Die Hamas nimmt den Krieg wieder auf, auf verlorenem Posten

American Interest, 8. August 2014 (übersetzt von Daniel)

Es scheint dass die Israeli und die Ägypter an ihrem Plan festhalten, die Hamas an die Wand zu drücken. Nachdem die militante Gruppe aus Gaza gestern einen Waffenstillstand gebrochen hat, haben die IDF reagiert, und während Ägypten die Blockade aufrecht erhält. bringt jeder Tag die Hamas näher an den Punkt, an dem ihr die Raketen ausgehen.

Die New York Times berichtet:

Als ein 72-stündiger Waffenstillstand in Gaza am Freitag 8 Uhr ablief, feuerten palästinensische Militante reihenweise Raketen nach Israel und die IDF reagierte mit Luftschlägen; bei einem davon wurde nach Angaben von Angehörigen ein 10-jähriger Junge getötet.

Die wiederaufgeflammten Feindseligkeiten unterbrachen die indirekten Gespräche für von Ägypten vermitteltes und von den USA unterstütztes ein dauerhafteres Waffenstillstandsübereinkommen in Kairo. Während die Raketen signalisierten, dass die Hamas eine Ausdehnung der vorübergehenden Pause ablehnt, zudem ihren Wunsch Druck auszuüben, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, sagte die israelische Regierung in einer Erklärung, dass „Israel keine Verhandlungen unter Feuer führt“.

Unter der Annahme, dass die Hamas ein Drittel ihrer Raketen auf Israel abgefeuert und ein weiteres Drittel an die israelische Militäraktion verloren hat und dass sie momentan über keine Möglichkeit verfügt ihr Arsenal aufzustocken, sind wahrscheinlich weder Israel noch Ägypten sonderlich beeindruckt von den militärischen Fähigkeiten der Hamas zu diesem Zeitpunkt.

Die einzige überhaupt funktionierende Waffe der Hamas zu diesem Zeitpunkt ist ihre Fähigkeit, weltweite Empörung zu provozieren, indem sie dafür sorgt, dass Volk im Kampf getötet wird. Aber selbst das ist durch saudische und ägyptische Gegenpropaganda von Muslimen und Arabern stumpf geworden.

Inzwischen hat die Hamas eine wichtige Variable vergessen: Je mehr ihres Raketenarsenals sie verbraucht, desto grösser ist der Anreiz sowohl von Israel als auch von Ägypten, auf ultrastrengen Grenz- und Schmuggelkontrollen zu bestehen. Die Hamas entwaffnet sich letztlich selber mit jeder unersetzlichen Rakete, die abgefeuert wird und seine Feinde wollen nicht, dass sie wieder aufstockt.

Krieg ist ein tückisches Geschäft, in dem sich das Glück über Nacht wenden kann, aber die Hamas scheint heute in einer extrem schwierigen Position zu stecken, indem sie Zugeständnisse fordert, die zu machen ihre Gegner keinen Grund haben. Unter diesen Umständen haben offensichtlich sowohl Israel als auch Ägypten handfeste Gründe, auf harten Verhandlungspositionen zu bestehen und der Ereignisse zu harren, die da kommen mögen.

Sie haben der Hamas eine wichtige und vielleicht vernichtende militärische Niederlage zugefügt. Jetzt versuchen sie, dies in einen entscheidenden politischen Sieg umzumünzen, der die Hamas dazu zwingt, Ägypten als Preis für das eigene Überleben mehr Macht über Gaza zu geben.

Hamas ist heute etwa ein Drittel so stark wie zu Beginn des Krieges, und sie steht Feinden gegenüber, die ihre Schwäche riechen und die sie hassen und ihr misstrauen. Trotzdem besteht sie auf einer Übereinkunft, die einem Sieg gleichkommen würde, sogar während ihr politischer Flügel die Hand Richtung Iran ausstreckt. Man kann die Chuzpe bewundern, muss jedoch die Weisheit einer Strategie bezweifeln, die ihre Wurzeln in Verzweiflung und Furcht hat.

Doch ob sie das merkt oder nicht, zu verlieren ist vielleicht die allerletzte Karte, die die Hamas ausspielen kann. Wenn sie total kollabiert, dann könnte das in Gaza resultierende Chaos noch schlimmer sein als die Herrschaft der Hamas. Wir haben in Libyen, Irak und Syrien gesehen, wie hässlich Dinge werden können, wenn es keine kontrollierende Macht mehr gibt.

In diesem Licht betrachtet könnte das ägyptische Ziel sein Gaza zu regieren, entweder durch eine untergeordnete verzweifelte Hamas oder indem die Fatah als schwache und abhängige Macht installiert wird. Doch es ist schwierig solche Dinge zu steuern, selbst in einem arrangierten Übergabe-Deal – noch viel weniger, wenn die politische Gewalt kollabiert und bewaffnete Kämpfer übrig bleiben, der militärische Arm aktiv bleibt und der Islamische Jihad und weitere Gruppen in den Startlöchern sitzen.

Würde Israel dann damit einverstanden sein die IDF einzusetzen um die Herrschaft der Fatah sicherzustellen? Das wäre nicht nur sehr schwierig zu erreichen, sondern wahrscheinlich auch selbstzerstörerisch, da die sichtbare Unterstützung durch Israel für die Legitimität jeder palästinensischen Gruppe fatal wäre.

Während also die Hamas mit ihrer eigenen Zerstörung spielt, hat sie vielleicht immer noch etwas zu verkaufen. Ihre letzte Waffe könnte die Drohung sein, als organisierte Kraft Selbstmord zu begehen – die ultimative Selbstmordbombe, sozusagen.