Ein Marsch von einer Million Muslimen

Anhänger des Islam sollten einen weltweiten Tag öffentlicher Aktionen organisieren, um die Gewalt im Namen ihrer Religion zu verurteilen

Rabbi Shmuley Boteach, New York Observer, 8. Januar 2051

Wenn es um internationalen Terrorismus geht, sind einige Fakten nicht unbestreitbar.

So die Tatsache, dass die überwältigende Mehrheit der Terroristen Muslime sind, die im Namen des Islam töten. Oder dass diese islamistischen Terroristen eine endlose Liste an Beschwerden haben, mit denen sie ihre Morde rechtfertigen. Israel hat Checkpoints, Frankreich hat Karikaturisten. Holland hat Dokumentarfilmer. Amerika hat den Islam gedemütigt. Großbritannien hat den Islam nicht respektiert. Bali hat Frauen in Bikinis usw.

Oder die Tatsache, dass keine dieser Beschwerden – wie von einer Karikatur vor den Kopf gestoßen zu sein – Mord rechtfertigen kann. Oder dass wir im Westen uns allgemein beim militanten Islam äußerst unbehaglich fühlen, weil wir es hassen zu verallgemeinern. Wir möchten den Islam zurecht nicht als inhärent gewalttätige Religion bezeichnen. Ich habe wiederholt gegen diesen Glauben argumentiert und aus der Geschichte Belege vorgelegt. Wir wollen die normalen, alltäglichen, gottesfürchtigen Muslime nicht mit einem gewalttätigen Pinsel teeren, die einfach nur ihren Glauben in Frieden befolgen wollen.

Und doch hat die das Maß der im Namen des Islam verübten Gewalt gigantische Proportionen erreicht. Es ist überwältigend. Es ist so untragbar. Und doch ist es derart alltäglich, dass wir uns langsam daran gewöhnen. Wir denken uns nichts, wenn wir lesen, dass in Pakistan 145 unschuldige Kinder von islamischen Terroristen ermordet werden. Wir blättern um, wenn wir lesen, dass 50 Menschen in Bagdad in Stücke gesprengt werden.

Doch die Gräuel in Paris wecken uns auf, weil uns das daran erinnert, dass der islamische Terrorismus eine Bedrohung der westlichen Zivilisation selbst ist.

Was sollen wir in Sachen weltweiter Ausbruch von Gewalt im Namen des Islam tun? Es scheint so, dass, wann immer das geschieht, wir genauso interessiert daran sind zu betonen, dass wir nicht den gewöhnlichen Muslim dafür verantwortlich machen, wenn wir islamische Gewalt verurteilen. Aber warum sollte das der Fall sein? Wer in Amerika machte amerikanische Muslime für den 9/11 verantwortlich? Ich kann mich nicht an eine einzige glaubwürdige Seele erinnern. Ich habe kein Gefühl außer Wärme und Nähe zu den Muslimen, denen ich im tagtäglichen Leben begegne. Es gibt diejenigen, die sehen, dass ich Jude bin und die nicht freundlich sind. Doch diese sind eher die seltene Ausnahme als die Regel.

Wir haben jedes Recht zu erwarten, dass Muslime jeder Sorte und Glaubensrichtung Gewalt im Namen des Islam verurteilt, Imame ablehnt, die Gewalt begünstigen und jede einzelne aller islamischen Stimmen vertreiben, die Blutvergießen im Namen des Islam fordern.

Die Zeit ist gekommen für einen koordinierten Weltmarsch – von Muslimen – gegen islamische Gewalt. Wenn im letzten Sommer 30.000 Muslime auf den Straßen von Paris und London marschieren konnten, um Israel zu verurteilen, dann können sie bestimmt auch marschieren, um Gewalt im Namen des Islam zu verurteilen.

Stellen Sie sich die Auswirkung von einer Million Muslimen vor, die in New York, London, Paris und Jerusalem marschieren, um alle Gewalt im Namen des Islam zu verurteilen. Stellen Sie sich vor, welche Aussage es denen gegenüber abgeben würde, die den Islam hijacken und gewalttätig machen wollen.

Eine Million Muslime gegen Gewalt würde die stärkstmögliche Erklärung seitens der schweigenden muslimischen Mehrheit, dass sie nicht mehr schweigen will. Sie werden keinen Monstern gestatten von ihrem Glauben Besitz zu ergreifen.

Als ich vor einem Monat an der Universität Oxford eine Diskussion über Israel führte, verurteilte eine intelligente pakistanische Studentin Israel und die Vereinigten Staaten mit harten Worten. Sie sprach davon, dass Amerika wegen seiner Drohnenangriffe schlimmer sei als ISIS. Sie sprach davon, dass Israel die gesamte Unruhe im Nahen Osten schüre. Ich sagte ihr:

Stellen Sie sich vor, die ganzen sechs Millionen Juden Israels entschieden sich nach Miami zu ziehen, das Experiment Israel aufzugeben. Es ist zu schwierig im Nahen Osten. Niemand drückt für uns mal ein Auge zu. Wir gehen nach Florida.

