Wer sind hier die Einheimischen?

Vic Rosenthal, Abu Yehuda, 21. August 2015

Ergreift des weißen Mannes Bürde
die bestialischen Kriege des Friedens
füllt den hungrigen Mund
und bekämpft die Krankheit,
und wenn euer Ziel ganz nah ist,
das Ziel, das ihr für andere erstrebt habt,
seht zu, wie Trägheit und heidnischer Wahn
all eure Hoffnung zunichte machen.
Rudyard Kipling, 1899

Neulich sprach ich mit Freunden und die Diskussion wandte sich der einzigartigen Lage Israels als Nationalstaat zu, der seine Existenz ständig rechtfertigen muss. Andere Länder mögen in Kämpfe darüber verwickelt sein, wer der Diktator, Präsident oder regierende Partei sein wird, aber mir fällt kein anderes Land ein, dessen Sein umstritten ist.

Beispielsweise forderte letztes Jahr der „Oberste Revolutionsführer“ des Iran, Ali Khamenei, die Vernichtung des „barbarischen, wölfischen und Kinder mordenden Regimes von Israel“ und die Zerstreuung der Juden, die von anderswo nach Israel eingewandert waren.

Alle Urvölker Palästinas, einschließlich der Muslime, Christen und Juden, wo immer sie sind, in Palästina oder in Flüchtlingslagern in anderen Ländern oder einfach irgendwo anders, nehmen an einem öffentlichen Referendum teil. Natürlich haben die jüdischen Einwanderer, die überzeugt wurden nach Palästina zu emigrieren, kein Recht an dem Referendum teilzunehmen…

Die folgende Regierung … wird entscheiden, ob die nicht palästinensischen Einwanderer .. weiterhin in Palästina leben dürfen oder in ihre Heimatländer zurückkehren sollten.

Das ist aufschlussreich, denn es entlarvt das Narrativ, das den meisten antiisraelischen Argumenten zugrunde liegt. Sie wissen schon – wenn Sie sagen: „Israel ist nach dem internationalen Recht völlig legitim“ und sie sagen: „Wen juckt das? Ihr habt palästinensisches Land gestohlen und die Ureinwohner kolonisiert.“

Das ist das, was die Diskussion immer beendet. Israel ist schwulenfreundlich? Wen kümmert es, ihr bringt das nur auf, um uns von euren Verbrechen am palästinensischen Volk abzulenken. Israel ist eine Demokratie? Wen kümmert es, es ist auf dem Grundeigentum von jemand anderem gebaut. Denn von Israel heißt es, es sei ein „Siedler-Kolonialstaat“, ein europäischer Eindringling, der von einem Volk des Nahen Ostens schmarotzt – wir haben kein moralisches Recht hier zu sein.

Im 19. Jahrhundert wurde Kolonialismus als legitim angesehen. „Ergreift des weißen Mannes Bürde“ schrieb Kipling und tut den Eingeborenen einen Gefallen, trotz ihrer so oft gewalttätig zum Ausdruck gebrachten Undankbarkeit. Aber heute gibt es keine größere nationale Sünde als die Ausbeutung eines Ureinwohner-Volks.

Es gibt nur eine kleine Schwachstelle in diesem von den Linken und Akademikern so geliebten Beweis: Das jüdische Volk ist das der Ureinwohner im Land Israel und die sogenannten „Palästinenser“ sind die Kolonisatoren, Invasoren und Besatzer des Landes eines anderen Volkes. Wie so viel an ihrer Rhetorik ist, dass die Araber sich in unserem Land als „einheimisch“ bezeichnen, eine Umkehr der Realität, ein Einsatz der Technik der Großen Lüge.

