Einer hatte Spaß

Lauter ernste Gesichter in Paris – die staatsoberhauptlichen Demonstranten für Meinungsfreiheit hatten einen äußerst ernsten Job zu erledigen. Schließlich hatte es jede Menge Tote gegeben, ermordet von Muslimen, auch wenn sie denen sie das Muslim sein absprachen. Aber da es in Frankreich geschah, war das auf einmal tatsächlich richtiger Terrorismus. Nicht so, wie wenn Juden in Israel von Arabern ermordet werden. (Und dass in Frankreich gezielt Juden angegriffen wurden, spielte ja auch nur eine enorm untergeordnete Rolle. Lediglich der Oberfranzose hatte es gewagt im Zusammenhang mit den Toten im Lebensmittelladen von Antisemitismus zu reden.) Und zwischen den ganzen ernst dreinblickenden hohen Persönlichkeiten steht einer, der über alle Backen fröhlich strahlt und seine Freude nicht verhehlen kann.

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Denn das zweierlei Maß samt seiner Heuchelei wurde durch die ausdrückliche französische Einladung an einen Mann deutlich, dessen Anwesenheit nun wahrlich niemand anders denn als Hohn empfinden sollte: Mahmud Abbas, persönlich eingeladen von Präsident Hollande – sonst wäre er gar nicht gekommen.

Alleine dadurch hatte er schon allen Grund zur Freude. Es kommt aber noch besser. Denn warum bekam er die Einladung überhaupt?

Ganz einfach: Weil Benjamin Netanyahu seine Teilnahme angesagt hatte. Ursprünglich hatte der israelische Premier das gar nicht vor(aus Sicherheitsgründen). Dann überlegte er, ob er nicht doch kommen sollte. Daraufhin bekam er aus Frankreich gesagt, er möge bleiben, wo er war. Wenn er käme, würde das „entzweiend“ sein. Dem gab Bibi erst nach. Dann erfuhr er, dass Avigdor Lieberman und Naftali Bennett teilnehmen würden – politische Rivalen, die damit punkteten, wenn er nicht auch mitzog. Also sagte er den Franzosen, dass er käme. Daraufhin drohte Paris, Abbas werde auch eingeladen. Und so kam es. Außerdem wurden pressewirksame Treffen mit dem Fatah-Führer durchgeführt. Und keiner hatte etwas dagegen, dass der Typ sich in die erste Reihe schmuggelte, wo er herzlichst von Frau Merkel bemerkt wurde.

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Noch mehr wird dem Terrorführer gefallen haben, wie die Franzosen sonst noch mit Netanyahu umgesprungen sind. Nach Angaben der Tunis Tribune auf ihrer Facebook-Seite fuhren gleich zwei Busse los zum Marché Républicaine, ohne den Israeli einsteigen zu lassen.

In der Le Monde fand sich eine Liste der Staatsgäste. Darauf waren erst einmal alle Staats- und Regierungschefs samt ihres Staates verzeichnet; sogar der Mann ohne eigenen Staat wurde als „Präsident Palästinas“ aufgeführt. Direkt davor gab es einen, der hatte keinen Staat: „Benyamin Nétanyahou, avec son chef de la diplomatie, Avigdor Lieberman“.

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Israel? Was ist das? Inzwischen ist das bei Le Monde korrigiert und auch Naftali Bennett kommt darin vor. Fragt sich, ob das auf die Kappe von Le Monde geht oder die französische Regierung dafür verantwortlich war. Doch auch die korrigierte Fassung hat ein Problem:

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Was fällt auf? Zweite Reihe von unten, zweiter rechts: Avigdor Lieberman, Außenminister. Zwischen all den Regierungschefs. Nicht Netanyahu unter den ganze Premierministern, Kanzlern und Präsidenten. Nett…

Die Tunis Tribune hat übrigens noch ein Ding auf Lager: Gleich nach dem Satz mit den Bussen schreibt sie, dass Reporter ohne Grenzen (RSF) empört war und sich entsprechend äußerte: „Anwesenheit von Unterdrückern der Meinungsfreiheit“ aus Ländern wo Journalisten und Blogger systematisch unterdrückt werden. Ob das jetzt von den Tunesiern so zusammengerückt wurde oder die Reporter ohne Grenzen sich auf die Israelis bezogen, muss wohl offen bleiben (außer jemand hat die Original-Stellungnahme der RSF und sieht mal nach.

