Bei der ZEIT leiden sie unter Begriffsverwirrung oder Antisemitismus

DIE ZEIT online schreibt in der Rubrik Ausland unter der Überschrift „Hayat Boumeddiene soll in Syrien sein“ (Zeitstempel: 11. Januar 2015, 00:01 Uhr) gleich zweimal etwas Seltsames; unter der Überschrift steht in den Kurzinfos zum Text:

Israels Premier fordert seine Landsleute zur Heimkehr auf.

ZEITonline2015-01-11
DIE ZEIT online, 11. Januar 2015, 00:001 Uhr

 

Und im Text heißt es dann noch einmal:

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief derweil seine Landsleute zum Auswandern auf.

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Netanyahu rief seine Landsleute auf? Die Israelis kann er nicht gemeint habe, die will er nicht gerne außerhalb Israel leben sehen. Dann waren es wohl die französischen Juden, die er meinte – das geht ja auch aus dem Kontext hervor. Dann stellen sich aber Fragen:

Heißt das, dass Benjamin Netanyahu Franzose ist?

Oder heißt es, dass die Juden in Frankreich keine Franzosen sind?

Wenn die ZEIT von den französischen Juden als „Landsleute Netanyahus“ schreibt, unterstellt sie klassisch antisemitisch, dass die französischen Juden keine Franzosen und dem (französischen) Staat gegenüber nicht loyal sind. Schomal darüber nachgedacht, Redaktion der ZEIT?

5 Gedanken zu “Bei der ZEIT leiden sie unter Begriffsverwirrung oder Antisemitismus

  1. Nein, Bibi Netanyahu fordert die Israelis zum Auswandern auf. Ganz eindeutig, ist doch klar.

  2. Ich klecker mal nach, weil ich etwas im Rückstand mit der „Aufarbeitung“ der Blogs bin.
    Ich muss mal DIE ZEIT in Schutz nehmen.
    Sie haben einfach Netanjahu mit Erdogan verwechselt.
    Der spricht die türkischstämmigen Deutschen auch immer als seine Landsleute an.
    So ein wahrheitsliebender Journalist kann da schon mal durcheinander kommen. Ist doch auch nur ein Mensch? 😉

    Herzlich, Paul

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