Der älteste Hass: Europa gegen die Neue Welt

Benjamin Weinthal, Fox News, 15. August 2014

Jede Menge verstörender Beispiele spiegeln das Versagen Europas beim Angehen des „ältesten Hasses“. Die Europäische Union sollte sich die Vereinigten Staaten als Beispielland für die Einführung von Politik zur Bekämpfung von Judenhass ansehen.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, fing die antijüdische Atmosphäre ein: „Das ist die schlimmste Zeit seit der Nazi-Ära. Auf der Straße hört man Sachen wie ‚Die Juden sollten vergast werden, die Juden sollten verbrannt werden.‘“

Antisemitische Rhetorik, die in Gewalt übergeht, führte zum Brandanschlag deutscher Teenager auf eine Synagoge in Wuppertal bei Düsseldorf. Das erste Mal wurde die Synagoge während des Nazi-Pogroms 1938 abgebrannt. In Brüssel weigerte sich ein belgischer Arzt einer Frau lebenswichtige medizinische Versorgung uns sagte ihr: „Ich komme nicht… Schickt sie ein paar Stunden nach Gaza, dann wird sie die Schmerzen schon los.“ Letzte Woche wurde eine schwedische Demonstration zum Protest gegen Antisemitismus von den Organisatoren abgesagt, weil antisemitische Gewalt befürchtet wurde.

Es ist nicht länger glaubwürdig Hass auf Israel von Antisemitismus abzukoppeln.

Zwei jüdische Frauen in den Niederlanden hängten bloß israelische Flaggen an ihre Balkone. Als Ergebnis davon wurde eine verprügeln und die andere wurde Opfer eines Brandanschlags. Die Haustür des Amsterdamer Rabbiners Binjamin wurde bei einem Angriff mit Steinen beschädigt.

Roger Cukierman, Präsident der jüdischen Dachorganisation CRIF in Frankreich, sagte: „Sie brüllen ‚Tod den Juden‘.“ In den letzten vier Wochen wurden acht französische Synagogen, viele voller Juden, von „antiisraelischen Protestlern“ angegriffen.

Es ist nicht länger möglich den Hass auf Israel von Antisemitismus zu entkoppeln. Organisationen wie die Deutsch-Israelische Gesellschaft mit Sitz in Berlin sollen die Sicherheit Israels fördern. Die von der deutschen Regierung finanzierte NGO – und ihr Direktor Reinhold Robbe – priesen die Aktivitäten (und wuschen sie damit rein) der Grünen-Abgeordneten Marieluise Beck. Sie drängte im Bundestag auf die strafende Etikettierung israelischer Produkte.

Die Etikettierung israelischer Produkte aus den umstrittenen Gebieten in der Westbank ist eine traurige Erinnerung an die Ausgrenzung jüdischer Produkte in den 1930-er Jahren. Europa sollte der Führung der USA folgen und alle antiisraelischen Boykotte ablehnen.

Das Europa nach dem Holocaust hat immer noch ein Problem mit Juden. Der Antisemitismus manifestiert sich jetzt lediglich in einer neuen Form. Israel ist zum „Juden unter den Staaten“ geworden, wie der französische Antisemitismus-Historiker Leon Polikaov es ausdrückte.

Europa hat geholfen Israel ein einen Sandsack zu verwandeln, indem es die Tatsache nicht akzeptiert, dass tödlicher Antisemitismus mit damit verbunden ist gegen Israels Recht auf Selbstverteidigung zu sein. Nehmen wir das Beispiel der Hisbollah. Die EU versagt immer noch dabei die libanesische Terrororganisation komplett zu verbieten, die finanzielle und militärische Hilfe aus der Islamischen Republik Iran erhält – dem weltweit führenden Sponsor des Terrorismus.

