Aus Raketen Rugelach machen

Barak Bar-Cohen, Times of Israel blogs, 15. August 2014

In einem Krieg,d er mehr als einen Monat dauert und trotz 3.000 von der Terrorgruppe Hamas geschossenen Raketen finden Juden und Israels einmal mehr Wege zu demonstrieren, was robuste, Anteil nehmend und erfinderische Leute wir in Wirklichkeit sind.

Es gibt dafür zahlreiche Beispiele, aber hier paar wenige davon.

Anfang des Monats gab die IDF an Soldaten Richtlinien für die Annahme von Spenden aus; es wurde freundlich gebeten die Menge der Spenden, die von Israelis und proisraelischen Organisationen rund um die Welt einströmten, zu reduzieren. Die Menschen schickten gesunde Snacks, Süßigkeiten, Pizza und alle möglichen Hygieneartikel, um die Soldaten zu unterstützen. Es traf so viel „Zeugs“ ein, dass die IDF begann Spenden an Bedürftige weiterzuleiten.

Die Welle der Unterstützung, der Spenden, der Briefe, der Fernseh- und Radiospots, die den Soldaten im Gazastreifen „virtuelle Umarmungen“ anboten, ist einfach als unfassbar. Jeder Soldat, der sein (oder ihr) Leben in Gaza aufs Spiel setzte, kann die nationale Unterstützung des Mutes nicht nur fühlen, sondern auch das Ausströmen der Liebe über Lebensmittelspenden sehen.

Für uns Juden sind Lebensmittel gleichzusetzen mit Liebe und die IDF hat uns alle gebeten unsere Soldaten nicht ganz so viel zu lieben.

Gibt es nur in Israel.

Feldwebel Sean Carmeli war Golani-Kämpfer und ein „einsamer Soldat“, der aus Texas nach Israel einwanderte und der IDF beitrat. Er wurde in den Kämpfen in Gaza getötet. Feldwebel Carmeli war ein Fan des Fußballclubs Maccabi Haira und nachdem seine Familie sich besorgt äußerte, dass nur wenige Menschen zum Begräbnis ihres Sohnes kommen würden, postete der Club folgende Nachricht: „Sean Carmeli war ein einsamer Soldat und wir wollen nicht, dass seine Beerdigung leer bleibt. Kommt und erweist einem Helden die letzte Ehre, der getötet wurde, damit wir leben können. Das ist das Mindeste, was wir für ihn unsere Nation tun können.“

Am Montag, 21. Juli 2014 schätzte die Polizei, dass fast 20.000 Menschen an der Beerdigung von Feldwebel Sean Carmeli in Haifa teilnahmen. Israelis kamen aus dem ganzen Land, viele davon in israelische Flaggen gehüllt, um einem gefallenen Soldaten die letzte Ehre zu erweisen – einem Helden, der sein Leben gab, um das Leben anderer zu verteidigen.

Die Menschen kamen ihn zu ehren. Sie bezeugten seinem Opfer Achtung und dankten ihm. Sie schreiben Gedichte und Lieder zu seinem Andenken. Sie wollten, dass seine unmittelbare Verwandtschaft weiß, dass Sean Carmeli zwar als „einsamer Soldat“ nach Israel gekommen sein mochte, aber nicht „alleine“ starb. Seine erweiterte israelische Familie wird sich auf ewig an ihn erinnern.

Gibt es nur in Israel.

Im Verlauf der letzten Wochen haben mehr als 3.400 Juden in aller Welt die Entscheidung getroffen Aliyah zu machen – nach Israel einzuwandern. Israelische Einwanderungsbeamte und weitere Offizielle sind von dem anhaltenden Strom der trotz des andauernden Krieges nach Israel kommenden Einwanderer überrascht gewesen.

Also entschieden sie sich deswegen etwas zu tun.

Anfang dieser Woche landete ein Flugzeug mit 338 Olim (Einwanderer nach Israel) aus den Vereinigten Staaten und Kanada auf dem Ben Gurion-Flughafen. Mehr als 100 dieser neuen Olim sollen in den kommenden Monaten zum Militär gehen. In einer besonderen Zeremonie am Flughafen wurden die neuen Olim von Natan Sharansky (Vorsitzender der Jewish Agency) von Gideon Sa’ar (Innenminister) und Reuven Rivlin (Israels neuer Präsident) sowie weiteren Würdenträgern und Amtsträgern begrüßt.

