Fisking Fisk: Warum Spanien nicht auch die Muslime zur Rückkehr einlädt

Anne´s Opinion, 7. Mai 2014

Der Journalist der Zeitung „Independent“ Robert Fisk ist für seine – hm, wie soll ich es sagen – ungenauen, vorurteilsbeladenen Artikel über Israel und den Nahen Osten bekannt. Sein Name wurde zu einem Synonym dafür, Artikel wegen ihrer Ungenauigkeiten auseinander zu reißen – daher „fisken“. Um ehrlich zu sein, meide ich es Robert Fisk zu fisken (auseinanderzunehmen), da er so vorhersagbar ist und seine Glaubwürdigkeit scheint ohnehin bei denen, die sich im Nahen Osten wirklich auskennen, gegen Null zu tendieren. Aber sein jüngstes Gejammer schreit geradezu nach einem Verriss, also hier ist er.

Fisk schreibt ein Geheule (anders kann man es wirklich nicht nennen) über die Tatsache, dass Spanien jenen Juden, die nachweisen können, dass sie (ihre Vorfahren) während der Inquisition geflohen sind, die Staatsbürgerschaft angeboten hat und erregt sich darüber, dass den Muslimen nicht das gleiche Angebot unterbreitet wurde, wobei er feststellt, dass auch sie unter der Inquisition litten.

Fisk beginnt sofort damit im Zusammenhang mit „verlorener Heimat“ in der gesamten Welt die Palästinenser zu erwähnen. Kein Wort über die verlorenen jüdischen Heime in ganz Europa oder in Israel, die von Arabern in den Jahren vor der Staatsgründung oder während der arabischen Besatzung von 1948 – 1967 besetzt oder zerstört wurden.

Verlorenes Land ist übersät mit den Heimen jener, die hier lebten. Armenische Häuser im Südosten der Türkei. Verlassene palästinensische Häuser in Israel. Deutscher Besitz dort, wo einst das Sudetenland und Ostpreußen waren. Es gibt griechische Häuser rund um Smyrna – heute Izmir – und entlang der Westküste Irlands liegen die dachlosen Bauernhäuser jener, die während der großen Hungersnot emigrierten oder verhungerten.

Er fährt mit einer kurzen Zusammenfassung der Geschichte fort.

Das Jahr der Dunkelheit war natürlich 1492, als sich das Maurenreich von Granada Ferdinand und Isabella ergab. Die christliche Macht wurde wieder hergestellt im Land, in dem Muslime und Juden hunderte von Jahren zusammen lebten und einige der größten Werke der klassischen Literatur – auf dem Weg über Bagdad – retteten, damit wir sie studieren können.

Wir können hier beiseite lassen, dass die jüdisch-muslimischen Beziehungen nicht immer ganz so rosig waren, wie wir immer geglaubt haben, das ist ein anderes Thema. Er fährt fort:

In etwas mehr als hundert Jahren vertrieben die christlichen Könige Spaniens rund eine halbe Million Muslime und zwischen 200.000 und 300.000 Juden. Heute gibt es etwa 3.5 Millionen sephardische Juden in der Welt. Ihre ursprünglichen Häuser in Spanien nach wie vor vorhanden.

Das ist eine seltsame Aussage. Wie sollte es heute für irgendeinen sephardischen Juden möglich sein, mit Sicherheit auf irgendein Familienhaus zu zeigen – nicht, nachdem er vor 500 Jahren vertrieben wurde. Das Spanien von heute ähnelt kaum noch dem Spanien von vor 500 Jahren.

Aber jetzt wollen sich Spanien und Portugal bessern, wird uns gesagt. Sie wollen den Nachkommen jener, die vertrieben wurden, die Staatsbürgerschaft und Pässe geben. Die Regierung hält die Vertreibung für eine „Tragödie“, oder – mit den Worten des spanischen Justizministers – für einen historischen Fehler. Es war, natürlich, eine ethnische Säuberung, ein massives Verbrechen gegen die Menschheit, doch lasst uns von unseren spanischen und portugiesischen Freunden nicht allzu viel erwarten; denn es gibt ein paar Probleme. Zum Beispiel: Muslime brauchen erst gar keine Anträge zu stellen.

