Der Konflikt zwischen Israel und Gaza: Was die Welt immer noch nicht kapiert

Fiamma Nirenstein, Times of Israel (ops&blogs), 20. Juli 2014

Die größte Trauer in diesem Krieg entspringt der unverständlichen Unfähigkeit der Welt zu erkennen, was hier tatsächlich vor sich geht. Journalisten und öffentliche Meinung, die sich rechtschaffen der Verurteilung des Todes palästinensischer Kinder widmen, ignorieren komplett die Gründe dafür, dass diese Opfer entstehen. Schmerzliche Gründe für die Palästinenser wie auch die Israelis.

Zuerst gibt es da eine Art stillschweigender und zynischer Missbilligung der Tatsache, dass israelische Kinder nicht oder nicht oft genug sterben. Die Wahrheit ist aber: Während israelische Kinder, anders als die palästinensischen, das gewollte Ziel der Tausenden dem Gazastreifen geschossenen Raketen sind, sind sie auch der Schatz Israels, das unendlich viel unternimmt, um sie zu schützen, mit Luftschutzräumen, dem Roten Alarm, teuren Verteidigungssystemen, ständiger Überwachung der Stundenpläne der Schulen und ständiger Aufsicht durch ihre Eltern.

Zwei Kindergärten sind bereits völlig zerstört worden, aber die Kinder waren nicht in den Räumen – wie die Gefahr für Kinder die oberste Sorge Israels ist, weil hier das Schlüsselwort Vorbeugung ist und die Behörden anwiesen diese Kindergärten an diesem Tag geschlossen zu halten.

Bei der Hamas ist es das genaue Gegenteil: Die UNRWA selbst (besser spät als nie) verurteilte gerade, dass eine ihrer Schulen im Gazastreifen in ein Raketendepot verwandelt worden war. Die UNRWA war in der Lage diesen Verstoß zu melden, aber was ist mit den anderen Schulen im Gazastreifen, öffentlichen wie privaten? Sie sind nicht in der Lage diese Art von Missbräuchen zu berichten, weil sie Angst vor der Hamas haben. Die Hamas regiert den Gazastreifen, sie befiehlt die Umwandlung öffentlicher Institutionen, privater Häuser, Schulen, Moscheen in Zentren für Waffenlager.

Sehr oft stehen diese Waffen gerade kurz vor dem Einsatz und müssen gestoppt werden; und manchmal schafft es die IDF nicht die Anwesenheit von Zivilisten festzustellen, was aber in mehreren Fällen schon zum Abbruch der militärischen Aktion führte.

Leider sind die Abschussrampen, die Kugeln, die militärischen Strukturen der Hamas ausgerechnet unter Kindern verteilt: Sie werden als menschliche Schutzschilde benutzt. Auch die tragische Rakete, die vor ein paar Tagen vier am Strand spielende Kinder traf, zielte auf militärische Struktur, vielleicht eine Abschussrampe, die bereit war ihre tödliche Botschaft nach Israel zu schicken.

Israel sieht sich nonstop dem Dilemma ausgesetzt militärische Ziele zu zerstören, die in die palästinensische Zivilbevölkerung stationiert wurden, weil sonst die Zivilbevölkerung Israels, die in diesen Tagen weiter in die Schutzräume rennt, getroffen würde.

Es ist extrem schmerzlich zu sehen, wie die Gesellschaft im Gazastreifen gezwungen wird diese Verluste zu erleiden. Aber der Schutz des bloßen Rechts auf Leben erfordert die fortgesetzte militärische Operation.

Wenn man bedenkt, dass bisher in etwa 2000 militärische Ziele getroffen wurden, die in der Zivilbevölkerung platziert wurden, dann kann man erkennen, wie schwer es für die IDF ist neben den israelischen Kindern auch die palästinensischen zu verteidigen. Ich wünsche, dass die Menschen im Gazastreifen es tun könnten, gegen die Hamas.