Der historische Umgang der Araber/Muslime mit ihren Juden

Sar Shalom, Israel Thrives, 22. Mail 2014

Seit ich diesen Blog über einen Kommentar meinerseits zum Umgang der Muslime mit ihren jüdischen Untertanen durch die Geschichte hindurch kennenlernte, dachte ich, dass mein erster Eintrag hier dazu sein sollte, was wir aus diesem Umgang über Muslime heute lernen sollten. Eine populäre Theorie zu muslimischer Opposition gegenüber zionistischen Aktivitäten besteht in der Fortsetzung muslimischer Unterdrückung der Juden seitdem die Muslime den Nahen Osten eroberten, die wiederum vom Scharia-Recht diktiert wird.

Es gibt an dieser Theorie ein paar wahre Elemente. Einmal hat es zahlreiche Vorfälle brutaler Verfolgung ihrer jüdischen Untertanen durch die Muslime gegeben, die sowohl Zeit als auch Raum umfasst; sie hatten den Tod vieler Juden und den Übertritt zum Islam durch zahllose weitere zur Folge. Darüber hinaus gibt es heute Muslime, die ähnliche Repression betreiben oder Repression von Juden versuchen; viele rechtfertigen ihr Tun mit dem Scharia-Recht. Das Problem ist: Ist die heutige islamische Unterdrückung der Juden eine Fortsetzung ihrer Gepflogenheiten aus dem vergangenen Jahrhunderten oder ist das ein neues Phänomen? Diese Frage zu beantworten macht einen Blick auf die Bilanz nötig, der über das hinaus geht, was die Muslime in der Zeit von 700 bis 1800 n.Chr. machten und was sie heute tun wollen und was zwischen diesen beiden Zeitaltern geschah.

Eins der Probleme beim Ziehen einer Verbindung zwischen dem Handeln vor Jahrhunderten und dem Handeln heute besteht darin, dass wir zwischen einer zwanglosen Verbindung und einer zufälligen Ähnlichkeit des Handelns unterscheiden müssen. Ein zu bedenkender Faktor bei der Bewertung, welche davon die Beziehung zwischen vergangenem und gegenwärtigem Handeln genau beschreibt, ist die Frage, welche Verbindungen es zu anderen Gruppen gibt. Was immer jemand, der die Wirklichkeit der muslimische-jüdischen Beziehungen seit den Ursprüngen des Islam bis ins späte Mittelalter kennt, über die Unterdrückung erzählen kann, mit der die Muslime ihre jüdischen Untertanen heimsuchten, wozu auch gelegentliche Massaker gehörten – die Christen dieses Zeitalters behandelten ihre jüdischen Untertanen schlimmer.

Das wirft die Frage auf, warum die Christenheit sich diesbezüglich änderte, der Islam aber nicht. Eine weitere Komplikation der Theorie, dass gegenwärtiges muslimisches Handeln lediglich eine Weiterführung von Handeln aus der Vergangenheit ist, besteht darin, dass es eine Zeitspanne während des frühen Yischuw gab, in der Araber und Muslime den Juden bzw. dem Zionismus nicht durchgängig feindlich gegenüber standen. Es war z.B. keine Anomalie, dass Ahmed Zaki, ein führender ägyptischer Intellektueller der 1920-er Jahre, erklärte: „Der Sieg des zionistischen Ideals ist auch der Sieg meines Ideals.“ Selbst unter Palästinensern war die Unterstützung für die Aufstände gegen den Jischuw Anfang der 1920-er Jahre nicht allgemein vorhanden, sondern wurde das nach Angaben der psychologischen Geschichte der palästinensischen Araber von Elder of Ziyon erst in den 1930-er Jahren. Darüber hinaus müsste eine Theorie für die Popularität der Judeophobie und des Antizionismus in der heutigen arabischen Welt erklären, warum sie von den christlichen Arabern und den nicht islamistischen Muslimen geteilt wird.

