UNRWA-Bericht zu Säuglingssterblichkeit stark fehlerhaft

UNO-Organisation in Gaza stellt eine unzuverlässige wissenschaftliche Studie falsch als Fakten vor Ort dar, stellt Blog fest

Tova Dvorin, Israel National News, 10. August 2015

UNRWA-Zentrale in Gaza

Der jüngste Bericht der United Nations Relief and Works Agency (UNRWA) zur Säuglingssterblichkeit im Gazastreifen stellt eine wissenschaftliche zum Thema falsch dar, deckte der Blog Israellycool am Sonntag auf – und gab diesen Bericht an verschiedene internationale Nachrichtenagenturen weiter.

UNRWA schickte mit der Studie eine Presseerklärung an wichtige Nachrichtenagenturen und behaupteten, die Säuglingssterblichkeit im Gazastreifen im Steigen begriffen ist; mehrere der Agenturen veröffentlichten die Presseerklärung unverzüglich.

Wie Israellycool feststellt, gibt es aber mehrere klaffende Mängel der Studie:

  • Während die UNRWA angibt, die Studie untersuche Fakten vor Ort im Gazastreifen in großem Umfang, erklärt das das wissenschaftliche Dokument selbst, dass es nur von einer sehr spezifischen Teilmenge spricht: Mütter mit zwei lebenden Kindern, die sich in UNRWA-Gesundheitszentren meldeten.
  • Die Zahl der befragten Zielpersonen ist so niedrig, dass der Aufsatz selbst am Ende zugibt, dass zwar eine geringfügige Zunahme bei der Säuglingssterblichkeitsrate gibt, aber „die Säuglingssterblichkeitsrate in tatsächlich stabil sein oder weiter sinken könnte“.
  • Darüber hinaus, so stellt der Blog heraus, ist die Zahl der Befragten so niedrig, dass der P-Wert – die Wahrscheinlichkeit, dass genau dasselbe Ergebnis durch Zufall entsteht – bei riesigen 0.61 oder 61% liegt. Es heißt, dass Statistiker jede Studie mit eine P-Wert über 0,05 (5%) als zu schwach einstufen, als dass man sie für zuverlässig halten kann.
  • Das Magazin, in der die Studie veröffentlicht wurde, ist ein Online-Magazin mit offenem Zugang, das allem Anschein nach alle Aufsätze annimmt und sie dann einer Peer-Review unterzieht – eine Praxis, durch die gewöhnlich ein solches Magazin als zu unzuverlässige Quelle betrachtet wird, als dass man sie in einem seriösen akademischen Kontext nutzen kann.

Arutz 7 fragte bei UNRWA-Sprecher Chris Gunness wegen der Befunde an, hat aber bisher keine Antwort erhalten.