Hier ist eine moderne Definition von „eingeborenem Volk“ (aus Jose R. Martinez Cobo):

Eingeborene Gemeinschaften, Völker und Nationen sind diejenigen, die eine historische Kontinuität mit Gesellschaften vor einer Invasion und vorkolonialen Gesellschaften haben, die sich auf ihrem Territorium entwickelten, sich als unterschiedlich von anderen Teilen der Gesellschaften betrachten, die heute auf diesen Territorien oder Teilen davon herrschen. Sie bilden aktuell nicht dominierende Sektoren der Gesellschaft und sind entschlossen zukünftigen Generationen die Territorien und ihre ethnische Identität zu erhalten, zu entwickeln und weiterzuvererben, als Basis ihrer fortbestehenden Existenz als Volk, im Einklang mit ihren eigenen kulturellen Strukturen, sozialen Institutionen und Rechtssystemen.

Diese historische Kontinuität kann aus der Fortsetzung eines oder mehrerer der folgenden Faktoren bestehen, die über einen längeren Zeitraum, der in die Gegenwart reicht:

  • Besatzung der ererbten Ländereien oder mindestens eines Teils davon.
  • Gemeinsame Ahnenschaft mit den ursprünglichen Bewohnern dieser Ländereien.
  • Kultur im Allgemeinen oder in bestimmten Erscheinungsformen (wie Religion, leben in einem Stammessystem, Mitgliedschaft in einer indigenen Gemeinschaft, Kleidung, Mittel zum Lebensunterhalt, Lebensweise usw.).
  • Sprache (ob als einzige Sprache oder als Muttersprache genutzt, als gewohnheitsmäßiges Kommunikationsmittel Zuhause oder in der Familie oder als hauptsächliche, bevorzugte, gewöhnliche oder normale Sprache).
  • Wohnsitz in bestimmten Teilen des Landes oder in bestimmten Regionen der Welt.
  • Andere relevante Faktoren

Das jüdische Volk in Israel bewohnt sein angestammtes Land und hat eine gemeinsame Vorfahrenschaft mit den einzigen „ursprünglichen Einwohnern‘, die noch als Volk existieren. Es gibt keine Philister mehr, keine Jebusiten, Hetiter usw. (trotz all der Fantasien der Araber). Es gibt immer noch Juden, mit einer Religion, Kultur und Sprache, deren Verbindung zu den ursprünglichen Einwohnern gut belegt ist.

Es stimmt, dass die jüdische Bevölkerung Israels und Judäas im Verlauf der Jahrhunderte schwankte, während Römer, Araber, Osmanen, Briten usw. in das Land eindrangen und es kolonisierten. Aber die Kontinuität war ungebrochen, während das jüdische Volk die Wechselfälle eines indigenen Volks erlitt, das von Kolonialmächten unterdrückt wird. Einige Juden blieben im Land und andere gingen überall in die Welt ins Exil, aber unser Volk sein bestand fort.

Die Araber betrachten westliche Unterstützung der Gründung des jüdischen Staates als widerrechtliche kolonisatorische Aneignung ihrer Eingeborenenrechte. In Wirklichkeit war es die Anerkennung – durch Balfour und weitere – des wahrhaften Eingeborenenstatus des jüdischen Volks, der die Formalisierung des Rechts des jüdischen Volks auf das Land vom Fluss bis zum Meer rechtfertigte, was schließlich im Mandat für Palästina zum Ausdruck kam.

Das Mandat konkretisierte zum ersten Mal unser moralisches Recht auf das Land als dessen historische Eigentümer als juristischer Anspruch gemäß dem internationale Recht. Es ist ironische, dass Israel, dessen Existenzrecht als umstritten betrachtet wird, tatsächlich stärkere moralische und juristische Berechtigung auf seine Souveränität hat als andere – wie Jordanien, das tatsächlich durch koloniale Anordnung geschaffen wurde; oder Saudi-Arabien, das das Ergebnis von gewaltsamer Eroberung ist.