Und jetzt gibt Fisk Butter bei die Fische. (Hervorhebungen durch die Autorin)

Die jüdischen Nachfahren jener, die im 15. und 16. Jahrhundert von der iberischen Halbinsel vertrieben worden waren, können einen Pass beantragen, der es ihnen ermöglicht in allen 28 europäischen Staaten frei zu reisen. Viele derer, von denen man erwartet, dass sie ihn beantragen, leben in Israel. Ihnen wird ein Recht auf Rückkehr eingeräumt – ein Recht, das Israel natürlich den einstigen arabischen Einwohnern Palästinas nicht gewährt, die nach der Gründung Israels aus ihren Häusern vertrieben wurden.

Das ist typisch für Fisk, Palästinenser in eine Geschichte einzuflechten, mit der sie nichts zu tun haben und die sie auch nicht betrifft. Warum nennt er nicht die Einwohner Tibets oder eines der vielen Gebiete der ehemaligen Sowjetunion, in denen Menschen aus ihren Häusern vertrieben wurden und nie ein Recht auf Rückkehr aus ihren Gastländern bekamen – oder übrigens auch Spanien.

Auch ist typisch, dass Fisk Israel nur in möglichst negativer Weise erwähnt. Daher die Bemerkung zur Ablehnung des angeblichen „Rückkehrrechts“ der Palästinenser – ein „Recht“, das es erwiesenermaßen nicht gibt. Durch die Balfour-Deklaration wurde entschieden und im Abkommen von San Remo bestätigt, dass Israel die Heimstatt des jüdischen Volkes sein soll. Nicht für die Palästinenser, die es als ein eigenständige Nation bis zu ihrer eigenen Erfindung in den 1960er Jahren gar nicht gab, noch für sonst irgendjemanden. So wie Britannien alle Briten automatisch anerkennt, aber von anderen besondere Visa verlangt (das Gleiche gilt für Amerika, Frankreich oder jedes andere Land in der Welt), hat auch Israel das Recht automatisch jedem Juden die Staatsbürgerschaft zu erteilen, aber nicht anderen.

Spanische und portugiesische Beamte wollen auf den Fall nicht näher eingehen oder gar erklären, warum sie beschlossen haben zwischen jenen rassisch zu unterscheiden, die sie vor 600 Jahren aus ihrem Land vertrieben haben.

Vielleicht liegt es daran, dass die Muslime die eigentlichen Besatzer Spaniens waren und eine lange Geschichte haben, überall wo sie auftauchen Eroberungskriege anzufangen? Immerhin eroberten die Christen Spanien von den Mauren zurück, also von den Muslimen. Es ist wirklich offensichtlich, warum man sich dort nicht so sehr für muslimische Mitbürger begeistern kann, wie für Juden. Fisk selber erwähnt es eher nebenbei, wobei kann er es aber nicht lassen kann Spanien zu verhöhnen.

Die Tragödie Andalusiens währte über ein Jahrhundert und es gab muslimische Aufstände, die von den Christen brutal niedergeschlagen wurden, die einen Grund für den falschen Zungenschlag Spaniens sein könnte, ein Grund dafür, dass man die Muslime von der Großzügigkeit Madrids ausschließt.

Und wieder webt er den Fall der Palästinenser völlig grundlos ein (natürlich nur, wenn man von seiner Besessenheit absieht)

Der allgemeinen Ansicht nach ist die Vertreibung in Kriegszeiten – und das könnte auf die Palästinenser zutreffen – nicht zu vergleichen, mit der kompletten Vertreibung von Menschen aus reine Rassegründen. Dadurch, so die Theorie, haben die Nachkommen der Juden in Spanien aus dem 15. Jahrhundert mehr Rechte als ihre muslimischen Brüder. Ein recht schlüpfriges Argument.