Und auch Präsident Holland setzt noch einen drauf: Neben Netanyahu war noch eine weiter Person absolut unwillkommen – und diese konnte man auch einfach von der Veranstaltung verbannen – Marine LePen vom rechtsextremen Front National. Das könnte uns einiges darüber sagen, wo Holland und Konsorten Netanyahu verortet sehen wollen.

Wundert es, dass der Finanzier des Attentats bei den Olympischen Spielen von München und Doktor der Holocaust-Leugnung so viel Spaß hatte? Ganz abgesehen davon, dass die Welt ihn als Friedensengel und Moderaten mitmachen ließ, obwohl er genau solche Leute, gegen die angeblich die ganze Welt hier angeblich zu Felde zog, Zuhause als Helden und Vorbilder feiert? Dass seine Anwesenheit ein Hohn für den angeblichen Sinn der Veranstaltung war? Viel mehr konnte man nicht als Terrorchef nun wirklich kaum erwarten. Zum Glück war das Ganze eine Schweige-Veranstaltung, sonst hätte der Lügenbaron noch eine Rede halten müssen. Da wäre er vor Lachen vermutlich umgefallen…

8 Gedanken zu “Einer hatte Spaß

  1. Aber die offensichtlich sehr freundliche Geste von Bundeskanzlerin Angela Merkel an Abbas sollte hier auch angemerkt werden – diese finde ich nämlich ebenso schlimm!
    Im Übrigen ist die ganze Angelegenheit in der Tat ein perfide Unglaublichkei!

  2. Hier ist übrigens eine muslimische Stellungnahme zu den Terroranschlägen in Paris:

    Klicke, um auf Stellungnahme-ZEFIS-zu-Paris.pdf zuzugreifen

    Ich denke, dass dieser Text für dich von Interesse sein könnte. Mir fällt beim Lesen Folgendes auf: Der Umstand, dass es sich bei den ermordeten Zivilisten von Freitag um Juden handelt, wird mit keinem Wort erwähnt, ebensowenig, dass das angegriffene Geschäft ein jüdischer Supermarkt ist. Dabei ist das doch alles kein Zufall – extremistische Muslime sind rabiate Antisemiten. Stattdessen werden wieder einmal „palästinensische Kinder in Gaza“ ins Spiel gebracht.

  3. Dieser „Trauermarsch“ war eine einzige Iszenierung, mit schlechten Schauspielern!

    Noch nicht einmal marschiert sind sie, sondern sie taten nur so!

    So….sieht der angebliche „Trauermarsch“ aus einer anderen Perspektive aus:

    Wer hat bloß von dort oben geknipst? :mrgreen:

  4. klar ist doch, dass das Wort Lügenpresse verständlich ist, wenn man bedenkt, dass Spitzenpolitiker nur eine Show geliefert haben und Angehörige der Toten nicht von denen begleitet wurde. Das ist nur peinlich und pietätlos. Merkel sollte sich schämen überhaupt dran teil genommen zu haben. Gauck hätte Deutschland vertreten sollen, der ist dafür zuständig und nicht Merkel, aber die Vermutung ist groß, dass er wußte, dass man nicht die Trauernden begleiten wollte. Sicherheitsgründe ?? Und was ist mit den Angehörigen und den 1.5 Millionen Menschen die dabei waren ?? Waren sie nicht der Gefährdung ausgesetzt ??? Merkel zeigte sich so, als wenn ihr die Begrüßung galt,aber komisch wurde kein Fenster gezeigt wo gewinkt wurde, diese Show hätten sich alle sparen können, denen geht es nur um die zukünftigen Wahlen, diese Politiker hätten nicht auftreten sollen, das war nur peinlich und pietätlos. Aber Merkel geht aufs ganze, kennt sie ja schließlich, als IM Erika

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