Palästinenser: Wir hassen euch, selbst wenn ihr uns unterstützt

Khaled Abu Toameh, Gatestone Institute, 3.Oktober 2014

Zwei Vorfälle, die sich in den letzten Tagen an Universitäten in der Westbank ereigneten, dienen als Erinnerung, dass einige Palästinenser kein Problem damit haben Menschen anzugreifen oder zu bedrohen, die sie unterstützen und versuchen ihnen zu helfen. Es ist nicht das erste Mal, dass Palästinenser denen gegenüber undankbar sind, die sich große Mühe geben ihnen eine helfende Hand zu reichen.

Natürlich gibt es keine Logik dafür gegen diejenigen zu schießen, die hart daran arbeiten dir und deinem Volk zu helfen. Aber wer hat gesagt, dass Palästinenser – oder sonst irgendjemand – immer den eigenen Interessen entsprechend und auf rationale Weise handeln?

In den letzten zwei Jahrzehnten sind die Palästinenser – wie die meisten Araber – einer groß angelegten Kampagne der Hetze gegen Israel und die USA ausgesetzt gewesen. Diese Kampagne wird über die Medien, besonders arabische und islamische Fernsehsender, das Internet, Moscheen und die Rhetorik der Führer und Politiker geführt. Als Ergebnis der ständigen Hetze sind einige Palästinenser und Araber nicht länger in der Lage zwischen denen, die sie unterstützen und denen, die gegen sie stehen zu unterscheiden.

Wenn dir erzählt wird, dass alle Israelis böse sind, dann siehst du keinen Unterschied zwischen einem linken und einem rechten Israeli. Du wirst ab einem sehr frühen Stadium in deinem Leben gelehrt, dass Juden „Besatzer“ sind, die das Land Palästina seinen rechtmäßigen Besitzern „stahlen“. Du wirst auch gelehrt, dass alle Juden (einschließlich unschuldiger Zivilisten) legitime Ziele sind, weil sie entweder in der Armee dienen oder sich mit der zionistischen Bewegung identifizieren.

Wegen der Indoktrination betrachtet eine wachsende Zahl von Menschen in den arabischen und islamischen Ländern alle Israelis als „Siedler“. Palästinensersprecher, die verschiedene Gruppen repräsentieren (darunter Hamas und Fatah), verweisen oft auf israelische Städte (in Kern-Israel) als „Siedlungen“. Während der letzten Konfrontation zwischen Hamas und Fatah berichteten palästinensische Medienorgane regelmäßig, dass Raketen auf die „Siedlung“ Aschkelon oder Aschdod oder Ramat Gan geschossen wurden.

Zurück zu den Vorfällen an den Universitäten, die weitere Beweise der zunehmenden Radikalisierung unter den Palästinensern liefern. In Nablus, der größten palästinensischen Stadt, randalierten Studenten in Protest gegen den Besuch von offiziellen Konsulatsvertretern der USA an ihrer Universität. Nach Angaben palästinensischer Quellen waren die Amerikaner zur An-Najah-Universität gekommen, um die fortgesetzten Bemühungen zur Unterstützung von Bildungs- und Kultur-Aktivitäten an der Universität zu unterstützen.

Dutzende Studenten skandierten anti-amerikanische Parolen, umzingelten eines der US-Fahrzeuge und versuchten es daran zu hindern auf das Uni-Gelände zu fahren. Augenzeugen sagte, die Campus-Security verwendete übertriebene Gewalt, um die Protestierenden zu zerstreuen. Ein Student, Mohammed Abu Awwad, wurde später mit einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus aufgenommen.

Der an der palästinensischen Universität ausgebrochene Zusammenstoß hat viele Studenten und Menschenrechtsvertretern erbost. „Die Verwaltung der Universität hat nicht das Recht einen zivilisierten und demokratischen Protest aufzulösen und Teilnehmer zu verprügeln“, sagte Mohamed Dweikat, ein politischer Aktivist aus Nablus.

