Zwei Staaten für zwei Völker – und wehe, du sagst etwas anderes

Analyse: Nie da gewesenes Treffen von israelischen Studenten und PA-Präsident offenbart eine peinliche Aversion gegen unangenehme Wahrheiten

Ari Soffer, IsraelNationalNews.com, 16. Februar 2014

Mehr als 300 israelische Studenten und Dutzende Journalisten drängten sich Sonntag zu einem einzigartigen Ereignis in Ramallah ins Hauptquartier der palästinensischen Autonomiebehörde, um für eine „Zweistaatenlösung“ zu werben. In einem vollgestopften Raum im Muqata-Komplex umriss PA-Präsident Mahmud Abbas seine Meinung, seine Klagen und seine Forderungen zu den laufenden Verhandlungen zwischen der PA und Israel.

Die Veranstaltung wurde von der Vereinigung „One Voice“ (Eine Stimme) und dem Knessetabgeordenten der Arbeitspartei Hilik Bar mit organisiert; dieser ist Vorsitzender des Knesset-Ausschusses für die Werbung für eine Zweistaatenlösung für den israelisch-arabischen Konflikt. Interessanterweise erklärte mir mehr als einer der Teilnehmer, dass sie den Palästinensern nicht „vertrauen“, aber motiviert seien auf weitgehende territoriale Zugeständnisse zu drängen, weil sie keine andere Option sehen. Niemand konnte erklärten, wie ein dauerhafter Frieden mit einem Partner geschlossen werden kann, dem man nicht vertraut; und diese seltsame Verzweiflung zu glauben sollte einen Großteil der folgenden Abläufe unterstreichen.

Teile der Rede von Abbas waren unauffällig: Er begann damit die israelische Regierung wegen dem zu beschimpfen, was nach seinen Worten eine unaufrichtige Haltung in den Verhandlungen sei; dazu bestätigte er seine Haltung für einen palästinensisch-arabischen Staat in Judäa und Samaria entlang der Waffenstillstandslinien von vor 1967. Er umriss außerdem das, was er als wichtige Zugeständnisse der PA bezeichnete, darunter die Idee von kleinen Landaustauschen zu akzeptieren, um große jüdische „Siedlungsblöcke“ einzubeziehen sowie seinen Vorschlag einer NATO-Friedenstruppe in Judäa-Samaria.

Er versicherte seinem Publikum zudem, dass er nicht anstrebe fünf Millionen arabische Flüchtlinge und ihre Nachkommen Israel „aufzuhalsen“, betonte aber, dass die „Flüchtlingsfrage“ auf die eine oder andere Weise gelöst werden müsse.

Doch die Rede war alles andere als nichtssagend. Infolge des Auftriebs durch das mitfühlende, weithin linke Publikum stellte Abbas eine rhetorische Gewandtheit zur Schau, für die er weniger bekannt ist als sein Gegenüber und Nemsis Premierminister Benjamin Netanyahu – was aber nicht gerechtfertigt ist. Denn in die diplomatischen Plattitüden kunstvoll eingewoben war einiges an atemberaubender Doppelzüngigkeit – ausgeführt mit einem Charme, der fast liebenswert war.

Der Hitzkopf, der erst vor zwei Monaten aus der Haft entlassene Mörder zu Helden machte und der den Nazifreund und ehemaligen Mufti von Jerusalem einen „Helden“ nannte, dem nachgeeifert werden sollte, war nirgendwo zu finden. In seinem freundlichen, fast großväterlichen Ton gab der Ra’is (Präsident), wie er genannt wird, zu, dass Hetze innerhalb der PA ein Problem ist – ein beträchtliches Zugeständnis, das aber für die wenig überrascht kommt, die die Verherrlichung von Terrorismus und zügellosen Antisemitismus in den offiziellen PA-Medien kennen und von hochrangigen Offiziellen oft zum Ausdruck gebracht werden.

Und doch: Statt Verantwortung zu übernehmen, bestand er darauf, dass er und seine Behörde nicht dafür verantwortlich zu machen sind. Trotz der aus seinem eigenen Lager kommenden Hetze war die schuldige Seite niemand anderes als Israel, machte er geltend, da er immer noch eine Reaktion auf einen vierzehn Jahre alten Vorschlag für eine Dreiparteien-Komitee (aus Israel, der PA und den USA) wartete, um in der Sache als Schiedsrichter zu fungieren. Niemand zuckte auch nur mit den Wimpern.

Und als Abbas sich die israelischen Medien (und in gewissem Maß die internationalen Medien – die, wie er die israelische Delegation informierte, „ihr“ praktisch kontrolliert) wegen „Propaganda“ gegen ihn zur Brust nahm, gab es weiteren Applaus. Er hatte in der Tat recht, dass diejenigen, die ihn der Holocaust-Leugnung in seiner Dissertation beschuldigen, diese eindeutig nie gelesen haben. Hätten sie das, dann würden sie sehen, dass er die Koranverse zum Wert des menschlichen Lebens umschrieb. Weiterer Applaus.

