Jerusalemer Kirchenführer fordern judenreinen Tempelberg – und womöglich überhaupt keine Juden in der Altstadt

Elder of Ziyon, 21. September 2015

Von der Internetseite des Lateinischen Patriarchats Jerusalem:

Erklärung der Leiter der Kirchen in Jerusalem

Wir, die Leiter der Kirchen in Jerusalem, wünschen unsere tiefe Sorge zur aktuellen gewalttätigen Entwicklung auf dem Haram al-Sharif zum Ausdruck zu bringen.

Wir verurteilen alle Drohungen mit Veränderungen zur historischen (Status quo) Lage in der Al-Aqsa-Moschee (Haram Asharif) und ihrem Hof, allen Gebäuden und in der Stadt Jerusalem. Jeder Bedrohung seiner Kontinuität und Integrität könnte eicht zu unvorhersehbaren Folgen führen, die im gegenwärtig heiklen politischen Klima höchst unwillkommen sein würden.

Muslime haben das Recht auf freien Zugang und Gebet in der Al-Aqsa-Moschee.

Es gibt große Bedeutung der Obhut durch das haschemitische Königreich über die Al-Aqsa-Moschee und die heiligen Orte in Jerusalem und dem Heiligen Land. Wir glauben, dass alle heiligen Stätten ständigen wachsamen Schutz benötigen, damit ein angemessener Zugang dorthin entsprechend des vorherrschenden Status quo für alle drei abrahamitischen Glauben beibehalten werden kann.

Wir erneuern unsere Aufforderung, dass der bestehende, ausgemachte Status quo, der diese Stätten verwaltet, um der gesamten Gemeinschaft willen in vollem Umfang respektiert werden muss.

Die Leiter der Kirchen in Jerusalem:
+ Patriarch Theophilos III., griechisch-orthodoxes Patriarchat
+ Patriarch Fouad Twal, Lateinisches Patriarchat
+ Patriarch Nourhan Manougian, armenisch-apostolisch orthodoxes Patriarchat
+ Fr. Pierbattista Pizzaballa, ofm, Custos des Heiligen Landes
+ Erzbischof Anba Abraham, koptisch-orthodoxes Patriarchat, Jerusalem
+ Erzbischof Swerios Malki Murad, syrisch-orthodoxes Patriarchat
+ Erzbischof Aba Embakob, äthiopisch-orthodoxes Patriarchat
+ Erzbischof Joseph-Jules Zerey, griechisch-melekitisch-katholisches Patriarchat
+ Erzbischof Mosa El-Hage, maronitisches Patriarchat Exarchat
+ Erzbischof Suheil Dawani, episkopalische Kirche von Jerusalem und dem Nahen Osten
+ Bischof Munib Younan, evagelisch-lutherische Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land
+ Bischof Pierre Malki, syrisch-katholisches Patriarchat Exarchat
+ Msgr. George Dankayae, armenisch-katholisch patriarchischer Exarchat

Wenn sie „Status quo“ sagen, was meinen sie damit?

Alle paar Jahre haben die Muslime den Status quo auf dem Tempelberg verändert.

Aus der Jerusalem Post vom letzten Jahr:

Es hat enorm viel Gerede über den „Status quo“ auf dem Tempelberg gegeben – aber über welchen Status quo reden wir? Den von 1967? 1996? 2000? 2003? 2010? 2014? Jedes Jahr erleben wir eine Veränderung des vorher akzeptierten Status quo. Jüngste Nachrichten brachen Fotos von MK Ahmed Tibi, der auf dem Berg eine Palästinenserfahne flaggte – das ist natürlich eine Veränderung des Status quo, wenn nicht auch eine politische Provokation.

Wir wollen deshalb Klartext reden: Es hat seit Israels Sieg im Juni 1967 keinen dauerhaften Status quo auf dem Berg gegeben. Stattdessen hat es ständige Veränderungen im Status quo durch die arabisch-muslimische Seite gegeben, eine ständige Aushöhlung und Zurückweichen der jüdischen Präsenz und Rechte, unterstützt und irrigerweise begünstigt durch das Oberrabbinat und die israelische Polizei in ihrer Suche beizubehalten, was sie als geeignetes religiöses Benehmen und öffentliche Ordnung definieren.

