Gedankenverlorenes Territorium: Muslime fordern, dass der Mount Everest niedriger gemacht wird als die Al-Aqsa

Historisch gesehen waren die muslimischen Herrscher Jerusalems in der Lage durchzusetzen, dass nichtmuslimische Gebäude nicht höher sein dürfen als die Al-Aqsa, aber sie zogen es nicht immer vor sich entsprechend zu verhalten.

PreOccupied Territory, 23. April 2015

Mekka, 23. April – Islamische Autoritäten äußerten sich heute empört, dass es etwas geben könnte, das höher ist als die heiligste Stätte des Islam und forderten, dass die Regierung von Nepal soflrt den Mount Everest gestutzt wird, damit sein Gipfel nicht länger die Moschee der Al-Aqsa in Jerusalem überragt.

Der Oberste Muslimische Rat, der den sunnitischen Islam repräsentiert, sandte eine scharf formulierten Brief an die Regierung von Präsident Ram Baran Yadav in Kathmandu, in dessen Territorium der Gipfel des Everest sich auf 8.848 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Im Gegensatz dazu liegt die Al-Aqsa auf einem Berg lediglich 740 Meter über Meereshöhe; sie hat ein Minarett, das nur 37 weitere Meter hinzufügt. Da islamische Regeln besagen, dass nichts eine Moschee überragen darf, schrieb der Rat an Yadav und protestierte wegen derart offenkundiger Respektlosigkeit gegenüber dem Islam.

„Im Namen aller Muslime sind wir aufgebracht, dass Ihr Land eine Formation behält, die Westlern als ‚Everest‘ und den Menschen vor Ort als Sagarmāthā bekannt ist und die unsere heilige Stätte überragt. Der Bau oder die Instandhaltung eines solchen Objekts, sei es religiöser oder weltlicher Natur, stellt eine dreiste Verletzung des islamischen Rechts dar“, hieß es in dem Brief. „Ein Land wie das Ihre, das behauptet Vielfältigkeit in religiösem Glauben und Bräuchen zu tolerieren, kann daher nicht weiter schamlos und unverhohlen solche Geringschätzung für den Islam zu zeigen.“

Nepals Bevölkerung ist überwiegend buddhistisch und hinduistisch; die beiden Glaubenssystem verschmelzen in eines für viele. Andere Religionen schließen den Islam, das Christentum, den Kiratismus und Animismus ein; Anhänger des Islam stellen nur etwas über vier Prozent der Nepalesen. In seinem Brief beschuldigte der Rat Nepal der Unterdrückung dieser Muslime dadurch, dass sie gezwungen werden ihre heilige Stätte niedriger halten als den Everest und Hassverbrechen zu betreiben, indem sie die Höhe des Berges – er ist der höchste der Welt – zu einem so auffälligen Teil des internationalen Images des Landes machen.

Offiziell verläuft die Grenze mit der Volksrepublik China über den Gipfel des Mount Everest, aber der Rat entschied sich dagegen denselben Brief an Peking zu schicken; er hatte Angst, das würde die bereits entzündeten religiösen und ethnischen Spannungen in China schüren, wo muslimische Uiguren der Provinz Xinjiang für religiöse und bürgerliche Autonomie kämpfen. Die Tatsache wurde in dem Sendschreiben an Kathmandu ausdrücklich behandelt, in dem es hieß: „Anders als Sie, haben wir Sorge um unsere Brüder und haben im Interesse der Toleranz und verminderten ethnischen Spannungen bewusst keine Brief an die andere Seite geschickt, die den Everest kontrolliert.“

Historisch gesehen waren die muslimischen Herrscher Jerusalems in der Lage durchzusetzen, dass nichtmuslimische Gebäude nicht höher sein dürfen als die Al-Aqsa, aber sie zogen es nicht immer vor sich entsprechend zu verhalten. Im Verlauf der Jahrhunderte hat es Spannungen wegen der Höhe der Grabeskirche gegeben, die den Ort der Kreuzigung Jesu kennzeichnet. Gleichermaßen hat Israels Wiederaufbau von Synagogen, die von jordanischen Soldaten 1948 zerstört wurden, nachdem diese alle Juden aus der Altstadt vertreiben hatten, Wut der muslimischen Waqf, die das Al-Aqsa-Gelände verwaltet, wegen eines solchen Affronts entfacht.

3 Gedanken zu “Gedankenverlorenes Territorium: Muslime fordern, dass der Mount Everest niedriger gemacht wird als die Al-Aqsa

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.