abbas kein Mandat seines Volks hatte eine Vereinbarung mit Israel zu unterschreiben.

„Die Palästinenser haben ein Bewusstseinslevel erreicht, auf dem sie niemandem gestatten würden ihr Schicksal zu entscheiden“, erklärte Zahar; damit nahm er Bezug auf die laufenden Verhandlungen zwischen der PA und Israel. „Die Gespräche gehen weiter und wenn wir jetzt nichts tun, könnten wir mit einer zweiten Oslo-Vereinbarung enden.“

Hamas und ihre palästinensischen Verbündeten werden auf jeden Fall niemals Israels Existenzrecht akzeptieren. Also selbst wenn Abbas heute 100% der Westbank, den Gazastreifen und Ostjerusalem bekommt, um einen Palästinenserstaat zu gründen, wird die Hamas, die einen beträchtlichen Teil der palästinensischen Bevölkerung repräsentiert, weiterhin kämpfen, um „den Rest Palästinas zu befreien“. So erklärte Zahar: „Unser Kampf ist nicht außerhalb Palästinas. Er findet innerhalb Palästinas statt. Unser Programm ist die Befreiung Palästinas.“

Kerry muss diesen Stimmen zuhören und sie berücksichtigen, während er weiter von einer Friedensvereinbarung zwischen Israel und den Palästinensern redet. Es reicht nicht dem zuzuhören, was Abbas und der PLO-Chefunterhändler Saeb Erekat ihm auf Englisch erzählen. Kerry muss dem zuhören, was die Hamas und andere Gruppen auf Arabisch sagen.

2 Gedanken zu “Warum hört Kerry nicht zu, was die Radikalen sagen?

  1. Nicht nur Kerry hört nicht zu, auch die EU nicht, wie ihre letzte Aktion – Zuckerbrot und
    Peitsche – zeigt. Entweder sind all diese Politiker Ignoranten, was die Lage im Nahen Osten betrifft oder sie sind sehr sehr gut informiert und gerade darum. Bei etlichen wie z. B. Catherina Ashton vermute ich letzteres. Ich hoffe, Israel ist stark genug dieser Bande zu widerstehen. Amen!
    lg
    caruso

  2. […] Hamas und ihre palästinensischen Verbündeten werden auf jeden Fall niemals Israels Existenzrecht akzeptieren. Also selbst wenn Abbas heute 100% der Westbank, den Gazastreifen und Ostjerusalem bekommt, um einen Palästinenserstaat zu gründen, wird die Hamas, die einen beträchtlichen Teil der palästinensischen Bevölkerung repräsentiert, weiterhin kämpfen, um „den Rest Palästinas zu befreien“. So erklärte Zahar: „Unser Kampf ist nicht außerhalb Palästinas. Er findet innerhalb Palästinas statt. Unser Programm ist die Befreiung Palästinas“. Kerry muss diesen Stimmen zuhören und sie berücksichtigen, während er weiter von einer Friedensvereinbarung zwischen Israel und den Palästinensern redet. Es reicht nicht dem zuzuhören, was Abbas und der PLO-Chefunterhändler Saeb Erekat ihm auf Englisch erzählen. Kerry muss dem zuhören, was die Hamas und andere Gruppen auf Arabisch sagen. {Quelle: haolam.de – von Khaled Abu Toameh, Gatestone Institute – Übersetzung unseres Partnerblogs Heplev} […]

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