Von 1967 bis September 2000 gingen Juden frei mit Gebetsbüchern auf den Tempelberg und beteten nach Belieben still, ohne dass die Polizei sie überprüfte oder dass Waqf-Bedienstete ihnen folgten. Ich weiß das, denn ich war einer von ihnen. Keine Polizei, die nach Gebetbüchern suchte und absolut niemand kontrollierte, was immer an stillem Gebet geäußert wurde. Mehrere Gruppen distinguierter Rabbiner in Zehnergruppen beteten monatlich dort.

Doch dieser Brief geht über die Forderung nach dem „Status quo“ auf dem Tempelberg hinaus. Er fordert den „Status quo“ für Jerusalem an sich.

Indem die jordanische Obhut für alle heiligen Stätten in Jerusalem in Anspruch genommen wird, haben dies palästinensischen Kirchenleiter auch die Kotel darin eingeschlossen! Sie machen klar, was ihr Status quo ist: die Uhr auf 1966 zurückzudrehen, als Jordanien die Altstadt kontrollierte und keine Juden sie besuchen durften – nicht einmal als Touristen.

Und Jordaniens Aufsicht über die heiligen Stätten ist eine Mär.

Dass die Formulierung „Status quo“ von diesen Kirchenleitern verwendet wird, ist ein Codewort für „keine jüdischen Rechte an ihren heiligen Stätten in der Altstadt“.

Übrigens ist der Tempelberg auch Christen heilig, aber Muslime wollen, dass er nur muslimisch ist. Es ist unklar, was diese offiziellen Dhimmis sagen würden, würde die Stätte für sie geschlossen, wie es ihre muslimischen Herren fordern.

Und während diese Kirchenleiter über einander stolpern, um sich in ihre muslimischen Herren zu integrieren, sagen ihnen die Muslime, sie sollen zur Hölle fahren:

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2 Gedanken zu “Jerusalemer Kirchenführer fordern judenreinen Tempelberg – und womöglich überhaupt keine Juden in der Altstadt

  1. Kann man den jerusalemer Kirchenführern einen Vorwurf machen?
    Ja man kann
    .
    Gleichzeitig muss man aber auch dem Oberrabinat und der israelischen Polizei und denen die der Polizei die entsprechenden Anweisungen geben, einen Vorwurf machen. Auch der Regierung, weil die Politik der Regierung gekennzeichnet ist vom ständigen schrittweisen Nachgeben gegenüber den Forderungen der PA-Araber. Immer wieder wird versucht durch Nachgeben Frieden zu „erkaufen“. Das ist seit 1949 die Rote Linie der israelischen Politik. Leider tritt der erwünschte und erstrebte Erfolg nicht ein. Das Eis auf dem sich Israel wird immer dünner. Das ist jedenfalls meine Wahrnehmung.

    Das Ergebnis ist, dass die PA-Araber immer wieder an der Schraube drehen. Es gibt auch keinen Grund mit der für sie hilfreichen politischen Linie aufzuhören, zumal sie auch noch durch eine ihnen wohlgesonnene Weltöffentlichkeit unterstützt werden.

    Die jerusalemer Kirchenführer bewegen sich genau auf dieser politischen Linie der Regierung Israels.
    Wenn Netanjahu versucht gegenzusteuern, wenn auch relativ zaghaft und zurückhaltend, hat er sofort eine gefühlte breite Öffentlichkeit gegen sich. Leider auch in Israel. Nur ist sie dort nach meiner Wahrnehmung nicht so breit.

    Wer den Kirchenführern Vorwürfe macht, ohne die israelische Regierung einzubeziehen handelt unredlich.
    Das ist jedenfalls meine Meinung dazu.

    Herzlich, Paul

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