Hätten sie sie gelesen, würden sie auch sehen, dass sie den Titel „Die andere Seite: die heimliche Beziehung zwischen Nationalsozialismus und Zionismus“ trägt und behauptet, „eine Partnerschaft wurde zwischen Hitlers Nazis und der Führung der zionistischen Bewegung aufgebaut … [Die Zionisten gaben] jedem Rassisten der Welt, angeführt von Hitler und den Nazis, die Erlaubnis Juden nach Belieben zu bedrohen, solange das die Einwanderung nach Palästinenser garantiert.“

Dazu sollten sie sehen, dass Abbas zwar den Holocaust selbst nicht leugnet, aber sein Ausmaß bestreitet und behauptet: „… Es ist möglich, dass die Zahl der jüdischen Opfer sechs Millionen erreichte, aber gleichzeitig ist es möglich, dass die Zahl weit geringer ist – unter einer Million“ – und die Zahl von sechs Millionen sei von „den Zionisten“ erfunden. Doch Gott sei’s geklagt, sie haben sie nicht gelesen.

Und hätten sie sie gelesen, dann sei mehr als klar, dass Hilik Bar und CO. niemals gestattet hätten, dass die Party ruiniert wird.

Denn als während der Frage-Antwort-Runde fragte einer der sorgfältig ausgesuchten Fragenden, wie Abbas sicherstellen könne, dass ein Zustrom von „Flüchtlingen“ – in welchem Zusammenhang auch immer – die demokratische Struktur des jüdischen Staates nicht zerrissen wird, grinste der erfahrene Diplomat und gab eine gewagte, ironische Antwort: „Was, wollen Sie uns Geburtenrolle aufzwingen?“

Hilik Bar verlagerte ungemütlich das Gewicht in seinem Sessel, räusperte sich, murmelte etwas davon, dass die Frage nicht wirklich beantwortet wurde … und drängte dann darauf weiterzumachen. Ich konnte mir ein Kichern kaum verkneifen.

Und außer etwas bemerkenswert Interessantes auf seinem Schreibtisch zu finden, reagierte Bar nicht, als Mahmud Abbas – dessen Amtszeit als „Palästinenserpräsident“ vor fünf Jahren auslief und weitergeht – uns informierte, dass wir uns nicht wegen des Einflusses extremistischer Gruppen sorgen sollten, denn „wir sind hier eine Demokratie. Wir haben transparente Wahlen.“

Weit weniger humorvoll waren allerdings Abbas‘ Kommentare zu „den Siedlern“.

„Ihr sein ein ehrbares Volk, es ist eine Schande, was die Siedler ohne jeden Grund tun. Sie schlagen unsere Bäume, sie töten, sie zerstören … sie schlachten meine Schafe“, stichelte Abbas. „Ihr müsst sie stoppen.“

Niemand fragte ihn, wann und wo all diese mysteriösen „Siedler“-Morde stattfanden. Doch fast alle klatschten.

Es war ein Meisterkurs in Hetze und Manipulation, vor einem Publikum, dem er und andere Redner wiederholt versicherten, es sei die nächste Generation der israelischen Führer.

Natürlich würde, hätte Israel zugestimmt an einem Dreierkomittee teilzunehmen, solche Hetze wahrscheinlich niemals geäußert worden. Noch würde sie regelmäßig im PA-Fernsehen als Lizenz zu gewalttätigen Angriffen auf jüdische Dorfbewohner in Judäa und Samaria erscheinen.

Und ob er nun behauptet, dass Jerusalem „immer palästinensisch gewesen ist“ oder die jüdische Verbindung zum Tempelberg leugnet (wir sollten uns über „Klagemauer“ freuen“ oder uns informiert, dass die Hamas „dem Terror abgeschworen“ hat – es war klar, dass den Versammelten nichts verärgern würde. Mit dem moderaten Redner vor sich würde nichts ihren Glauben an die „Zweistaatenlösung“ erschüttern.

Angesichts dessen, dass dies Architekten der Zweistaaten-Mustervorlage sind, auf der die derzeitigen Verhandlungen um die Zukunft dieses Landes gründen, ist das etwas, das uns alle Sorgen bereiten sollte.

Ein Gedanke zu “Zwei Staaten für zwei Völker – und wehe, du sagst etwas anderes

  1. Typisches Affentheater made by the PA. Dabei vergessen diese Typen, dass es schon einen arabischen Staat auf dem Mandatsgebiet Palästina gibt: Jordanien, dass die Briten einfach mal so gegründet haben, um bei den Haschemiten einen Fuß in der Tür zu haben.

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