Eigentor! Spektakulärer Antiisraelpropaganda-Fehlschlag

Aussie Dave, Israellycool, 22. November 2014

Das Video unten erschien in meinem [Aussie Daves] Facebook-Feed und hatte die folgende Beschreibung:

Dieses Video ist einer der endlosen deutlichen Belege, die beweisen, dass Palästina von Palästinensern bewohnt war, bevor das jüdische Volk aus aller Welt kam, um dieses Land zu besetzen, alle Städte und Dörfer der Palästinenser niederzureißen, die Menschen dieses Landes abzuschlachten und sie zum Verlassen ihrer Häuser und Grundstücke zu zwingen.

Andere antiisraelischer Propagandaseiten haben dieses Video eingestellt, darunter diese, die einen andere Upload desselben Videos nutzt; dort hat es einen arabischen Titel und Zeile des Verfassers:

In Reaktion auf zionistische Propaganda – دحض الدعاية الصهيونية: das Fußballspiel zwischen Palästina und Australien im Jahr 1939, das Palästina gewann.

Ich bin nicht sicher, was diese Propagandisten sich bei Sekunde 31 des Videos dachten, als der Kommentator nach einer Parade des Torwarts von Palästina sagte: „Wham! Saved! But then the Jews were always a saving race.“ (Das ist ein Wortspiel, das so nicht übersetzt werden kann. Inhaltlich: Gefangen! [dasselbe Wort wie „gespart”] Aber die Juden waren schon immer eine Rasse, die spart.)

Ich schätze mal, sie haben sich das Video nicht wirklich angesehen.

Oder die Namen der Mannschaft von Palästina nachgesehen (das sind einige ziemlich bizarre Namen für Araber):

Mitglieder der Maccabi-Delegation der Mannschaft Palästina/Eretz, die durch Australien tourte, nehmen sich Zeit für Fotografen, 10. Juli 1939.
hintere Reihe (Nr. 65): G. Arazi (Manager), S. Ginzburg, Zvi Fooks, A. Schneiderwiese, Peri Neufeld, S. Viner, Gaul Machlis, Egon Polak (Trainer/Schatzmeister)
mittlere Reihe: A. Alembik, Avraham Reznik (captain), Menahem Mirimovitch, L.Werner,
J. Greenberg, J. Lieberman
erste Reihe: J. Sidi, B. Mizrahi
(Foto: Creative Commons)

Sie lasen auch nicht, was der Großmufti darüber in einer Anzeige zu sagen hatte, die er in einer australischen Zeitung schaltete:

Fußballmannschaft Palästina
Sie schicken ein paar Terroristen los, um euch in Australien zu (unleserlich)
Großmufti

Und sie bemühten sich nicht darum das Spiel und die Australien-Reise der Mannschaft Palästinas zu recherchieren, die faszinierend ist:

Nach dem Ersten Weltkrieg gründeten die Jüdischen Gemeinden von Melbourne und Sydney jüdische Sportvereine. Das viele Einwanderer aus Europa kamen, war es unvermeidlich, dass Fußballmannschaften als Ableger entstanden. 1927 hatten drei Teams die Sydney Judean Soccer League gegründet – Maccabean Junior, Randwick-Coogee und Jewish AC. Gleichzeitig spielte Melbourne Hakoah unter der Führung des Geschäftsmanns Isaac (Jack) Skolnik in der Liga Victorian Suburban; ihr Stadion lag nahe dem Princes Park.

1929 schrieb Skolnik an seine Kollegen in Sydney in der Hoffnung einen jährlichen Fußball-Wettbewerb zwischen den beiden einzurichten. Im September dieses Jahres rieste Melbourne Hakoah für 3 „Test“-Spiele gegen eine vereinigte Sydney Judean League nach Sydney. Die Spiele wurden auf dem St. Georges-Sportplatz ausgetragen und waren enge Begegnungen; sie waren recht gut besucht und die Spieler aus Sydney gewannen alle drei Spiele.

Drei Jahre später reiste Skolnik nach Palästina, um den australischen Zweig der Organisation Maccabi bei der jüdischen Olympiade zu repräsentieren. Es wurde berichtet, dass er sich in seiner Zeit dort ein komplettes Arrangement für eine Australienreise bemühte, die eine Weltauswahl jüdischer Fußballballer machen sollte. Der Bericht erwähnt dann: „Der [australische] Verband ist bereit für die Reise zu werben, wenn das notwendige Kapital von £2.500 für die Kosten gefunden werden.“ Aus Skolniks Ansatz ergab sich aber nichts.

Ironischerweise war es die deutsche Annexion Österreichs 1938, die eine Australienreise Palästinas wieder auf die Tagesordnung brachte. Der australische Verband war mit dem österreichischen Verein Rapid und der indischen Nationalmannschaft zu einer Australien-Tour in Kontakt gewesen. Im Juni lehnten sie einen Vorschlag ab eine Mannschaft Palästina einzuladen, obwohl die jüdische Gemeinde von Melbourne die Reise mit £1000 und dem Stellen von Unterkünften unterstützte.