Europäische Hisbollah-Mitglieder veranstalten jährlich überall auf dem Kontinent Demonstrationen zum Al-Quds-Tag, auf dem sie die Vernichtung Israels fordern. Die Hisbollah ermordete 2012 bei einem Bombenanschlag in der bulgarischen Ferienstadt Burgas am Schwarzen Meer fünf Israelis und ihren bulgarischen Busfahrer. 1995 stufte die USA die Hisbollah als Terrororganisation ein.

Samuel Salzborn, ein führender Antisemitismus-Experte der niedersächsischen Universität Göttingen, sagte Anfang August: „Es gibt eine alarmierende Gleichgültigkeit der deutschen Öffentlichkeit gegenüber der aktuellen Zurschaustellung von Antisemitismus.“ Europa sieht sich, anders als die USA, einem fehlenden Gegendruck gesellschaftlicher Kräfte gegenüber, der die allgegenwärtige Abscheu gegenüber Israel abstumpfen würde. Die USA haben natürlich keine Geschichte eliminatorischen Antisemitismus wie dem Holocaust. Amerikas starke Unterstützung für Israel hat geholfen den zeitgenössischen Antisemitismus zu mindern und bietet eine Vorlage für Europa.

Organisationen wie Christians United for Israel spielen eine wichtige Rolle an der gesellschaftlichen und politischen Basis in den USA. Als Solidaritätsdemonstration mit dem jüdischen Staat flogen Politiker – darunter der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg – während des kurzlebigen und fehlgeleiteten Verbots der FAA für Flüge zu Tel Avivs Ben Gurion-Flughafen im Juli nach Israel. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo und eine parteiüberreifende Gruppe von Politikern des Bundesstaats fliegen am Dienstag nach Israel, um ihre Solidarität im Kampf gegen den Hamas-Terror zu zeigen. Im Juli verabschiedeten das Repräsentantenhaus und der Senat einstimmig Resolutionen, die Israels Recht auf Selbstverteidigung unterstützt und die Hamas wegen deren Benutzung „menschlicher Schutzschilde“ im Gazastreifen verurteilte.

Warum reisen keine wichtigen europäischen Politiker nach Israel, um ihre Solidarität zum Ausdruck zu bringen – dem einzigen Land im Nahen Osten, das europäische und amerikanische Werte verkörpert? Man sollte sich an die Reaktion der europäischen Länder und der USA an die obszön einseitige Abstimmung im UNO-Menschenrechtsrat im Juli erinnern, mit der Israel wegen seiner Selbstverteidigung hart kritisiert und eine Ermittlung angeblicher israelischer „Kriegsverbrechen“ eingeleitet wurde. Die USA lehnten die Resolution ab, aber die europäischen Länder – einschließlich Israels wichtigster EU-Verbündetem Deutschland – enthielten sich der Stimme. Die Abstimmung im UNHRC war eine antisemitische Heuchelei.

Das Fehlen moralischer Klarheit in europäischen Hauptstädten sendet sicherlich Signale an ihre Bürger, dass es guten Grund geben dürfte in den UNO-Foren auf Israel einzuschlagen.

Die Staaten Europas sollten eine Nulltoleranz-Politik für gewalttätigen Antisemitismus in Teilen ihrer muslimischen Gemeinschaften einführen. Die Mainstream-Einstellungen der Gleichgültigkeit ohne Anstrengungen an der Basis zu ändern werden massive antiisraelische Demonstrationen weiterhin eine wachsende Mischung aus muslimischen, linken und rechten Extremisten anziehen.

Die europäischen Politiker haben wenig (vielleicht gar keine) Lust gezeigt zu ihrer Wählerschaft zu gehen und über die Notwendigkeit der Unterstützung Israels bei seinem Kampf gegen Terrorismus zu sprechen. Anstrengungen an der Basis, besonders unter europäischen Christen, zusammen mit politischem Willen können einiges des wuchernden Antisemitismus eindämmen. Um ihn beträchtlich langfristig zu reduzieren, wird Europa deutlich mehr wie die Neue Welt aussehen müssen.