Die Protokolle der Weisen des Zionismus

redshift, 11. April 2015

Evelyn Hecht-Galinski ist eine deutsche Antizionistin, deren hauptsächliche Qualifikation dafür, sich öffentlich zu Israel und Palästina zu äußern, darin besteht, dass sie die Tochter eines ehemaligen Vorsitzenden Zentralrats der Juden ist, der einflussreichsten jüdischen Organisation Deutschlands.

Vielleicht ist es ihr jüdischer Hintergrund, der sie veranlasste einem Ereignis Beachtung zu schenken, das größtenteils nur in israelischen Medien berichtet wurde: dass der Islamische Staat die Kontrolle über das Viertel/das Flüchtlingslager Yarmuk in Damaskus übernimmt. Yarmuk ist eines der vielen kleinen Ghettos, die in der arabischen Welt für palästinensische Flüchtlinge errichtet wurde – und für ihre Kinder und Kindeskinder, die auch alle als Flüchtlinge behandelt werden – denen die arabischen Staaten die Einbürgerung verweigern, weil sie befürchten, die Palästinenser zu gut zu behandeln könnte deren Verlangen die Juden aus Palästina zu vertreiben dämpfen könnte.

Yarmuk hat schon seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs reichlich Anteil am Unglück gehabt. Weil es als Brutstätte für Oppositionsaktivitäten galt, wurde es von Regierungstruppen beschossen und erlitt eine lang anhaltende Belagerung, die darauf ausgelegt war die Zivilbevölkerung Yarmuks auszuhungern. Hecht-Galinski, deren antizionistisches Geschwafel vor allem deshalb beliebt ist, weil sie als Jüdin Dinge sagen kann, die aus dem Mund eines Deutschen nicht toleriert würden, vermerkte, dass niemand sonst Yarmuk wahrzunehmen schien, selbst jetzt, wo der Islamische Staat die Kontrolle über das Viertel übernommen hat und anfängt seine köpfende Form von Recht auszuüben.

Was aber macht eine überzeugte Antizionistin, wenn sie mit einem der stichhaltigendsten Beweise konfrontiert wird, dass all das Gerede von „palästinensischer Solidarität“ nichts als hohle Phrasen sind, dazu angelegt die Tatsache zu vertuschen, dass diese Menschen nur eine gute Fassade für den guten alten Kampf gegen das jüdische Volk ist? Nun, sie schiebt natürlich Israel die Schuld zu. Denn Hecht-Galinski ist überzeugt, dass die Welt Palästina als Ganzes auf Befehl Israels ignoriert (wobei sie ignoriert, dass zum Beispiel Associated Press mehr Reporter dazu abgestellt hat über Palästina zu berichten, als über das gesamte Afrika südlich der Sahara); der einzige Grund, dass sich niemand um Yarmuk kümmert, kann nur israelische Intervention sein.

Und so schloss Hecht-Galinski in ihrem verzweifelten Versuch ihre Interpretation der Lage im Nahen Osten aufrechtzuerhalten, ihr Klagen über das Leid der Palästinenser in Yarmuk wie folgt: „I(sraelischer) S(ecret) I(ntelligence) S(ervices)“ – die Anspielung auf eine Verschwörungstheorie, die zuerst in iranischen Staatsmedien veröffentlicht wurde, wo man behauptete, von Edward Snowden verratene Dokumente würden beweisen, dass die USA und Israel sich zugunsten des Islamischen Staates einmischen. Natürlich gibt es diese Dokumente nicht und Snowden wusste nichts von einer solchen Einmischung.

Aber es bleibt immer etwas hängen.

3 Gedanken zu “Die Protokolle der Weisen des Zionismus

  1. Eltern sind verantwortlich für ihre Kinder, auch wenn sie beide tot sind. Der Hass gegen Juden hat bei Juden andere Gründe als bei Gojim oder Muslime: Verschweigen der persönlichen Ereignisse, die einem im Holocaust widerfahren sind, Verbote, mit unbeschnittenen Gojim auszugehen und vieles mehr, was Fachbücher der Psychiatrie füllt.
    Hass auf Juden ist nicht gleichbedeutend mit Liebe zu anderen Gleichgesinnten, angenommenen oder wirklichen Judenhassern, wie Arabern, schon gar nicht, wenn es sich um hungrige und zerlumpte Flüchtlinge handelt, die dazu noch unangenehm riechen.
    Jeder Jude, jede Jüdin ist persönlich dafür verantwortlich, dass der Sohn oder die Tochter sich nicht zum IsraelhasserIn entwickelt. Insbesondere im Land der Täter.

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