Besatzung ist immer anders, wenn die Besatzer nicht die Juden sind

Dieser Tage lag wieder die ADAC-Motorwelt im Briefkasten. Darin eine volle Seite Werbung für Reisen nach Nordzypern „zum Spartarif“.

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Dort heißt es im Teaser dann: „Genießen Sie die herrliche Sonne am Mittelmeer, die einzigartige Landschaft sowie das milde Klima von Nordzypern zum unschlagbaren Preis.“

Dem folgt dann: „Ihr Urlaubsort Lapta liegt im türkischen Teil Zyperns…“

Im „türkischen Teil Zyperns“? Nicht „im türkisch besetzten Teil Zyperns“?

Es gibt eben solche und solche. Eine illegale militärisch Besatzung, verbunden mit der Vertreibung der Einwohner („ethnische Säuberung“ wurde in den 1990-er Jahren im damaligen Jugoslawien erst zum Begriff) und die Neuansiedlung von importierten ethnischen Türken in den zwangsweise frei gemachten Orten machen das also zum „türkischen Teil Zyperns“, für die zu werben in Europa ebenso wenig ein Problem ist wie die Förderung durch die EU.

Stellen wir uns vor, welcher moralisierend-stinkende Sturm der Empörung loslegen würde, hätte ein Reiseveranstalter den Nerv für Reisen in „den israelischen Teil des Westjordanlandes“ einzuladen – ein Gebiet, das Israel in einem von ihm nicht gewünschten Verteidigungskrieg völlig rechtmäßig eroberte; ein Gebiet, das dem jüdischen Staat entsprechend internationaler Verträge und internationalem Recht zustand; ein Gebiet, zu dem die Juden eine tiefe historische Verbindung haben; ein Gebiet, aus dem kein Araber verdrängt wurde, sondern „Siedlungen“ auf Brachland errichtet wurden. Ein Gebiet, das von Israel den sich „Palästinenser“ nennenden Arabern mehrfach fast vollständig zur Gründung eines eigenen Staates angeboten, von diesen aber abgelehnt wurde. Angebote, die seitens der Türkei in Sachen Zypern nicht einmal denkbar wären. Zudem wurde die Besatzung durch die Türkei sofort international als illegal und völkerrechtswidrig bezeichnet, während die „internationale Gemeinschaft“ ein paar Jahre lang brauchte, um ihre Haltung zu Judäa und Samaria auf Links zu drehen, damit Israel zum illegalen Besatzer gemacht werden konnte.

Aber da keine Juden an der Besatzung beteiligt sind, ist das „der türkische Teil Zyperns“, nicht der illegal von der Türkei besetzte Teil Zyperns. Der ist ein prima Touristenziel, wirtschaftlich gefördert von der EU und es kräht kein Hahn mehr danach, wie dieses illegale Konstrukt dem Völkerrecht nach eingestuft werden muss. Geld regiert, das Geschäft gehört in den Mittelpunkt. Aber nicht, wenn Juden dabei sind – diese geldgierigen Säcke müssen boykottiert werden.

Da gibt es zwei Begriffe für: Projektion – weil den Juden unterstellt wird, was die Europäer selbst tun – und Antisemitismus – weil dieses hysterische „Besatzungs“-Gebrüll samt geforderten Konsequenzen nicht nur falsch dargestellt, sondern auch ausschließlich dem jüdischen Staat gegenüber angewandt wird.

2 Gedanken zu “Besatzung ist immer anders, wenn die Besatzer nicht die Juden sind

    • Ist ja klar: Landschaftlich ist es dort schön und billig ist es allemal, weil die Türken dort jeden Cent brauchen können und sich bisher nicht allzu viele Touristen dorthin verirrt haben.

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