Auf der anderen Seite sind die sogenannten „Palästinenser“ – obwohl sie wilde Behauptungen aufstellen von den „ursprünglichen“ Einwohnern wie Kanaanitern oder Philistern abzustammen – in erster Linie Nachkommen von Leuten, die in das Land einwanderten, von denen einige wenige bis zur arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert zurückreichen. Die meisten von ihnen kamen jedoch erst nach Mohammed Alis Feldzug aus Ägypten nach Syrien um 1830; und die Zuwanderung nahm zu, nachdem die Zionisten in den 1880-er Jahren anfingen das Land zu verbessern und zu entwickeln.

Jüdischer Nationalismus hat es Tausende Jahre lang gegeben. Aber ein richtig „palästinensisches“ Bewusstsein entwickelte sich bei den Araber in der Region erst, als sie anfingen sich allem entgegenzustellen, was sie als drohende jüdische Souveränität im frühen 20. Jahrhundert betrachteten; und selbst dann gründete ein Großteil der Opposition zu einem jüdischen Staat auf einem weit diffuserem arabischen Nationalismus. Ein ausgeprägt palästinensisches Volk kam nicht vor Mitte der 1960-er Jahre mit dem Beginn der PLO auf. Und das zentrale Dogma der „palästinensischen“ Kultur ist ihr gewalttätiger Hass auf und Kampf gegen die jüdische Eigenstaatlichkeit.

Yassir Arafat und andere haben ihr Bestes getan den jüdischen Ursprung aus dem Land Israel zu bestreiten; sie behaupteten, es habe keine jüdischen Tempel in Jerusalem gegeben und so weiter. Aber die archäologischen Beweise – die weiterhin entdeckt werden – sind überwältigend, trotz pseudoakademischer Versuche sie zu entkräften.

Bedauerlicherweise sind es nicht nur unsere Feinde, die dieses auf den Kopf gestellte Narrativ indigener Araber und kolonisierender Juden übernommen haben. Wenn unsere eigenen Regierung ihr Argumentation für die fortgesetzte Präsenz in Judäa und Samaria auf Sicherheitserwägungen abstellt, statt auf unsere moralischen und juristischen Rechte auf das Land, dann ist das so, als würde jemand dein Auto stehlen und dann fordern es behalten zu können, weil er ein Auto braucht, um damit zur Arbeit zu fahren.

Wenn unsere eigenen Regierung der Einschränkung von Bautätigkeit in bestimmten Teilen des Landes Israel zustimmt oder zustimmt, dass jede „Siedlung“, die wir nach einer Friedensvereinbarung behalten, gegen andere Teilstücke des Landes eingetauscht wird, dann ist die Folge, dass wir das Land nicht wirklich besitzen, obwohl wir es kontrollieren. Aber während wir sicherlich entscheiden können, dass wir im Interesse des Friedens das Recht auf einiges von unserem Land aufgeben – unter Annahme, dass das möglich ist – sind wir moralisch nicht dazu verpflichtet.

Die Europäer mit ihrer langen Geschichte als koloniale Unterdrücker bestehen selbstgefällig darauf, dass wir moralisch dazu verpflichtet sind einen Teil unseres Landes (oder alles) abzugeben. Wir sind aber nicht sie. Obwohl einige unserer Vorfahren in Europa und an anderen Orten im Exil waren, gaben wir im Exil nicht auf ein Volk zu sein. Wir gehören zum Land Israel und es gehört zu uns.

Die Zionisten kamen nicht als Kolonisatoren aus Europa nach 1945 und enteigneten das lange verwurzelte palästinensische Volk, wie ihr Narrativ uns erzählt. Die wahre Geschichte lautet, dass es die Juden sind, die immer hier waren, ein unterdrücktes und kolonisiertes indigenes Volk wie viele andere. Etwas, das uns allerdings von anderen unterscheidet, ist, dass wir die europäischen Kolonisatoren erfolgreich hinauswarfen und die Selbstbestimmung erreichten, die das höchste politische Ziel eines indigenen Volks ist.

Jetzt ist es an uns es gegen diejenigen, wie Khamenei, zu behalten, die ihm ein Ende setzen möchten.