Als aber Rapid den Deutschen Fußballbund um Genehmigung der Reise anfragte, wurde diese verweigert.

Ohne große Hoffnung auf einen europäischen Teilnehmer änderte der Verband schließlich seine frühere Haltung und stimmte Anfang 1939 der Reise des Teams Palästina zu, vorausgesetzt, die finanzielle Deckung werde garantiert.

Bevor sie nach Australien aufbrach, legte die Reisegruppe einen Kranz am australischen Kriegsdenkmal gegenüber dem Eingangstor des britischen Soldatenfriedhofs am Skopusberg in Jerusalem ab, um der gefallenen australischen Soldaten zu gedenken.

Die Spieler, von denen die meisten beim mächtigen Club Maccabi Tel Aviv spielten, einige weniger in anderen Mannschaften, schufen auch ein „Palästina“-Transparent, unter dem sie spielten.

Hier ist mehr, einschließlich eines tragischen Nachtrags:

1939 tourte, gestärkt durch ihren guten Auftritt in der Qualifizierungsrunde für die Weltmeisterschaft, eine Mannschaft Palästina/Eretz durch Australien und spielte eine Reihe Freundschaftsspiele gegen australische Vereine, darunter zwei breit berichtete Spiel gegen die führende Mannschaft South Australia FC. Die PFA-Mannschaft bestand aus den folgenden Spielern und Funktionären: R.S. Arazi (Manager), Egon Polak (Schatzmeister),  A. Ophir, J.Sidi, Avraham Reznik, B. Mesrubai, J. Lieberman, Zvi Fooks, Menahem Mirmovitch, S.S. Salemson, S. Alenluk, Avraham Beit ha Levi,  Peri Neufeld, Gaul Machlis, S. Ginsburg, J. Greenburg,  and A. Schneiderwiese.

Das Team der Australienreise bestand aus Spielern der Organisationen Hapoel und Maccabi. Nach ihrer Tour durch Australien im Juli und August stellten sie fest, dass ihre Rückkehr nach Palästina durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erschwert wurde. Drei Spiele entschieden sich in Australien zu bleiben und verpflichteten sich bei der australischen Armee. Zwei Spieler – Avraheim Beit ha Levi und Menahem Mirovitch, sollten getötet werden, als sie in Neuguinea gegen die Japaner kämpften.

Die Geschichte von Palästina/Eretz und dem internationalen Aufstieg von 1938 ist eine der großen Geschichten des internationalen Fußballs. Die Tod von Menahem Mirovitch und Avraham Beit ha Levi sind zwei Kapitel dieser Geschichte, die von den Historikern oft übersehen werden. Auf viele Weisen versinnbildlichen sie den Ruhm und die Tragödie, die die jüdische Geschichte und den jüdischen Sport kennzeichnen. Dieser Teil der Geschichte des blutigen australischen Feldzugs in Neuguinea wird oft übersehen. Nu rwenige haben jemals vom Kokoda Track-Feldzug, der Schlacht von Isurawa oder der Tatsache gehört, dass die Australier die erste Armee waren, die den Vormarsch der Japaner im Pazifik aufhielten. Eine Leistung, die den Ausgang des Kriegs im Pazifik veränderte. Beleg dafür, dass die größten Momente oder die interessantesten Menschen in Begriffen der Geschichte oft diejenigen sind, die selten anerkannt werden.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und der Geburt des Staates Israel 1948 ist ein großer Teil der frühen Geschichte des jüdischen Fußballs in Palästina vergessen oder übersehen worden. Teil des Problems ist ein Mangel an Information sowie die öffentliche Wahrnehmung – besonders in den Vereinigten Staaten – dass der jüdische Fußball erst nach der Gründung des Staates Israel begann.

Einmal mehr vermasselte es die Anti-Israel-Truppe, denn unterm Strich können sie sich nicht auf Fakten und Wahrheit verlassen, die sich gegen ihre gesamte Darstellung verschwören.

4 Gedanken zu “Eigentor! Spektakulärer Antiisraelpropaganda-Fehlschlag

  1. Es lohnt sich auch, das Logo der Fußballmannschaft etwas größer anzuschauen ( z.B. auf dem Torwarttrikot): sehr arabisch sieht auch das nicht aus.

    (Den Zeitungstext entziffere ich als: PALESTINE SOCCER TEAM; R.M.S. Strathaird. – Sending out a few terrotists to play against you in Australia. – GRAND MUFTI. Entweder: „Schicke ein paar Terroristen, um in Australien ‚gegen Euch zu spielen'“. Oder: „So (davor steht der Name der Mannschaft) nennt sich das, wenn Terroristen nach Australien zum Fußballspielen geschickt werden.“ Je nachdem, wer mit You gemeint ist, die palästinensische oder die australischen Mannschaften, und wer wen schickt. Angesichts der Ambiguität des Englischen in dieser Hinsicht und angesichts dessen was des Muftis heutige Geschwister im Ungeiste so von sich geben – und wem gegenüber – könnte es beides sein. Gleichzeitig, in voller Absicht.)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.