Angesichts all dessen, welche Erklärung gibt es für das Handeln der Muslime gegenüber den Juden und Israel? Über Michael Totten kommt ein Artikel von Samuel Trados im The American Interest, der die Natur der heutigen Judeophobie in Ägypten und seine Ursprünge untersucht. Tadros verfolgt diese Entwicklung bis zur Begegnung der arabischen Welt mit der europäischen Kultur wie folgt zurück:

Als Napleon durch Ägypten fegte, begannen die Araber zu erkennen, wie weit sie hinter Europa zurückgefallen waren. Anfangs bestand der Weg aufzuholen darin die Gepflogenheiten des Westens zu imitieren. Großbritannien und Frankreich jedoch hielten ihre heimischen Standards des Liberalismus in ihren imperialen Besitztümern nicht aufrecht und bereiteten so die Bühne für eine Neubewertung.

Diese Neubewertung wurde von Nazi-Deutschland, assistiert von seinem Sprecher für die arabische Welt, Haddsch Amin al-Husseini begünstigt. Selbst nachdem das Nazi-Regime eliminiert war, blieb sein Einfluss in Ägypten über die Flüchtlinge vor den Militär-Tribunalen [angereichert von offizieller sowjetischer Kooperation in den folgenden Jahren] erhalten. Die Botschaft dieser Akteure war: Ägyptens Scheitern mit den Europäern gleichzuziehen lang nicht an Unzulänglichkeiten in Ägypten, sondern war eine jüdische Verschwörung.

Sollten wir jetzt die Faktoren diskutieren, die den vorherrschenden arabischen judeophobischen Einstellungen zugrunde liegen? In gewisser Weise, außer wir versuchen diese Einstellungen zu ändern, können wir die Diskussion über Ursachen ignorieren und uns auf die herrenmenschlichen Einstellungen konzentrieren. Wichtig ist, dass unser Publikum mit einem Verständnis dafür geht, dass diese Überlegenheitsdoktrin das Haupthindernis für das Erreichen einer Friedensvereinbarung ist. Das bedeutet, man muss die Araber überzeugen, nicht nur die muslimischen Araber, ihre Herrenmenschen-Doktrin aufzugeben ohne Israel zu überzeugen, dass es den maximalistischen Forderungen nachgibt, die sie dem Westen vorlegen wird Frieden schaffen, dass aber Israel zu überzeugen ihren maximalistischen Forderungen nachzugeben, wie sie sie dem Westen vorlegen, ohne sie zu überzeugen ihre herrenmenschliche Doktrin aufzugeben, wird keinen Frieden bringen.

Die zugrunde liegende Ursache ist zwar unerheblich, kann aber etwas wie ein Motiv liefern, das hilft die Vorstellung ihrer herrenmenschlichen Doktrin zu vertreiben. In diesem Fall sollten uns bemühen die zugrunde liegende Ursache zu bestimmen, für die unser Publikum empfänglich wäre und damit wahrscheinlicher akzeptieren wird, dass das Fehlen von Frieden dem arabischen Herrenmenschentum geschuldet ist. Vor diesem Hintergrund hätte ein engagierter Antirassist Probleme zu akzeptieren, dass man sich einfach durch die Anerkennung der fünf Säulen des Islam der herrenmenschlichen Doktrin verpflichtet. Wäre kein anderes Motiv anzuführen und könnte man es vermeiden ein Motiv zu identifizieren, dann wäre das es wert versucht zu werden. Es gibt aber noch ein weiteres Motiv, das angeführt werden muss. Es ist Husseinis Übersetzung des Josef Goebbels in die Sprache der islamischen Frömmigkeit. Wenn man Anweisungen der Nazis anführt, läuft man Gefahr beschuldigt zu werden mit Godwins Gesetz zu kollidieren; dennoch können wir es als Indoktrination durch europäische Antisemiten zusammenfassen und die Diskussion über die Nazis der Detaildiskussion darüber überlassen, wie die Araber indoktriniert wurden.

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