Alle, die dort sprachen und an der Feier teilnahmen, gaben ihrer Bewunderung und Dankbarkeit den neuen Olim gegenüber zum Ausdruck, dass sie in so schwieriger Zeit nach Israel kommen, um sich ein neues Leben aufzubauen und zu helfen das Land aufzubauen.

Stellen Sie sich vor, Sie steigen in Ihrem neuen Heimatland Israel aus einem Flugzeug und werden persönlich vom Präsidenten und hochrangigen Kabinettsmitgliedern begrüßt, die sich bei Ihnen bedanken.

Gibt es nur in Israel.

Schließlich machte die Terrorgruppe Hamas als Teil ihres Angriffs auf Israel ein hebräisches Lied samt Musikvideo mit dem Titel „Macht Terroranschläge“ und veröffentlichte es online. Eigentlich ist das Lied eine Neuauflage des Liedes „Erschüttert Israels Sicherheit“, das während des letzten Gazakriegs 2012 sein Debut hatte. Das Lied war ein Hit bei den Hamas-Fans, die das Musikvideo über eine Million Mal auf YouTube angesehen haben.

Ich sah mir das Video mehrmals an. Es ist absolut lächerlich. Der Text ist eine Mischung aus modernem Hebräisch, Althebräisch und Arabisch mit starkem Akzent, falsch ausgesprochenen Wörtern und Zeilen wie „zielt darauf Kontakt mit Zionisten zu machen. Um Lager und Soldaten niederzubrennen. Erschüttert die Sicherheit Israels. Enthüllt vulkanische Flammen des Feuers!“

An einer Stelle in dem Lied gibt es einen unzusammenhängenden Anfeuerungsruf von „Vulkanismus“, der in keiner Sprache Sinn macht. Es gibt maskierte Terroristen, Raketen werden von Hand getragen und dann abgeschossen, während Leute in Deckung rennen, automatische Waffen werden in alle Richtungen abgefeuert und Soldaten schwimmen mit ihren Waffen unter Wasser.

Das sollte den Israelis in ihrem tiefsten Inneren Angst machen. Der IDF sollte eine drohende Nachricht geschickt werden. Die Israelis sollten verhöhnt werden.

Das Ergebnis? Dieses Hamas-Leid wurde in diesem Sommer zum Nummer 1-Hit in Israel, viele IDF-Offiziere benutzen dieses Lied als Klingelton für ihre Mobiltelefone.

Darüber hinaus haben die Israelis eigene, satirische Versionen dieses Videos in unterschiedlichen Genres und Stilen geschaffen – es gibt eine Akustik-Version, eine a capella-Version, eine Dance-Version, eine Roadrunner-Version, eine Smurf-Version, eine hassidische Version und die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Diese Versionen sind kreativ und clever und gut gemacht.

Das „Einschüchterungs-Musikvideo“ der Hamas ist komplett nach hinten losgegangen. Die Israelis haben diesen armseligen und rückwärts gerichteten Versuch eine Nation einzuschüchtern als Möglichkeit genutzt Solidarität unter allen Israelis zu schaffen, während die Ignoranz der Hamas-Terroristen offenbart wurde.

Gibt es nur in Israel.

Der amerikanische Autor und Selbstverbesserungs-Guru Dale Carnegie machte den Spruch „Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach daraus Limonade“ als Möglichkeit zu Optimismus zu ermutigen und „Anpack-Mentalität“ angesichts von Widrigkeiten bekannt. Ich würde sagen, dass dieser Spruch unseren Charakter und Geist versinnbildlicht, besonders in diesen Kriegszeiten.

Eigentlich würde ich, auf Grundlage der Tragweite dessen, was ich höre und lese, sogar argumentieren, dass Israelis und Juden einen Weg gefunden haben „Raketen in Rugelach“ zu verwandeln – Momente, die dazu gedacht sind uns zu zerstören und einzuschüchtern, in süße Momente der Stärke und Menschlichkeit zu verwandeln.

Gibt es nur in Israel.