Und jetzt kommt ein anderer Grund für Fisk´s Verbitterung:

Die anscheinend so großzügige Offerte Spaniens und Portugals ist nicht aus einem schlechten Gewissen heraus entstanden, sondern weil die Juden „gut mit Geld umgehen können“ und vielleicht der Wirtschaft dieser beiden bankrotten Staaten helfen. „Das war eine Entscheidung aus rein ökonomischer Notwendigkeit“, schreibt er. „Und das ist der Grund, warum die Einladung die Muslime ausschließt. Die Rückkehr der Muslime würde bedeuten, dass 10 Millionen Menschen die Staatbürgerschaft beantragen würden, aber kein Geld brächten.“ Das ist ein wenig seltsam. Zehntausende Muslime sind extrem reich und könnten ebenfalls Geld nach Spanien und Portugal bringen.

Wenn dem so ist, warum unterstützen diese zehntausende Muslime nicht ihre palästinensischen Glaubensbrüder? Es wäre interessant zu sehen, wie viele philanthropische Projekte von Juden zur Unterstützung ihrer Brüder gegründet wurden und wie viele derartige muslimische Projekte es gibt. Und eines kann man sicher sagen: Jüdische Philanthropen würden niemals Terroristen irgendwelcher Art oder Religion unterstützen. Traurigerweise kann man das von Muslimen nicht sagen, deren Milliarden an Petrodollars und deren Reichtum nur allzu oft dazu genutzt wird, antiisraelische, antisemitische und antiwestliche Hetze sowie Werbung für Terrorismus und Gewalt, Revolutionen und andere Zugaben zu finanzieren, die mit dem arabischen Frühling Winter einhergehen.

Aber Fisk lehnt es ab der unschönen Wahrheit ins Auge zu sehen. Es muss einfach Rassismus sein:

Nein, der wirkliche Grund für ihren Rassismus ist, dass unsere Cousins in Madrid und Lissabon nicht wollen, dass Muslime nach Europa kommen, schon gar nicht als Staatbürger. Und sie können sich darauf verlassen, dass nur wenige Juden das Angebot annehmen werden nach Spanien zu kommen; die meisten von ihnen leben in Amerika und Israel. Die Muslime würden es durchaus annehmen.

Betrachtet man all den Errungenschaften, die die westliche Gesellschaft durch den riesigen Zustrom an muslimischen Einwanderern bekam, wie z.B. eine immense Zunahme von Gewalt, Gewaltverbrechen und religiösen Spannungen und vergleicht sie mit den tatsächlichen Vorteilen, die jüdische Mitbürger ihren Gastgesellschaften in jedem Land gebracht haben, kann niemand die Spanier wirklich rügen, auch wenn ihre Entscheidung politisch nicht korrekt ist.

Fisk beendet seine schäbige Geschichte mit einer völlig falschen Schlussfolgerung:

Spanien und Portugal wollen einfach sicher gehen, dass die Vertreibung der Muslime dauerhaft ist. Andalusien war einst ein Wunder dessen, was man Multikulturalismus nennt. Das möchten die Spanier nicht zurück.

Es hat nichts mit der Inquisition, der maurischen Eroberung Spaniens oder Multikulturalismus zu tun. Es hat sehr viel mit der Art und Weise zu tun, wie sich muslimische Einwanderer an anderen Orten Europas benehmen, wo sie versuchen ihren Willen und ihre Religion in den Gastgesellschaften durchzusetzen, anstatt sich als normale Bürger zu integrieren.

Spanien schaute nach Frankreich und nach Schweden und entschied, dass der Klügere nachgibt.

Gut für sie.

3 Gedanken zu “Fisking Fisk: Warum Spanien nicht auch die Muslime zur Rückkehr einlädt

  1. Der spanische Staat fordert Juden auf, nach Spanien zurückzukehren, um Israel zu schaden. Antisemitismus bezieht sich nur auf Juden, nicht auf weitere Semiten. Deshalb hat Spanien keine Araber eingeladen.

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