Der neue judeophobe Zeitgeist

Sarah Honig, 25. Mai 2015

Israelische Ärzte behandeln einen beim jüngsten Erdbeben verletzten nepalesischen Jungen.

Wenig Aufmerksamkeit wurde in Israel den neuesten antiisraelischen Extravaganzen der UNO geschenkt. Wir sind vermutlich den gegen uns versprühten Hass inzwischen gewöhnt.

Während das Blutbad des Arabischen Frühlings das zivilisierte Vorstellungsvermögen übersteigt, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – die öffentliche Gesundheitsinstanz der UNO – den wahren Übeltäter erkannt – Israel.

Die jährliche Vollversammlung der WHO verurteilte letzte Woche Israel dafür, dass es „die Gesundheitsrechte der Syrier auf dem Golan verletzt“. Das ist aus jedem vorstellbaren Blickwinkel eine höhnische Farce.

Während das Blutbad in der Region ungebrochen weiter geht, hat das internationale Forum nichts Besseres gefunden als sich auf Israel zu konzentrieren. Einzig Israel wurde von der WHO-Versammlung herausgegriffen.

Das geschah trotz der Tatsache, dass israelische Mediziner und Krankenhäuser unbestreitbar uneigennützig der steigenden Zahl an Zivilisten und feindlichen Kombattanten aus Syrien behandeln, die den Todesfeldern dieses Landes entfliehen. Die innovativste medizinische Versorgung wird kritisch verwundeten Opfern zuteil, die die Grenze auf dem Golan erreichen.

Das Entmutigendste ist aber die Tatsache, dass all diese erbärmlichen Resolutionen in Genf von einer satten Mehrheit von 104 zu 4 Stimmen bei 6 Enthaltungen und 65 Nichtanwesenden verabschiedet wurden. Israel, in einem weiteren Hampelmann-Gericht der UNO ungerechtfertigt beschuldigt und ungerechtfertigt abgeurteilt, wurde selbst von europäischen Delegationen verurteilt, die vorgeben moralische Überlegenheit zu besitzen, obwohl sie über Ritualmord-Vorwürfe alles wissen sollten.

Es ist eine Frechheit, dass die syrische Regierung – die ihre eigenen Staatsbürger massenhaft gemordet hat – ein Dokument vorlegte, das die WHO drängte „sofort einzugreifen und effektive Maßnahmen zur Beendigung unmenschlicher israelischer Praktiken zu ergreifen, die sich gegen die Gesundheit syrischer Bürger richtet“.

Die israelischen „Besatzungsbehörden“ wurden beschuldigt „fortgesetzt Experimente an syrischen und arabischen Häftlingen mit Medikamenten und Drogen durchzuführen und sie mit Krankheiten erregenden Viren zu impfen“. Dieser Vorwurf rief offenbar keine Abscheu bei den Teilnehmern hervor. Nicht ein Repräsentant irgendeines Landes der Europäischen Union war empört, protestierte oder verließ die Beratungen.

Das könnte als lächerlich abgetan werden, wäre es nicht vielmehr tragisch.

Die palästinensische Autonomiebehörde, Israels angeblicher Friedenspartner, machte Israel wegen angeblicher Sünden an Gazanern und Westbank-Arabern nieder, wobei sie zynisch die Tatsache zu erwähnen versäumte, dass israelische Krankenhäuser die sind, in die ernsthaft kranke Palästinenser zu gehen sich entscheiden, wenn sie in Not sind – einschließlich die großen Tiere der PA. Gaza-Boss Ismail Haniyeh schickte seine Enkelin hierher und Mahmud Abbas Ehefrau wurde vor kurzem in einem israelischen Krankenhaus operiert.

Wir Israelis beeindrucken uns selbst in Erie und klopfen uns für unsere guten Taten auf die Schulter – und diese sind in der Tat gewaltig, selbst unter herausfordernden Umständen.

Unsere reflexhafte Reaktion besteht darin unsere Rettungs- und Ärzteteam zu jeder Katastrophe überall in der Welt zu schicken. Wir halfen bei dem letzten großen Erdbeben in der Türkei, obowhl wir im Gegenzug lediglich Schmähungen und Feindseligkeit erhielten. Wir schickten unsere Mediziner nach dessen Erdbeben nach Haiti, nur um nach mittelalterlicher Art wegen Organdiebstahl beschimpft zu werden. Wir halfen den nepalesischen Opern des jüngsten Himalaya-Erdbebens, nur um wieder für eine Vielzahl angeblich ruchloser, anderweitiger Hintergedanken verleumdet zu werden.

Es scheint nichts zu geben, das der jüdische Staat tun kann, um seine Verleumder von seinem wahren Wesen zu überzeugen, nicht anders, als individuelle Juden es vor Israels Unabhängigkeit tun konnten.

Das ist nicht die erste bizarre antiisraelische Resolution, die von UNO-Foren vorgelegt wurde, für die Israel ein schreckliches Monster ohne Beispiel bleibt. Doch diese Resolution sticht wegen ihrer völlig haarsträubenden Falschdarstellung und grenzenlosen Boshaftigkeit heraus. Sie muss als abscheulichste seit der UNO-Resolution von 1975 bewertet werden, die Zionismus mit Rassismus gleichsetzte (eine Gleichsetzung, die die UNO selbst später bereute und zurückzog).

Immer wieder entsenden die brutalsten Diktatoren ihre Sprachrohre, die auf todernste Weise die obligatorischen Menschenrechtsphrasen rezitieren, während sie Israel wirklich jeden erfundenen Schein-Verbrechens gegen die Menschheit anklagen. Alldieweil stimmen die Repräsentanten selbstgerechter Demokratien für die Verunglimpfung einer weiteren Demokratie, als würden sie damit ihre eigenen Tugendhaftigkeit bewahren. Außenministerien – die von Israel existenzgefährdende Risiken fordern – heben nicht einmal halbwegs eine Augenbraue, sondern stimmen dem Fluss des Israel-Bashings unterstützen den neuen judeophobischen Zeitgeist.

Ihre abgedroschene Ausrede lautet, dass das kein Antisemitismus sei, sondern legitime Kritik israelischer Politik. Jedoch wird nur Israel an den Pranger gestellt. Darüber hinaus wird Israel in einem grotesken Spektakel des Hasses zu Unrecht und fälschlich angeprangert.