Hazem Abu Hilal, ein Menschenrechtsaktivist, sagte, das Problem sei nicht der Angriff auf den Protest, sondern dass die Universität den Protest auf dem Campus verbot. „Universitäten sollten als Podium für freie Meinungsäußerung dienen“, sagte er.

Doch bei diesem Vorfall geht es genauso wenig um freie Meinungsäußerung, wie es um Extremismus und Hass auf die USA geht. Die Protestierenden wollten die US-Vertreter nicht auf ihrem Campus, weil, wie sie argumentierten, „die USA Israel unterstützen“. Sie protestierten auch gegen das, was sie „US-Rückendeckung für Israel“ während der Operation „Fels in der Brandung“ nannten.

Diesen Studenten wurde gesagt, die USA sind ein Feind, weil sie Israel finanziell und militärisch unterstützen. Es spielt keine Rolle, ob die US-Vertreter nach Nablus kamen, um den Palästinensern zu helfen. Sie wurden angegriffen, weil sie ein Land repräsentieren, das von vielen Arabern und Muslimen als Feind betrachtet wird, weil es Israels Existenzrecht unterstützt.

Der zweite Vorfall spiegelt ebenfalls Intoleranz und zu einem gewissen Grad Feindseligkeit gegenüber Israelis, die seit langer Zeit die Palästinenser unterstützt haben. Er involviert – und das hat sogar einige Palästinenser schockiert – eine israelische Ha’aretz-Journalistin, die aus einer Konferenz an der Bir Zeit-Universität bei Ramallah geworfen wurde. Dass die Journalistin, Amira Hass, seit Jahrzehnten zugunsten der Palästinenser geschrieben hat, hinterließ keinen Eindruck bei ihren palästinensischen Freunden, die forderten, dass sie den Campus auf der Stelle verließ.

Die Journalistin wurde der Universität nicht wegen ihrer Text verwiesen – die für die Palästinenser extrem unterstützend sind – sondern weil sie Israeli und Jüdin ist. Das Verbot der Universität gilt nicht für israelische Araber.

Die pro-palästinensische und antizionistische Journalistin Amira Hass wurde aus der Universität Bir Zeit bei Ramallah geworfen, nur weil sie eine israelische Jüdin ist. (Bildquelle: Bir Zeit-Universität, Wikimedia Commons)

Die pro-palästinensische und antizionistische Journalistin Amira Hass wurde aus der Universität Bir Zeit bei Ramallah geworfen, nur weil sie eine israelische Jüdin ist. (Bildquelle: Bir Zeit-Universität, Wikimedia Commons)

Sie wurde hinausgeworfen, weil ihre Anwesenheit auf dem Campus gegen die Regularien der „Antinormalisierungs“-Bewegung in der Westbank verstößt, die alle Arten von Kontakt zwischen Palästinensern und Israelis verbietet, selbst wenn es ein Fußballspiel zwischen Kindern ist.

Früher in diesem Jahr wurde Avi Issacharoff, ein anderer israelischer Journalist, beinahe von Palästinensern gelyncht, als er von einem Zusammenstoß zwischen Steinewerfern und israelischen Soldaten bei Ramallah berichtete. Auch er wurde nicht wegen dessen angegriffen, was er schreibt, sondern weil er israelischer Jude ist.

Die beiden Vorfälle beweisen einmal mehr, dass Frieden unmöglich ist, wenn die Palästinenser nicht die Aufhetzung ihres Volks gegen Israel und die Juden stoppen. Ironischerweise unterstützt die Palästinensische Autonomiebehörde, die täglich mit Israel in Kontakt ist, öffentlich antiisraelische Boykott-Kampagnen.

Wenn diejenigen, die die Palästinenser unterstützen, sich nicht länger sicher fühlen können, wenn sie palästinensische Universitäten und Städte besuchen, dann müssen die Palästinenser begreifen, dass Hetze sie dazu bringt ihre engsten Freunde und Verbündeten zu verlieren.

Werbeanzeigen