Die wahren Opfer der Israel Apartheid Week sind nicht Israelis

Evelyn Gordon, Commentary Magazine, 27. Februar 2014

Am Dienstag diskutierte ich, wie die Israel Apartheid Week – die diese und nächste Woche stattfindet – sich aus latentem Antisemitismus speist. Doch es ist eine Binsenweisheit, dass Antisemitismus niemals nur Juden schadet und die IAW ist ein klassisches Beispiel dafür. Um zu verstehen warum, betrachten Sie drei Nachrichten der letzten zwei Wochen:

Rund 500.000 syrische Zivilisten – vielleicht auch mehr – sind aus Aleppo geflohen, eine Reaktion auf die Luftangriffskampagne der Regierung, die „schuf, was Entwicklungshelfer als größten Flüchtlingsstrom des gesamten Bürgerkriegs bezeichnen“ – eine beeindruckende Leistung für einen Krieg, der bereits 2,4 Millionen Flüchtlinge geschaffen und 6,5 Millionen intern Heimatlose geschaffen hat. Zehntausende Muslime fliehen vor steigender Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik vor dem, „was Menschenrechtsgruppen und ein Top-UNO-Vertreter als de facto-ethnische Säuberungen bezeichnen“. Und im Südsudan, wo ein brüchiger Waffenstillstand zusammengebrochen ist, wurden fast 900.000 Menschen vertrieben, während „Millionen“ unter Hunger leiden werden, wenn die Felder nicht vor der anstehenden Regenzeit gepflügt werden.

Und das sind nur Beispiele. Insgesamt werden weltweit Millionen Menschen getötet, vertrieben und/oder stehen vor dem Verhungern. Doch IAW-Aktivisten überziehen Campusse im gesamten Westen mit einer Kampagne, die sich an gebildete junge Menschen richtet, dass das größte Problem der Welt, das, auf das sie ihre Bemühungen konzentrieren sollen ihre Regierungen zu überzeugen es zu lösen, ein untergeordneter Konflikt ist, der keine Massentoten, Massenvertreibungen oder Massenverhungern generiert – einer, dessen Gesamtopferzahl im Verlauf von 65 Jahren kaum ein Zehntel der Opfer des syrischen Bürgerkriegs in weniger als drei Jahren verursachte. Und während die unglücklichen Syrer, Zentralafrikaner und Südsudanesen keine vergleichsweise gut finanzierten und gut organisierten Gruppen haben, um ihre Fälle in die Öffentlichkeit zu pressen, sind viele gutmeinende Westler zu der Überzeugung gekommen, dass Israels „Unterdrückung“ der Palästinenser wahrlich das drängendste Problem der Welt ist und versuchen ihre Regierungen zu beeinflussen ihre Anstrengungen entsprechend zu steuern.

In Demokratien tendieren Regierungen dazu auf öffentlichen Druck zu reagieren. Ein klassisches Beispiel ist das Video „Kony 2012“, das detailliert die von Joseph Konys Miliz „Lord’s Resistance Army“ in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan begangenen Gräueltaten beschrieb. Das Video verbreitete sich wie ein Virus und seiner Bekanntheit wird zugeschrieben, dass westliche Regierungen Kony zur Strecke zu bringen eine höhere Priorität gaben, die im Gegenzug half die Afrikanische Union zu überzeugen einen Einsatz hierzu zu beginnen. Doch jede Regierung hat nur einen gewissen Zeitraum, Energie, Geld und politisches Kapital zur Verfügung; damit geht mehr Investition in eine Sache unvermeidlich auf Kosten einer anderen, denn für diese gibt es weniger öffentlichen Druck.

Folglich lässt der Grad, mit dem Gruppen wie IAW Erfolg damit haben öffentlichen Druck auf westliche Regierungen auszuüben, um „Israels Unterdrückung der Palästinenser“ zu einer Top-Priorität zu machen, diese Regierungen den wirklichen Verbrechen an Orten wie Syrien, der Zentralafrikanischen Republik und dem Südsudan weniger Aufmerksamkeit widmen. Mit anderen Worten: Sie tragen direkt zur Fortgesetzen Abschlachtung, Vertreibung und Hungertod in diesen Ländern bei, indem sie westliche Bürger – und damit westliche Regierungen – überzeugen, dass wiet mehr in den Versuch investiert werden sollte einen Palästinenserstaat zu schaffen, als in den Versuch die weit größere Not an anderen Orten der Welt zu lindern.

Während also Israelis das Hauptziel der IAW sind, sind sie weit davon entfernt, deren Hauptopfer zu sein. Die wahren Opfer sind Millionen Massakrierte, Vertriebene und Verhungernde, die der Westen ignoriert, weil er zu sehr damit beschäftigt ist sich zwanghaft mit Israel zu beschäftigen.

Werbeanzeigen