Was würde passieren? Würde plötzlich allgemeine Bildung für islamische Frauen im gesamten Nahen Osten ausbrechen? Oder würde eine neue Welle der Unterdrückung diese Frauen, die – wie sie – jagen und sie in den Kopf schießen, wie der diesjährigen Friedensnobelpreisträgerin, die erst 17 Jahre alt ist.

Würde Israel aufgelöst, würde Genitalvestümmelung von Frauen im Nahen Osten plötzlich aufhören? Würden arabische Diktatoren und Potentaten plötzlich ihre Liebe zu Demokratie und Wahlen erklären?

Würde Israel verschwinden, was Gott verhüten möge, würden Ehrenmorde an Frauen, die sich verlieben, plötzlich aufhören? Würden arabische Journalisten, die eingesperrt sind, weil sie die Wahrheit sagen, plötzlich frei sein? Würden Protestierende in Qatar und Gaza plötzlich zu Helden werden, statt dass man sie erschießt? Würde Frauen in Saudi-Arabien plötzlich erlaubt werden Auto zu fahren?

Kurz gesagt: Würde Israel verschwinden, was würde sich möglicherweise für den Durchschnittsaraber oder die Durchschnittsaraberin verbessern? Die kurze Antwort ist: nicht viel. Und warum? Weil das Problem nicht Israel ist, sondern der fundamentale Islam.

Vielmehr würde ohne Israel alles schlimmer werden. Es wäre ein eindeutiger Beweis, dass Demokratie im Nahen Osten unmöglich ist und sich noch mehr Tyrannei ausbreitet.

Und jetzt lernen die Menschen in Paris tragischerweise, was die Menschen von Tel Aviv, New York, London und Jerusalem vor ihnen schon gelernt haben. Der extremistische Islam ist ein Todeskult. Eine Religion des puren Hasses. Sie hassen westliche Freiheiten. Sie hassen westliche Wahlmöglichkeiten. Sie hassen es, wie westliche Frauen sich kleiden. Sie hassen, dass Homosexuelle im Westen offen leben können. Sie hassen freie Wahlen. Sie haben für die humanen Lebensumstände nur heillosen Hass übrig und das Einzige, was sie respektieren, ist Zwang durch die Hand des Schwertes. Sie glauben nicht an Liebe, sondern an Angst. Sie glauben, dass jeder von uns nur die dunkelsten aller möglichen Engel in sich stecken hat. Wir sind keine Geschöpfe des Lichts, sondern Geschöpfe der Schlechtigkeit. Und wir können nur mit einer Kalaschnikow in Schach gehalten werden. Oder mit einer Explosion, der die Gliedmaßen der Toten auseinander reißen und in den Herzen der Lebenden Angst säen.

Was mich bei dem Anschlag in Paris am stärksten anwidert waren die Worte der Mörder, als sie in ihrem schwarzen Fluchtauto flohen: „Wir rächten die Ehre unseres Propheten Mohammed. Allah ist größer!“

Wirklich? Die Ehre gerächt? Ihr habt seine Ehre zerstört. Ihr habt seinen Namen besudelt und Menschen rund um die Welt dazu gebracht zu fragen, ob ein Moralsystem hinterließ oder einen Aufruf zum Krieg.

As Jude wurde ich dazu erzogen immer zu fragen, ob mein Handeln als Mann, der eine Yarmulke trägt, ein Segen oder eine Schändung des Namens Gottes ist.

Wenn eine Million Muslime gegen alle Gewalt im Namen des Islam marschieren, würde das aus dem Islam wieder die große Weltreligion machen, die er gewesen ist und wieder werden kann. Eine Religion, die die Einheit aller Kinder Gottes nachweist. Eine Religion, die die Einheit der Familie der Menschen herstellt. Eine Religion, die für Liebe wirbt. Und eine Religion, die Hass verurteilt.

Rabbi Shmuley Betach, den Newsweek und die Washington Post „den berühmtesten Rabbiner in Amerika“ nennen, ist der Gründer von This World: The Values Network, der führenden Organisation zur Verteidigung Israels in den Medien. Er ist Autor von Judaism for Everyone und 29 weiteren Büchern. Sie können ihm auf Twitter folgen: @RabbiShmuley

(Anmerkung: Ich finde Rabbi Shmuleys Worte hier begrüßenswert, habe aber Bedenken, was seine allgemein positiven Aussagen über „den Islam“ angeht. Mohammeds Erbe ist m.E. tatsächlich ein Aufruf zum Krieg.)