Katholische Hilfsorganisationen fördern Hass gegen Israel

Manfred Gerstenfeld interviewt Yitzhak Santis (direkt vom Autor)

Mehrere, teilweise regierungsfinanzierte, katholische Hilfsorganisationen fördern Hass gegen Israel. Die meisten befinden sich in Westeuropa. Die irische Trócaire und die niederländische Cordaid gehören zu den problematischsten. Beide sind Mitglied der Gruppe Caritas Internationalis. Die meisten Caritas-Mitglieder nehmen allerdings keine ähnlichen Haltungen ein.

Yitzhak Santis

Yitzhak Santis ist der Chief Programs Officer von NGO Monitor. Er war Direktor des Middle East Project beim San Francisco Jewish Community Relations Council, wo er 21 Jahr arbeitete, bis er 2011 nach Israel zog.

Er erklärt: Es gibt zwei offizielle katholische Hilfswerks-„Familien“ – Caritas Internationalis und Pax Christi. Caritas Internationalis ist ein weltweiter Zusammenschluss von 165 katholischen Organisationen, die Hilfe bei humanitären Notfällen und internationale Entwicklungsarbeit bieten. Sie beschreibt sich selbst als „Teil der katholischen Kirche“ und hat ihren Hauptsitz in der Vatikanstadt; Vertretungen gibt es in New York City und Genf. Papst Johannes Paul II. gewährte der Caritas den „kanonischen Rechtsstatus“.

Trócaire wurde 1973 als offizielle Übersee-Entwicklungsorganisation der katholischen Kirche Irlands gegründet. Ihre parteiische Aktivitäten umfassen die Beschäftigten, Partnerschaften, veröffentlichtes Material, politische Standpunkte und Finanzierungsentscheidungen. Trócaire führt eine Kampagne für Sanktionen gegen Israel – und im Ergebnis auch gegen Europa – indem sie beiden Seiten Nutz bringende Handelsabkommen aussetzt. Sie versucht die Aufnahme Israels in die OECD zu blockieren. All diese Haltungen befinden sich im Widerspruch zur irischen Regierungspolitik.

Zu Trócaires Geschichte eines breiten Spektrums an politischen Aktivitäten gegen Israel gehören, neben vielem anderen, eine Kampagne gegen die Sicherheitsbarriere und die Finanzierung von Veranstaltungen zum Gedenken der „Nakba“. 2007 schloss sich Trócaire der palästinensischen NGO Badil in einem „Aufruf zum Handeln“ an, mit dem für antiisraelische Boykotte und Sanktionen plädiert wird. 2013 war Trócaire Mitsponsor einer Internationalen Konferenz zum Rückkehrrecht, die von der NGO Zochrot mit Sitz in Israel organisiert wurde. Diese Konferenz plädierte für ein „Rückkehrrecht“ und eine „Einstaatenlösung“ für den israelisch-palästinensischen Konflikt.

Trócaire erhält Gelder von Irland, Großbritannien und der EU sowie anderer katholischer Hilfsorganisationen, die von ihren jeweiligen Regierungen finanziert werden. 2012 betrug Trócaires gesamte Einnahmen aus „Spenden und Organisationen“ annähernd 30 Millionen Euro, von denen 23 Millionen aus Regierungsquellen stammten.

Cordaids parteiische Aktivitäten werden durch ihre Finanzierungsentscheidungen, Veröffentlichungen und politischen Einstellungen illustriert. Sie ist mit anderen niederländischen Organisationen Mitglied der Organisation United Civilians for Peace, die für Boykotte, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) gegen Israel eintritt. Cordaids Direktor René Grotenhuis argumentiert bei einem Panel des niederländischen Parlaments im Jahr 2011, dass BDS eine Defensivtaktik ist, „denn es ist wichtig, dass die Menschen in Palästina immer nach Wegen suchen der Besatzung Widerstand zu leisten und dies ist ein gewaltfreier Weg das zu tun.“

2012 schloss sich Cordaid einer Koalition von 22 europäischen NGOs an, die einen Bericht mit dem Titel „Trading Away Peace: How Europe Helps Sustain Illegal Israeli Settlements“ (Den Frieden wegtauschen: Wie Europa hilft illegale israelische Siedlungen zu erhalten) erstellten. Sie wirbt für die BDS-Agenda, forderte Europa und die nationalen Regierungen auf, durch Wirtschaftssanktionen politisch Krieg gegen Israel zu führen. Cordaid schloss sich einem Bericht des Jahres 2009 mit dem Titel Failing Gaza: No rebuilding, no recovery, no more excuses (Gescheitert in Gaza: Kein Wiederaufbau, keine Besserung, keine Entschuldigungen mehr) an. Dieser Bericht behauptete fälschlich, dass der Gazastreifen weiter besetzt sei. Die Organisation finanziert auch verschiedene antiisraelische NGOs in Israel und den Palästinensergebieten.

Cordaid wird regelmäßig von der niederländischen Regierung bezuschusst. Die Gelder dafür variieren. Von 2007 bis 2010 erhielt Cordaid 422 Millionen Euro. 2011 erhielt sie wegen einer Reduzierung der Regierungszuschüsse 69 Millionen Euro.

Pax Christi International (PCI) beschreibt sich selbst als „eine globale katholische Friedensbewegung und Netzwerk, das daran arbeitet bei der Schaffung von Frieden, Respekt für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Versöhnung in Bereichen der Welt zu helfen, die von Konflikt zerrissen sind“. PCIs Internetseite zum Nahen Osten spricht eine Reihe Konflikte in der Region an, darunter die Lage in Syrien, dem Libanon, Ägypten, dem Irak. Allerdings übertreffen die dem palästinensisch-israelischen Konflikt gewidmeten Ressourcen die Ressourcen und das Material für alle anderen bei weitem. Gegen Ende 2013 wurden zu diesem Konflikt auf der Internetseite mehr als zweimal so viele Worte geschrieben wie für alle anderen zusammen.

PCIs britische Sektion bewirbt ein Adventprojekt in Bethlehem, das „auf die Erfahrung von Pax Christi in der Arbeit in Solidarität mit dem Volk von Palästina zurückgreift“. Sie schlossen sich außerdem am 27. November 2013 der Palestine Solidarity Campaign für eine „nationale Lobby beim Parlaments für Palästina“ an. Zur Lobby-Agenda gehört „Arrangieren Sie einen Termin für ein Treffen mit Ihrem Parlamentsabgeordneten und leisten Sie Lobbyarbeit. Zu den aufgebrachten Themen gehört: Ethnische Säuberung der palästinensischen Beduinen im Negev; Verbot von Waren aus Israels illegalen Siedlungen; Respekt für die Häftlingsrechte und Beendigung der Belagerung des Gazastreifens“.

Santis schließt: Viele katholische Hilfsorganisationen sind oft Mitsponsoren für Berichte und Briefe, die Gelder von einander erhalten und dieselben Projekte miteinander finanzieren. Bei NGO Monitor starteten wir unser Projekt „BDS in den Kirchenbänken“. Wir planen weiter zur komplexen Beziehung zwischen Regierungen, Kirchen und sowohl protestantischen als auch katholischen Kirchen-Hilfsorganisationen, NGOs und palästinensisch-christlichen Fürsprecher-Organisationen zu forschen. Das wird auch die Aufdeckung der Geldwege beinhalten, ebenso die ideologischen und theologischen Strömungen und Aktivitäten dieser Matrix.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.