Was ist da los? Die Medienmeute ist los…

Drei junge Israelis wurden von Terroristen entführt. Was bewegt die deutsche Qualitätsjournaille? n-tv sieht den Nahost-Konflikt „befeuert“ – nein, nicht durch die Entführung oder Handeln von Terroristen, sondern durch den Hashtag „#BringBackOurBoys“, die Internet-Aufmerksamkeitsinitiative gegen die Entführung!

ntv-hashtagBBOBUnd was ist problematisch an der Aktion? Die Palästinenser regen sich auf, das sei doch alles völlig unangemessen. Und diese Meinung von „palästinensischen Usern“ wird nicht etwa als das bezeichnet, was es ist, sondern der Eindruck erweckt, als hätten sie absolut recht sich so aufzuregen. Weil die Israelis/Juden ja allesamt viel schlimmer sind.

Richard Schneider von der tagesschau hat nur eine Erkenntnis – nicht, dass es da Terroristen gibt, die es zu bekämpfen gilt, sondern er kennt nur ein Problem und das bestehe darin, dass Netanyahu versuche politisches Kapital aus der Entführung zu schlagen. Und auch der SPIEGEL hat kein Problem auf die entführten Jungen zu verzichten, ganz zu schweigen von den besorgten Eltern. Stattdessen gibt es Bilder von Soldaten, die nach den Jungen suchen – natürlich wird das als schlimme israelische Übergriffe gegen Unschuldige inszeniert. Die tagesschau geht konsequent weiter den Weg der Desinformation und bezeichnet die tatsächlichen Opfer als „mutmaßlich entführt“ und „verschwunden“, Netanyahu könne keinen eindeutigen Hinweis auf eine Entführung präsentieren. Dass zu diesem Zeitpunkt längst bekannt ist, dass die Polizei einen dicken Fehler machte, als sie einen Anruf der Entführten empfing und für einen arabischen „Scherz“ hielt (um die Gesetzeshüter nutzlos zu beschäftigen), interessiert die deutsche Qualitätsjournaille einen Dreck. Das muss verschwiegen werden, sonst würden die tollen Einschätzungen ja in sich zusammenfallen und die Juden hätten tatsächlich richtig gehandelt.

Fehlt nur noch, dass irgendein Idiot Hebron zum neuen Lidice erklärt…
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– tapfer im nirgendwo: #BringBackOurBoys
Die Meschuggestan-Protokolle: … dann lasst es einfach ganz sein!

7 Gedanken zu “Was ist da los? Die Medienmeute ist los…

  1. Die Reaktion vieler deutscher Medien entspricht doch dem üblichen Reflex: Nicht der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen ist das Problem, sondern die Reaktion
    Israels darauf, nicht die Entführung der drei jungen Juden ist das Problem, sondern die Reaktion Israels.
    Am 14. Juni 2014 meinte Peter Münch von der Süddeutschen Zeitung noch einen Artikel bei SZ Online mit dem Titel „Ohne Anklage im Gefängnis in Israel“ veröffentlichen zu müssen. Wann genau kam die Nachricht von der Entführung?
    Heute, am 16. Juni 2014 schreibt er einen Artikel mit dem Titel „Israels verschwundene Kinder“. Er kann es allerdings auch bei diesem einigermaßen sachlichen Bericht nicht lassen, am Schluss einen angeblichen Facebook-Eintrag von Naftali Bennet zu zitieren mit dem Psalm „Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe“.
    Es soll ja dem SZ-Leser klar gemacht werden, dass nicht die Entführung der Jugendlichen, sondern die Reaktion „der Juden“ das eigentliche Problem ist.
    Es verblüfft immer wieder, mit welch routinierter Hinterhältigkeit von deutschen Journalisten Stimmung gegen Israel gemacht wird.
    Richard Schneider von der ARD ist dafür leider auch ein trauriges Beispiel.

  2. Besser kann die Situation nicht beschrieben werden – vielen, vielen Dank, heplev!!!
    Ich habe mich gesetrn auch granatenmäßig über den Beitrag von Richard C. Schneider in der Tagesschau der ARD aufgeregt – dieser Mann ist einer der vielen deutsch-medialen „Katastrophen“ für Israel!

  3. Nachtrag zu meinem Kommentar mit den Hinweisen auf die Artikel von Peter Manch (SZ):
    Nach Mitteilung der Konrad-Adenauer-Stiftung Ramallah wurde die Presse am Freitag, den 13. Juni um 13.00 Uhr über die Entführung informiert.
    Der Artikel von Peter Münch “Ohne Anklage im Gefängnis in Israel” wurde am 14. Juni um 11.58 Uhr bei SZ-online veröffentlicht, also 23 Stunden später.
    http://www.sueddeutsche.de/politik/palaestinenser-im-hungerstreik-ohne-anklage-im-gefaengnis-in-israel-1.1999305

    Ist es eine Unterstellung, dass Peter Münch die Leser der SZ gezielt noch mit einem Israel-feindlichen Artikel ohne Aktualität beeinflussen wollte, nachdem er bereits über die Entführung der drei jungen Israeli informiert war?

  4. Naftali Bennet hat verdammt Recht – und der Psalm, den er im Auszug zitiert, hat um so mehr Recht.
    So ist das.

    Und wenn einer wagt, zu sagen, wie es ist, gilt er für die deutsche Qualitätsjournaille und ihre Leser als Gewaltspiraler, als Eskalierer, als Hardliner und als Faschist. Sofern er Jude ist. Wenn er kein Jude ist – dann darf er mal machen wie Putin, wie Assad und wie Abbas.

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